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Wutbürger-Stammtisch VIII

07.07.2011 17:53 | 

Eine der spannenden Fragen jetzt ist: Wie viel Interesse und Engagement wird sich über die Sommerpause bis zum nächsten Stammtisch am 5. September um 17 Uhr im Kaffee Landtmann retten lassen?

Beim letzten Stammtisch war viel die Rede davon, dass sich Änderungen nur durch permanenten Druck aus der Zivilgesellschaft auf Politiker und Parteien erreichen lassen. Natürlich gab es wieder jede Menge resignative Einwände, dass dies nichts nütze und jenes sinnlos sein. Dabei wird gerade jetzt der erstaunliche Gegenbeweis geliefert: Plötzlich nach so vielen Jahren fruchtloser Diskussion wird ein Landtag tatsächlich verkleinert - in der Steiermark. Und nicht nur das, auch in Vorarlberg überlegt man eine Reduktion. Vor etlichen Jahren hätten die Skeptiker noch gesagt: Nie und nimmer, hier geht es um Posten und Funktionen, die von den Parteien zu vergeben sind; kein Parteichef wagt es, die Einnahmenquelle seiner Funktionäre aus dem Steuertopf zu verringern. Für jeden Landtagsabgeordneten gibt es 100, die sich auf ein Mandat Hoffnung machen. Und plötzlich sollen doch weniger Mandate zu Verfügung stehen.

So viel zur Resignation: Geht nie, wird nie, kann man nicht etc. Wenn der Druck auf die Politik groß genug wird, dann sind Reformen sehr wohl möglich. So viel zum immer währenden Defätismus. 

Zurück zu Interesse und Engagement. Nachdem das Ziel des Stammtisches die Vernetzung der Interessierten ist, hier eine Liste jener Aktivitäten, bei denen Frau Herta Wessely von der Aktion 21 dringend Hilfe benötigen würde. Vielleicht kann der/die eine Stammtisch-Interessierte(r) auch Kinder und Enkelkinder motivieren, ein wenig Zeit zur Verfügung zu stellen, nachdem die Hilfe vor allem im Bereich der neuen Medien benötigt wird und die Jüngeren eben die sogenannten Internet-Natives sind.

1. Betreuung der neuen Facebook Seite der Aktion 21

2. Kurzvideos von zwei oder drei Minuten mit Interviews zu aktuellen Themen für die Homepage der Aktion.

3. Herstellung von Podcasts

4. Herstellung einer Power Point Präsentation für eine Vernetzungs-Tour durch die Bundesländer.

5. Ideen für eine Fundraising Kampagne, damit junge Helfer im Endeffekt für ihre Mitarbeit auch bezahlt werden können.

Kontakt: Herta Wessely 

office@aktion21.at

www.aktion21

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9 Kommentare
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Interesse? Und ob!


Veränderungen gehen selten von Stammtischen im herkömmlichen Sinn aus, weil dort meist nur in wenig konstruktiver Weise Zustände beklagt werden . Dieser hier aber ist von anderer Art, weil ihm nicht nur eine gewisse mediale Aufmerksamkeit geschenkt wird, sondern auch deshalb, wie sich hier Leute zusammenfinden, die sich vorher meist nicht persönlich gekannt haben und sich auch ohne „Stammtisch“ nicht begegnet wären. Austausch und Vernetzung finden dann auch noch im Anschluss daran ihre Fortsetzung. Dies gelingt allerdings nur mit persönlichem Einsatz. Jemandem, der die Szene nur als Spectator betrachtet, muss dies natürlich verborgen bleiben.
Die Idee „Stammtisch“ ist übrigens auch schon in den Bundsländern aufgenommen worden.

harryqu
08.07.2011 23:39
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den miesmachern sei ein satz voltaires ans herz gelegt:

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“

genau dieses "es wird eh net funktionieren"-gelabere toetet jede initiative. kein wunder, dass es um das land so bestellt ist, wenn diese miesmacherei zum leitmotto erhoben wird und man sich kampf- und tatenlos in sein schicksal fuegt...
dazu, aus dem hintergrund duemmlich zu kritisieren, gehoert nicht viel, wie bereits hinlaenglich bewiesen wurde!

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So ein System ist mit demokratischen Mitteln nicht zu beseitigen,..

.. und eine gewaltsame Lösung kostet wahrscheinlich mehr als die Systemänderung bringen wird (vom Immageschaden einmal abgesehen). Also bleibt alles bein Alten. In der Schweiz kann man übrigens auch sehr gut leben.

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Re: So ein System ist mit demokratischen Mitteln nicht zu beseitigen,..

Woher wissen Sie das? Mit einer gewaltsamen Lösung will niemand etwas zu tun haben. Es gibt genügend Menschen, die es auf demokratische Weise versuchen.

Gast: Spectator007
08.07.2011 13:38
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Interesse?

"Eine der spannenden Fragen jetzt ist: Wie viel Interesse und Engagement wird sich über die Sommerpause bis zum nächsten Stammtisch am 5. September um 17 Uhr im Kaffee Landtmann retten lassen?".....

Gar keines.


Antworten Gast: Dipl.Ing.Walter Bauer
10.07.2011 09:20
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Re: Interesse?

Jetzt ist halb Österreich und die gesamte Bundesregierung in den Ferien.Solange die Regierung nichts tut, kann sie auch keine Fehler machen. Mit den ersten "Ankündigungen" der Regierung im Herbst und den darauf folgenden, altbekannten Debatten und Nicht-Handlungen zu den anstehenden Themen wird der Ärgernis-Pegel unter den Bürgern rasant ansteigen - und der Stammtisch kann sehr schnell frische Energie tanken.

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Re: Interesse?

Es gilt die oben gestellte Frage: Woher wissen Sie das jetzt schon?

eling
08.07.2011 09:16
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Und was bringt was?

Alle die Kommentare etc. sind sehr lieb aber bringen werden sie genau nichts weil sich die Politiker des Stimmvolkes bedienen um ihren Arbeitsplatz zu retten. Dieser Arbeitsplatz ist deswegen so beliebt weil damit entsprechende Pensionsverträge verbunden sind und das ist doch des Österreichers liebster Zustand, gut situierter Pensionist. Um das zu verhindern müsste man die Politiker abwählen aber wem soll man denn wählen? Rot und Schwarz haben sich konsequent selbst disqualifiziert u.a. siehe heutige Artikeln (8.7.) über Rechnungshof, Familienfond etc. und der Rest strotzt von irrealen Forderungen bzw. Versuchen bewusst zu manipulieren. Da in Details einzugehen würde den Platz sprengen. Daher ist die Frage der Wähler "Was nun?". Eine gute Antwort ist teuer aber das sind die Politiker ja auch.......

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Re: Und was bringt was?

Frau Herta Wessely schickte dazu folgenden Kommentar: Es kann etwas bringen! Ideen zur Rettung unserer Demokratie, vorgetragen von Einzelnen, werden tatsächlich nichts bringen. Auch mangelt es an Ideen ja nicht, liegen doch jede Menge auch von Experten ausgearbeitete Konzepten in Schubladen. Woran es mangelt, ist der Wille und die Fähigkeit der politischen Parteien sie umzusetzen. Das kann nur mit einer großen Zahl von Bürgern und Bürgerinnen gelingen, die das konsequent fordern.
Nicht die Gründung einer neuen Partei wird die Lösung sein, sondern der Zusammenschluss aller Unzufriedenen.
„Abwählen, aber was dann“ ist die oft gestellte Frage. Aber Parteien sind auch nichts Starres , Unveränderbares und diejenigen, die heute in Parteien das Sagen haben gehen und andere werden morgen kommen. Diejenigen unter ihnen, die am schnellsten verstehen werden, dass man nicht mehr an den Bürgern und Bürgerinnen vorbei regieren kann, werden erfolgreich sein. Ansätze sind ja schon zu beobachten. Ein Bekenntnis zur „Bürgerbeteiligung“ führen ja schon viele im Munde. Mit verbalen Zugeständnissen aber werden wir uns nicht abspeisen lassen, sondern Politiker an ihren Taten messen. Die Aktion 21 hat einen umfangreichen Forderungskatalog zur Verbesserung der partizipativen Demokratie in Wien der zuständigen Vizebürgermeisterin am 5.7. übergeben. www.aktion21.at Weiters haben wir die bundesweite Vernetzung von Initiativen in allen Bundesländern initiiert.

Rohrers Reality-Check

Die Autorin

  • Anneliese Rohrer
    geboren 1944, war von 1974 bis 2005 bei der "Presse" als innenpolitische Journalistin, Ressortleiterin Innen- und Außenpolitik tätig. Seit 2009 ist sie Kolumnistin bei der "Presse".

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