14.05.2013
Reden in New York vs Realität in WienSorry, meine Herren, nicht fähig dazu!
23.08.2012 17:58 | von Anneliese Rohrer
Kommt in den Medien scharfe Kritik von einer Frau wird sie oft als bösartig, hasserfüllt und verbissen wahrgenommen. Kommt sie von einem Mann gilt sie als scharf, objektiv und nachhaltig. Ein Erfahrungsbericht mit dem nicht ganz so kleinen Unterschied im Journalismus.
Sorry, meine Herren, nicht fähig dazu!
Manche Aspekte des journalistischen Berufs sind gleichbleibend und über lange Zeit hin interessant. Da gäbe es viele. Nur so zum Beispiel die über Jahrzehnte ewig gleiche Frage, warum so viele Politiker ab einen gewissen Punkt in die Außergewöhnlichkeits- und Unantastbarkeits-Falle tappen und jedes Gespür dafür, was sie ihren Wählern zumuten können und was nicht, verlieren? Das ist keine regionale österreichische Frage, aber dennoch faszinierend.
Auch jene Frage, die sich mir aus aktuellem Anlass jüngst wieder aufgedrängt hat: Warum wird in den Medien – ob TV oder Print – scharfe Kritik und Hartnäckigkeit einer Frau von den Medienkonsumenten so anders auf- und wahrgenommen als jene von Männern? Immer negativ, natürlich!
Was bei weiblichen Journalistinnen als persönliche Abneigung, Bösartigkeit und Verbissenheit gesehen wird, gilt bei den männlichen Kollegen als objektiv, erbarmungslos und konsequent.
Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Jüngst meldete sich auf Facebook eine Isabel Kopper als Reaktion auf ein Interview mit der „Kleinen Zeitung“ („Ich bin keine Kärntnerin“)mit folgenden Worten: „Einen kleinen Nachtrag hab ich noch. Aus Ihnen spricht sehr viel Hass, das sollten Sie einmal für sich klären. Die "Weisheit des Alters" hat SIE definitiv noch nicht erreicht. Sie werden Ihre Gründe haben, so zu agieren/reagieren. Das hat für mich mit Journalismus nichts mehr zu tun, das sind rein persönliche Gründe.“
Es war ihr in der Folge partout nicht klar zu machen, dass meine nun schon viele Jahre anhaltende Kritik an der politischen Entwicklung in Kärnten mit Hass nicht das Geringste zu tun hat und die aktuelle Situation ja wohl die früher geäußerte Kritik mehr als nur bestätigt. Frau Kopper blieb dabei. Es fehlte gerade noch, dass sie meine Sicht auf Kärnten irgendwelchen frühpubertären Liebeskummer zugeschrieben hätte. Das dann doch nicht! Aber viel fehlte eben nicht.
Dieser Austausch erinnerte mich dann stark an etliche andere Phasen im Beruf. So verfolgte ich – auch in den Augen des damaligen Chefredakteurs der „Presse“, Thomas Chorherr, in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren angeblich Vizekanzler und Finanzminister Hannes Androsch mit „Hass“, nur weil ich die Meinung vertreten habe, dass ein Finanzminister nun doch wirklich nicht Steuern hinterziehen sollte. Als Androsch dann fast zehn Jahre später dafür verurteilt wurde, war das natürlich eine andere Sache. Da hatte ich schon längst den Versuch aufgegeben, den Vorwurf des Hasses ernst zu nehmen.
Ich gestehe, dass mir damals der gar nicht so kleine Unterschied zwischen Mann und Frau in der Wahrnehmung der Medienkonsumenten kein Thema war. Die tieferen Ursachen habe ich damals gar nicht reflektiert und auch später nicht, als die Reaktionen auf meine Kritik an Jörg Haider immer tiefer und immer persönlicher wurden. Ich hatte mich damit abgefunden, dass meine Ablehnung einer Politik, die auf die Herabwürdigung einer Gruppe in der Gesellschaft unter lautstarkem Gejohle aller anderen hinauslief, als hasserfüllt Haider gegenüber abgetan wurde. Die Gründe, die da oft angeführt wurden, hatten mitunter schon kabarettistische Züge. Viel interessanter in dieser Zeit war für mich die Frage, die sich auch heute wieder stellt: Warum merken jene Menschen, die bei der Herabsetzung anderer freudig Beifall klatschen, dass sie die nächsten Objekte der Herabwürdigung sein könnten? Haider gab Ausländer, Lehrer, Juden, Richter, Beamte etc. der persönlichkeitsverletzenden Lächerlichkeit preis, seine Anhänger klatschten vor Vergnügen – und merkten nicht, dass es sie genau so treffen könnte.
Aber zurück zum gar nicht so kleinen Unterschied in der Beurteilung dessen, was journalistisch verbissen ist.
So bin ich ganz sicher, dass es als konsequent und hartnäckig gesehen wird, wenn zum Beispiel Andreas Unterberger in seinem Blog dazu aufruft, ihm beim Nachweis, dass mit der Schulkarriere von Bundeskanzler Werner Faymann etwas nicht stimmt, zu helfen: „Die Berichte des Wiener Gymnasiums Henriettenplatz sind seltsamerweise nirgendwo auftreibbar. Und zwar ausgerechnet für jene Jahre, da ein gewisser Werner Faymann dort Schüler gewesen sein soll. Ein Suchaufruf. “
Unterberger Hass auf Faymann in der selben Tonart vorzuwerfen, wie dies bei weiblichen Journalistinnen der Fall wäre – auf diese Idee kommt man in der SPÖ wahrscheinlich gar nicht. Bei den „Freunden“ des Blogs so wie so nicht.
Wie gesagt, diese unterschiedliche Betrachtung war mir jahrzehntelang keine Ursachenforschung wert. Erst als ich im März 2005 in der „New York Times“ das Thema von der Kolumnistin Maureen Dowd aufgegriffen sah, stieß ich auf die Gender-Frage.
Dowd, die sich da und dort anhören muss, ihre beißende Kritik sei jener einer „frustrierten alten Jungfer“, schrieb sinngemäß: Wenn Männer über Politik und Macht schreiben, wird das als ihr „Job“ angesehen, sie gelten als Autoritäten; wenn Frauen dies tun, gelten sie als Männer-Hasser. Weibliche Journalisten würden bei harter Kritik oft gefragt werden, wie sie denn so bösartig sein können. Männliche Journalisten bekämen diese Frage nie zu hören.
Inzwischen denke ich, dass die Kritisierten ganz gerne auf „Hass“ zurückgreifen. Er macht sie bedeutend. Schließlich handelt es sich um eine intensive Emotion. Sorry, meine Herren, nicht fähig dazu!
Journalisten agieren wie Politiker....
....wenn sie nicht mehr am Futtertrog der Macht sind.
Sie entwickeln eine penetrante Larmoyanz und bilden sich ein, es sei Weisheit.
Es gibt hasserfüllte Männer und Frauen
Vertreter dieser Gruppe beider Geschlechts disqualifizieren sich selbst. So mancher männlicher Kollege der Frau Rohrer hat mit härterer Kritik zudem souveräner umgehen können. In diesem Zusammenhang wirft ein emotional fragwürdiger Artikel, der die Gender-Keule auspackt, kein gutes Licht auf die Autorin."Weggefährten beschreiben sie als außergewöhnlich ehrgeizig,"
meint natürlich verbissen, statt talentiert - und ist der eine Satz, der in jedem Porträt einer (karrieretechnisch) erfolgreichen Frau zu finden ist.Was ich aber eigentlich schreiben wollte: Dass Werner Faymanns Werdegang Lücken aufweist, hat letztens auch Nationalratspräsident Graf aufgezeigt. In seinem hard-facts-beating-böse-medienkampagne-Folder:
http://www.martin-graf.at/wp-content/uploads/2012/06/Medienkampagne-gegen-Martin-Graf-Vorw%C3%BCrfe-und-Fakten.pdf
Aber, aber, Frau Rohrer!
Ich dachte immer, Sie sind eine selbstbewußte Journalistin mit eigener Meinung, die es absolut nicht notwendig hat, die wehleidige Gendermasche zu spielen....Sie enttäuschen mich schon sehr! Auch Sie sollten doch endlich zur Kenntnis nehmen, daß es doch einen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt.
Re: Aber, aber, Frau Rohrer!
Bezeichnend ist, dass Sie aus obigem Text Wehleidigkeit herauslesen, wo lediglich sachlich auf einen nicht zu leugnenden Umstand hingewiesen wird. Sie sollten mal Ihre Stereotypisierungen überdenken.Re: Re: Aber, aber, Frau Rohrer!
Die Stereotypien liegen wohl eher auf Seiten der Feministinnen! Nehmen Sie Sich selbst an der Nase, Frau Inga !!second try
s.g. frau dr. rohrereigenartigerweise ist die posterIn isabel kopper weiblich..na sowas
das weib ist die wölfin des weibes?
genderbashing ist doch schon von gestern oder vorgestern.
natürlich wird eine frau die masculin agiert, und das tun sie mit der feder, als bissig und unweiblich wahrgenommen. wenn ein weichei zu feminin agiert wird er auch als tuntig verspottet...daran wird sich auch im 21 jht. nichts ändern
was den unterberger betrfifft so ist nachsicht und verständnis angebracht.
die demissionierung von 8 jahren, per putsch inklusive fleischhacker, war ein grosser schock...von schüssel mit der wiener zeitung im sozialen netz aufgefangen, hat ihn faymann ganz unbequem hinausgeschmissen...kein wunder, dass er auf rache sinnt. war doch faymanns reaktion ebenfalls nur primitive rache am schwarz-blau befürworter....hass? na meinetwegen..aber mit gutem grund
Re: second try
nachtragso vergesslich sind wir nicht, dass wir nicht mehr wissen wo ihre aversion gegen unterberger herkommt...eine ganz persönliche angelegenheit
Achtung Falle
a. roherer Wehleidigkeit vorzuwerfen, zeugt von grobem Unverstand wie auch dienerten Poster nix, abr schon gar nix verstanden haben. Sie flüchten entweder auf das Niveau unter dem Meeresspiegel oder tappen in die Falle und bestätigen mit ihrem Gechwätz, was die Journalistin Rohrer beobachtet und anmerkt.Ich danke ihr dafür. Dieser unterschiedliche Blickwinkel auf Frauen und Männer zeigt sich auch in anderen Bereichen immer noch deutlich.
Bitte nicht die Botin für die Misere verantwortlich machen.
Re: Achtung Falle
Na ja. So kann man anonym hier richten. Und ist auch der richtige Platz freigemacht im Presse-Online Bereich.Ganz liebe Grüße von Fazebuk
dumme Männer...
Ich tröste mich bei solchen Angriffen immer wieder mit Ebner Eschenbach, alt aber noch immer gut und vor allem zutreffend!Jammer, jammer, jammer
Die Natur hat Ihnen halt keinen Penis gegeben. Finden Sie sich damit ab!Re: Jammer, jammer, jammer
Und was Frauen selten zugeben: Es gibt sehr viele Vorteile ohne solchen zur Welt zu kommen...Re: Re: Jammer, jammer, jammer
Frauen wollen immer die Vorteile, aber niemals die (wenigen) Nachteile.Re: Re: Re: Jammer, jammer, jammer
So kann man es auch ausdrücken. Jedenfalls haben Frauen Vorteile genug von dene sie im Grunde niemals sprechen. Aber die paar nachteile werden ausgeschlachtet. Im Privatbereich bin ich schon längst dazu übergegangen über diese Themen nicht mehr zu diskutieren und Frauen, die immer wieder oder permanent auf der Gendermasche schweben zu entsorgen, weil es ja wirklich keinen Sinn macht und nebenbei es ja genau diese sind, die dann in die Türkei fahren um einen richtigen Mann zu finden.... Das beste Beispiel ist die Beziehungssuche: Wenn Männer suchen und Balzen werden sie lächerlich gemacht. Frauen lehnen sich zurück und zeigen nur Däumchen nach oben oder unten. Wenn das Selbstvertrauen sein soll, Bitte sehr aber für mich nicht. Und das wie gesagt ist nur ein Beispiel von vielen. Deshalb sage ich klipp und klar: Ende dieses sinnlosen Versuchen gegen Die Natur zu arbeiten. Und sorry meine Damen aber unmöglich und das wäre für mich auch ein Reality Check imGegesatz zu dieser Kolumne hier, die in die Kategorie Überflüssig fällt. LOLRe: Re: Re: Re: Jammer, jammer, jammer
Ich verstehe nicht, wieso Männer in Diskussionen stets so irrational und hasserfüllt sind. Geht ihnen die Fähigkeit ab, sachlich und höflich zu diskutieren?Nun, ich vermute die Wirkung von Testosteron auf das limbische System steht zu einem verünftigen Verhalten im Widerspruch.
Re: Re: Re: Re: Re: Jammer, jammer, jammer
Sie vermuten schon richtig, die Hormone sind es, die den Unterschied im Verhalten der Geschlechter verursachen!Aber gerade der Unterschied wird ja von den Fundamentalfeministinnen immer in Abrede gestellt.
Re: Re: Re: Re: Re: Jammer, jammer, jammer
Wie sachlich soll ich es denn noch schreiben und wie sachlich ist denn ihr Kommentar, LachRe: Re: Re: Re: Re: Jammer, jammer, jammer
Projektion?Sie haben absolut recht, lassen Sie sich nicht beirren
Ist es nicht genauso, wenn jemand zB die zahlreichen und großteils unverschämten Privilegien bestimmer Berufsgruppen in Ö kritisiert, denunziert wird, nur ein Neider und Missgünstling zu sein.
Ist doch alles nur Manipulation, um kritische Stimmen mundtot zu machen.
Wird niemals anders sein
Diese Versuche der Gleichberechtigung sind zwar schön, haben aber alle eines gemeinsam: Sie sind realitätsfern.Das Leben eines Mannes ist ein anderes als das einer Frau, es herrschen völlig andere Bedingungen, Vorraussetzungen und Konsequenzen in jeder Phase des Lebens.
Aus der Geschichte weiß man: Die Gleichmacherei grundverschiedener Komponenten kann nur scheitern (vgl: die Gleichmacherei nord und südeuropäischer Wirtschaft um ein aktuelles zu nennen.
Und es wird auch passieren, was in der EU passiert. Aus dem Miteinander wird mehr Gegeneinander wie unsere gesellschaftliche Situation heute wohl eindeutig zeigt.
Re: Wird niemals anders sein
"Das Leben eines Mannes ist ein anderes als das einer Frau, es herrschen völlig andere Bedingungen, Vorraussetzungen und Konsequenzen in jeder Phase des Lebens. "Das kann man auch anhand dieser kleinen Grafik gut erkennen:
http://meykosoft.jimdo.com/anderes/
Re: Re: Wird niemals anders sein
Exakt.Biologie ist Biologie. Sieht man die Frauen im Minirock imSommer herumlaufen, bemerkt man wie schwer das Leben solcher Frauen ist...Und bedenkt man noch wie oft nur Männer Eintritt zahlen müssen, während Frauen gratis hineingehen, nur Männer Wehrpflicht haben, das Seerecht sagt Frauen und Kinder zuerst und das Gesetz sagt Männer sind unterhaltspflichtig, aber Vaterschaftstest gibts keinen etc. brauchen Frauen sich nicht zu beschweren. Und wenn man auch noch hinzurechnet, dass Frauen ebenfalls auf die Geldbörse des Mannes schauen, denn welche Frau interessiert sich für einen Mann, der mit 35 noch zu Hause bei Mama wohnt, aber natürlich Hausmann - Qualitäten hätte?, wird für Männer beruflicher Erfolg eben wichtiger sein.So war es, so ist es, ..
..., wie Anneliese Rohrer es für sich wahrnimmt und beschreibt, und - so soll es nimmer bleiben!Die präzise Selbstbeobachtung, welche Frau Rohrer in diesem Beitrag offenkundig leistet, ist eine wichtige Voraussetzung, sich nicht in einen Strudel allzugroßer Nähe zu den Objekten journalistischer Berichterstattung hineinreißen zu lassen.
Weiter so, bitte!
-Peter Prischl-

