Schlaflos in New York dank Friendly Airlines

08.11.2012 23:18 |  von Anneliese Rohrer

Mit eingestellten, abgesagten, verschobenen Flügen muss man im Zeitalter des Massentransports leben. Aber muss man das auch mit Fehlinformationen der Fluglinien?


Es gibt sicher Schlimmeres als 12 Stunden im Flughafen JFK in New York zu verbringen, um 14 Uhr einzuchecken und um 2 Uhr früh den Flughafen wieder mit dem Taxi in Richtung Manhattan zu verlassen. Aber es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, wenn es vermeidbar gewesen wäre.
Stellen Sie sich vor: Seit Samstag letzter Woche war für New York der nächste Sturm, dieses Mal Schneesturm, angesagt. Die Crew des AUA Fluges am Mittwoch dieser Woche dürfte vom Schnee aber derart überrascht gewesen sein, dass sie sich nicht darauf einstellen konnte. Daher kam sie zu spät zum Flughafen. Weil aber auch die Stadt meist davon überrascht ist, dass eine Wettervorhersage doch stimmt, war am Nachmittag das Chaos ausgebrochen und die Fahrt vom Hotel zum Flughafen dauerte für die AUA-Crew dann eben drei Stunden.
Und stellen Sie sich vor: Inzwischen war auch am Flughafen eine schwierige Situation entstanden und der wegen der späten Crew um eine Stunde verschobene Abflug streckte sich mit allen Passagieren an Bord über vier Stunden, um dann doch nicht stattzufinden, weil die zulässige Arbeitszeit der Crew eben verständlicherweise abgelaufen war.
Dagegen war nichts einzuwenden.

Aber stellen Sie vor: Das Bordpersonal der AUA begann Fehlinformationen an die Passagiere beim Verlassen des Flugzeugs auszugeben. Dagegen lässt sich viel einwenden. Man habe am nächsten Tag einen garantierten Flug nach Wien. Wie dies funktionieren sollte, wenn die AUA den Flug von Wien nach New York am Donnerstag streicht, weil sie nie zwei Maschinen in JFK gleichzeitig haben kann, und was denn mit den anderen Passagieren passieren sollte, wollte die AUA-Angestellten nicht beantworten. Man solle sich keine Sorgen machen, der Flug am nächsten Tag sei für die Passagiere des abgebrochenen garantiert. Die Mitarbeiter am Lufthansa-Schalter dürften sich irgendwann in der Nacht mit der AUA-Crew verständigt haben, denn zuerst wurde die „Garantie" bestritten, ein wenig später bestätigt. Es gibt ja wahrlich nichts Lästigeres als Passagiere in der Nacht, die nicht wissen, wo sie bleiben sollen oder wie sie wieder weg kommen. Am nächsten Tag stellte sich bei einem kurzen Anruf bei der AUA Österreich tatsächlich die „Garantie" als erlesene Falschinformation heraus.
Ich aber möchte mir jetzt gar nicht vorstellen, was jene internationalen Passagiere, mit denen ich in drei Stunden Wartezeit auf das Gepäck in JFK eine Art Leidensgemeinschaft eingegangen bin und die noch voll auf die „Garantie" vertraut haben und die Nacht deshalb einfach am Flughafen verbringen wollten, nun von der Friendly Airline denken. Ob das freundliche AUA-Kunden in der Zukunft sein werden, darf bezweifelt werden. Ihr Ärger sowie der Ärger über den ganzen Ablauf wären nicht notwendig gewesen. Und das ist das Ärgerliche.

29 Kommentare
 
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Als langjährige Journalistin

sollte man meinen, das Fr. Rohrer wirklich nur aufgrund eines Ihr bekannten Sachverhaltes Artikel schreibt.

Was soll das sein, ich glaube nicht dass Sie detailierte Hintergrundinformationen zu diesem Vorfall besitzen und jetzt schreiben Sie sich öffentlich Ihren Frust von der Seele und kreiden Mitarbeiter an, die in den letzten Jahren hart daran arbeiten ihren Job zu behalten, bzw. dass Unternehmen Austrian so mitzugestallten, dass es in Zukunft eine Chance hat.

Wenn Ihnen nichts besseres einfällt sollten Sie das Weiterführen dieses Blogs evtl. überdenken.

Als nächstes fangen Sie an Falschparker aufzuschreiben und hier öffentlich anzuprangern...

Re: Als langjährige Journalistin

Sie haben es richtig erkannt: Eines mir "bekannten Sachverhalts". Ich habe alle "detaillierten Hintergrundinformationen zu diesem Vorfall" gehabt. Ich war dabei. Sollte die AUA den Passagieren Informationen verheimlicht haben, wäre das ein anderes Problem.

Re: Re: Als langjährige Journalistin

Entschuldigen Sie die späte Antwort. Meine Meinung dazu können Sie in der unten stehenden Antwort an Frau Polesnik noch einmal lesen.

Gott sei Dank zählt auch für mich das Grundrecht der freien Meinungsäusserung.

Pliers.........anonym?

Frau Dr. Rohrer darf ihre persönliche Meinung kundtun wo und wie sie will, auch wenn Ihnen das nicht passt, wir haben hier eine Demokratie welche freie Meinungsäußerung garantiert.

Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (Déclaration des Droits de l'Homme et du Citoyen, 1789) ist einer der Grundtexte, mit dem die Demokratie begründet wurde. Durch die Formulierung von Grundrechten in Verfassungen und internationalen Abkommen wird versucht, die Menschenrechte als einklagbare Rechte zu gestalten.

Schämen Sie sich?

Re: Pliers.........anonym?

1) Auch ihr Name könnte frei erfunden sein, aber Sie können mich gern Huber Sepp nennen, dann ist die Anonymität obsolet.

2) Natürlich und da bin ich ganz bei Ihnen, haben wir - Gott sei Dank - eine Demokratie und die damit verbundene freie Meinungsäusserung.

ABER:

Ich vertrete die Meinung, dass Journalisten, die solche meinungsbildenden Artikel veröffentlichen auch eine gewisse Verantwortung tragen. Und ich kann wiederum aus meiner Perspektive behaupten, dass ich mich in der Luftfahrt und in den Abläufen die den Passagieren verborgen bleiben sehr gut auskenne und habe mich darum getraut das auch zu posten und bleibe auch bei meiner Meinung.

Und nein, ich schäme mich nicht !!

"Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, andern Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen." (George Orwell)

Re: Re: Pliers.........anonym?

Na ja dann schämen Sie sich halt nicht.......das wird Frau Dr. Rohrer auch locker wegstecken........im Kärntner Landtag schämen sich die Buberl auch nicht, auch wenn sie vom Volk bezahlt 13x ausziehen ohne zu arbeiten!

Stellen Sie sich vor: Ohne der heutigen Luftfahrt würde die Welt ganz anders aussehen.......aber auch
weiterdrehen!!!!!!!!

Und: mein Name ist ident.....aber sowas von echt!

Re: Re: Re: Pliers.........anonym?

Alles klar, jetzt kombiniere ich erst durch Ihre restlichen postings. Sie sind die Obfrau vom Frau Rohrer Fanklub !!

Darum die unsachliche Diskussion. Seien Sie so nett und kümmern sich um die Rohreraufkleber und lassen die Erwachsenen miteinander sachlich bleiben.

Ich jedenfalls geb Ihnen keine Antwort mehr, da ist mir die Zeit zu schade.

Re: Re: Re: Re: Pliers.........anonym?

Erwachsen?

Gestrichene Flüge

S.g. Frau Rohrer, bevor Sie morgen u.U. nach Spanien oder Portugal fliegen wollen, checken Sie lieber den Flugstatus Ihres Fluges, bevor Sie nachher die Crew in Ihrem Blog verdammen und eine Airline madig machen.

Morgen legt ein Generalstreik in Spanien und Portgal wahrscheinlich den Flugverkehr dorthin lahm.

rau Rohrer und das in Ihrem heißgeliebten Amerika!

Warum habne Ihnen die Amis nicht sofort aus der Patsche geholfen ??

Nicht aufhören.........BITTE WEITER!!

Klasse.........dass man Sie wieder einmal im Europastudio bei Paul Lendvai erlebte, danke, danke.
Und dass man etwas erfahren hat was man bei uns in Kärnten auch ausbauen könnte bis zur nächsten Wahl, nämlich das ehrenamtliche Bürger die Demokratie in die Öffentlichkeit bringen - ohne Personenkult, Kopfwerbung, Parteischnickschnack etc.

MEINE DIREKTE BITTE:
Ist es Ihnen möglich in der Kleinen Zeitung einen Artikel zu veröffentlichen
was Ihre Erfahrungen nach in Amerika waren, welche Art von Bürgerinitiativen, weshalb möglicherweise die Bürger vermehrt zur Wahlurne gingen?

Was könnten Künstler bei uns wirkungsvoll einbringen?


Re: Nicht aufhören.........BITTE WEITER!!

Zu Ihrer Bitte: Nein, kann ich nicht! Aber ich werde genau das in ein paar Tagen hier in diesem Blog tun. Ich habe ein wirklich interessantes Beispiel aus Minnesota parat, was mit Bürgerengagement alles zu erreichen ist. Und warum sich deshalb auch vermehrt Bürger an der Wahl beteiligen.

Re: Re: Nicht aufhören.........BITTE WEITER!!

.........Aber ich werde genau das in ein paar Tagen hier in diesem Blog tun:

Bitte um baldiges Minnesotabeispiel...............wir benötigen einige Zeit um Vorbereitungen zu treffen
falls man wirklich die Gesellschaft damit zur Urne bringt. Die Grazer Beteiligung war ja nicht berauschend.

Re: Re: Re: Nicht aufhören.........BITTE WEITER!!

Danke für die Erinnerung und Entschuldigung für die Verzögerung. Ich war etwas abgelenkt. Ich bemühe mich, es bis Mittwoch nachzuholen.

Re: Re: Nicht aufhören.........BITTE WEITER!!

HERZLICHSTEN DANK!!

Schade,

dass Sie wegen des Schneesturms die Preisverleihung in Wien versäumt haben!

Gratulation zur "Medienlöwin"!

Re: Schade,


Hat sich (nicht nur) diesen Preis ehrlichst verdient!

Re: Re: Schade,

So ist es!

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öbb und aua bzw. auweh

Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen, nach wie vor sind sie mehrheitlich Gewerkschaftsmitglieder und nicht Mitarbeiter eines Dienstleistungsunternehmen.

Na, in dieser Situation hätten sie wohl den Herrn Berlachkovitsch gebraucht! Obwohl, wahrscheinlich hätte dem dann die Homeland Security ein Nachtquartier besorgt...


Re: Na, in dieser Situation hätten sie wohl den Herrn Berlachkovitsch gebraucht! Obwohl, wahrscheinlich hätte dem dann die Homeland Security ein Nachtquartier besorgt...


Vielleicht sogar in einer Unterkunft, die seinen "Aktivitäten" angemessen wäre?

Die Crew haette halt mit der U-bahn anreisen sollen..

Sowohl der A als auch der E train funktionierten am Mittwoch waehrend des Schneesturms. die anreise waehre mit verspaetungen max. 1.2 Stunden. Aber fuer die U-Bahn ist sich wohl das "original staff" zu gut. Der Skandal ist nicht die voellige Inorganisation die wohl jeder der einmal am wiener Flughafen angekommen oder abgeflogen ist zur genuege kennt. Sondern dass Flugpersonal wegen einer Wetterstoerung nicht rechzeitig am Arbeitsplatz erscheinen.

Re: Die Crew haette halt mit der U-bahn anreisen sollen..

Wobei die Hoffnung besteht, das unter der Lufthansa Taxifahrten über kurz oder lang nicht mehr unter "Arbeitszeit" fallen.

ein grund warum ich als business class kunde die aua meide



denn ähnlich schlecht ist in der langstrecken eu nur mehr air france, nicht grundlos auch air chance genannt.

Der Unterschied zwischen Kunden und Passagieren

Die meisten Unternehmen bieten Kundendienst, Fluglinien wie die AUA sehen Passagier als lästige Störung.

Für den einzelnen Mitarbeiter ist die Situation klar:

Gibt er keine "Garantie", nerven ihn die Passagiere, gibt er irgendeine "Garantie", für deren Einhaltung er nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann, geben sie Ruhe - er wird im Notfall also alles "garantieren", nur um sich im Augenblick nicht mit dem Problem der Passagiere beschäftigen zu müssen.

 
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Rohrers Reality-Check

Die Autorin

  • Anneliese Rohrer
    geboren 1944, war von 1974 bis 2005 bei der "Presse" als innenpolitische Journalistin, Ressortleiterin Innen- und Außenpolitik tätig. Seit 2009 ist sie Kolumnistin bei der "Presse".

Hinweis

  • Der Inhalt von Blogbeiträgen spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung der "Presse".

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