Verbrecherjagd im EU-Binnenmarkt

DossierDas Management eines grenzenlosen Markts erfordert die Ahndung internationaler Verbrechen. Und die EU hat alle Hände voll damit zu tun, ihre Kräfte zu bündeln.
von Susanna Bastaroli, Gerhard Bitzan, Wolfgang Böhm, Oliver Grimm, Michael Laczynski und Thomas Roser

Es gehört zum Schicksal der EU, dass ihre Mitglieder politische Entscheidungen oft in umgekehrter Reihenfolge treffen. Zuerst wird eine Realität geschaffen, danach erst werden die damit verbundenen Probleme beseitigt. Das war beim Euro ähnlich wie bei der Inneren Sicherheit. So wurde bis 1993 ein Binnenmarkt aufgebaut, seit 1995 wurden schrittweise die Binnengrenzen geöffnet. Danach erst folgte die Erkenntnis, dass all das auch eine gemeinsame Kooperation von Polizei und Justiz erfordert. Erst 2009, viele Jahre nach Vollendung des Binnenmarkts und der mittlerweile fortschreitenden Umsetzung des Schengenabkommens, trat der sogenannte Lissabon-Vertrag in Kraft. Er machte die Innere Sicherheit zum gemeinsamen europäischen Anliegen, zur offiziellen Aufgabe der Gemeinschaft. Kriminalität im Internet, Wirtschaftsbetrug und die Migrationskrise stellen das System auf eine harte Probe. Es sind längst nicht alle Probleme gelöst.

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Über dieses Dossier

Die Europäische Union hat ein komplexes System entwickelt, um trotz eines gemeinsamen Marktes und offener Grenzen, Kriminalität länderübergreifend zu verfolgen. Dabei geht es längst nicht nur um Terror und Sicherheit. Brüssel versucht auf allen möglichen Ebenen zusammenarbeiten - mit unterschiedlichem Erfolg.

Dieses "Presse"-Dossier geht Steuerbetrügern, Menschenhändlern, Terroristen, korrupten EU-Beamten und Mafiosi in Geschäftsanzügen auf die Spur. Es beschreibt, wie die verschiedensten EU-Behörden versuchen, den Verbrechern Einhalt zu gebieten - und es zeigt auf, in welchen Bereichen es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

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