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Iran: Ein Land zwischen Ayatollahs und Atomdeals

DossierHassan Rohani bleibt politischer Chef im Land, trotz des nur zähen Aufschwungs im Land, der ihm von seinen erzkonservativen Gegnern vorgeworfen wird. Das politische und wirtschaftliche Umfeld im Iran ist kein einfaches.
von Martin Gehlen, Duygu Özkan, Matthias Auer, Wieland Schneider, Thomas Vieregge und Klemens Patek

Es dauerte 13 Jahre, bis es im Juli 2015 eine historische Einigung bei den Atomverhandlungen mit dem Iran gab. Irans Präsident Hassan Rohani erklärte, das Abkommen öffne "neue Horizonte". Die Einigung zeige, dass "Gott die Gebete der Nation erhört hat", sagte er in einer Fernsehansprache. US-Präsident Barack Obama sagte im US-Fernsehen, für den Iran sei nun "jeder Pfad" zur Atombombe abgeschnitten. Die Verbreitung von Atomwaffen im Nahen Osten sei "gestoppt".

Fast zwei Jahre später sitzt im Weißen Haus in Washington ein anderer Präsident und im Iran stellt sich Hassan Rohani der Wiederwahl. Rohani gilt als Öffner und Imageverbesserer des Irans und muss sich in seinem Land dennoch harter Kritik stellen, denn die Wirtschaft ist längst nicht so gut in Schwung gekommen, wie erhofft. Auch die ausländischen Investoren zieren sich. Das gab dem verbliebenen erzkonservatien Rivalen Rohanis, Ebrahim Raissi, Angriffspunkte. Er präsentierte sich als Verteidiger der Armen und Arbeitslosen und warf Rohani vor, keinen Nutzen aus dem Atomabkommen gezogen zu haben. Statt weiterer Öffnung spricht er von einer "Widerstandswirtschaft". Dass in den USA nun Trump an der Macht ist, macht es für Rohani auch schwierig, seinen Anhängern eine gesunde Partnerschaft mit den USA zu verkaufen.

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Über dieses Dossier

Kaum ein Land wird derart beeinflusst durch ein kompliziertes System im Spannungsfeld zwischen Politik und Religion, zwischen persönlichen Feind- und Freundschaften und historischen Wendepunkten wie der Iran. Lesen Sie in unserem umfangreichen Dossier alles, was Sie über das Land zwischen Ajatollahs und Atomdeals wissen müssen.

Präsident Hassan Rohani hat seinem Land nach dem Atomdeal im Juli 2015 wirtschaftlichen Aufschwung versprochen. Dieser kommt nur verzögert an, was es seinem politischen Konkurrenten Ebrahim Raissi ermöglicht, im Wahlkampf gegen ihn Stimmung zu machen - nicht allzu erfolgreich. Präsident Rohani wurde am Freitag mit deutlich über 50 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang in seinem Amt bestätigt. 

Wir zeigen, wie das politische System im Iran funktioniert und welche Auswirkungen es auf die Präsidentschaftswahl hatte. Wir portraitieren die handelnden Akteure und zeichnen Wege, wohin sich der Iran in den nächsten Jahren entwickeln könnte - politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich.

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