22.05.2013 18:52 Merkliste 0

Länder wehren sich gegen Angriffe der Ärzte-Allianz

09.07.2012 | 18:43 |  IRIS BONAVIDA (Die Presse)

Den Ländern die Spitäler wegnehmen? Die Fronten zwischen Ländern und Ärztekammer verhärten sich. Die Wiener Ärztekammer ist dafür. Der Minister verweist auf sein Reformvorhaben.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Mit seinem Vorschlag, im Zuge der geplanten Gesundheitsreform den Ländern die Verantwortung für die Spitäler zu entziehen, hat der neue, aus Tirol stammende Bundesärztekammerchef Artur Wechselberger gleich zu Beginn seiner Amtszeit aufhorchen lassen. Denn: Entscheiden die Länder, wohin das Geld fließt, bleibe für den niedergelassenen Bereich nicht viel an Ressourcen übrig.

Hinter den ÖVP-nahen Wechselberger stellt sich auch der neue Wiener Ärztekammerchef Thomas Szekeres, der dem SPÖ-Lager zuzurechnen ist. Er findet Wechselbergers Stoßrichtung „nicht unrichtig“ – nur eben nicht sehr realistisch.

Gegen die Ärzte-Koalition wehren sich allerdings die Länder: Dort will man von einem Aufgeben der Kompetenzen gar nichts wissen. Vor allem aus dem ÖVP-Lager häuften sich am Montag Reaktionen auf Wechselbergers Vorschlag. Für Tirols Landeshauptmann Günther Platter ist der Vorschlag „undenkbar“ – ebenso wie für Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer. Und der Vorarlberger Gesundheitslandesrat Christian Bernhard sagte den „Vorarlberger Nachrichten“: „Unsere Spitäler bleiben da, wo sie sind: nämlich bei uns.“

 

Die Kassen wollen zumindest mitreden

Auch Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) kann Wechselbergers Kritik „nicht nachvollziehen“ – er verweist auf die Grundsatzvereinbarung zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung für eine Gesundheitsreform. Diese sieht vor, dass Spitäler und der niedergelassene Bereich künftig gemeinsam aus einem „virtuellen Budget“ (mit Geldern von Bund, Ländern und Kassen) gesteuert werden. Wie das konkret funktionieren soll, ist allerdings noch offen. Diese gemeinsame Steuerung habe man schon 2005 mit den damaligen „Reform-Pools“ geschaffen, hält Wechselberger dem Minister entgegen. Von den Ländern seien diese Pools allerdings nie befüllt worden.

„Die Spitäler können ruhig bei den Ländern bleiben“, heißt es aus dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Wichtig sei nur, dass die Kassen mitreden können.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

14 Kommentare

Daß die Wiener dafür wären

versteht sich von selbst. Was wäre Wien ohne dem Westen? Darf ich die Krankenhaus Kultur Wiens, vor 50 Jahren, erinnern?!

Gast: patientin
10.07.2012 10:40
1 1

Ärzte gegen ELGA

die ärzte haben einfach nur angst, dass ihnen ihre Kontrolle, die sie bis jetzt hatten, aus den Händen gleitet. es ändert sich ja nicht viel! gespeichert sind die daten sowieso schon zentral dank der e-card!durch elga wird das Ganze nur vernetzt!

Antworten Gast: hoffentlich
10.07.2012 23:24
0 0

Re: Ärzte gegen ELGA

Hoffentlich steht Ihre komplette Krankengeschichte in der ELGA - mit allen körperlichen und seelischen Leiden, Behandlungen, mit allen aktuellen und alten Befunde - ausnahmslos. Nur so kann sich Ihr Arzt überall ein umfassendes Bild von Ihnen machen. Und die Datensicherheit ist ja zugesagt - also wird es so sein. Sie brauchen also keine Angst haben, weil es ändert sich für sie nicht viel -oder?

Re: Re: Ärzte gegen ELGA

nein!!! es ändert sich für mich nichts! ich habe kein problem damit!
mir ist es wichtig, dass ich bestmöglich versorgt werde, sollte ich einmal ärztliche Hilfe benötigen! und dazu gehört auch, dass der arzt, egal ob er mich vorher bereits behandelt hat oder nicht, darüber bescheid weiß, wie meine krankengeschichte bisher ausgesehen hat!

Bittere Medizin

Wechselbergersorgt für Aufregung weil er seine Aufklärungspflicht gegenüber den Patienten Spitalsbetreiber und Krankenkassen nachkommt. Solange Lokalpolitiker sich anmaßen mit Steuergelder in jedem Nest ein Spital finanzieren zu dürfen und Versicherungen Einpersonenunternehmer mit Monatseinkommen um 1000 € Selbstbehalte abknöpfen gehört ihnen eine ordentliche Dosis bitterer Medizin verordnet. Wechselberger wird die Dosis wohl noch gehörig steigern müssen bis die Medizin wirkt.


Ganz einfach, die Länder sollen den Krankenhauswahnsinn auch bezahlen!

Aber von den derzeitigen Steuern!

Dann hat sich das Gerülpse der Landeskaiser von Wien bis Bregenz erledigt!

Gast: Gelernter Österreicher
09.07.2012 20:01
4 0

Höchste Zeit dass man den Landeshauptläuten ihren Spielzeug wegnimt!

Bei Spitalsbauten kassieren die Parteien Millionen an Parteispenden.
Bei der Bestellung vom Personal haben die Parteien einen Trumpf in der Hnad.
Warum soll realistischerweise ein Landeshauptmann auf diese Macht verzichten wollen??

Warum wollen die Ärzte ELGA nicht

mal nachdenken, ach ja. Man muss doch die Privatspäre des Patienten schützen. Dabei stört mich nur eine kleine Unwichtigkeit. Seit wann interessieren sich die Ärzte für das Wohl des Patienten. Bis jetzt war es doch eher die Brieftasche oder der Versorgungsjob der sie interessierte.

Was ist also der echte Grund. Vielleicht stört es die Weisskittel dass ihre Leistng (und Unleistung) etwas messbarer wird. Ja, unsere Götter in weiss haben es gut. Nach dem Motto "ich mach halt was ich kann und wenn das schiefgeht dann war die Natur eben stärker - da kann man nichts machen" schummelt sich selbst der unfähigste Kurpfuscher noch durchs System. Und wenn etwas passiert (was öfter der Fall ist als man gerne denken möchte) dann lassen sich Papierakten im Nachhinein leichter berichtigen als die bösen elektronischen denn was dort einmal drinsteht lässt sich nicht so einfach spurlos verschwinden. Man denke nur an all die aufgebrachten Patienten die Erklärungen für Pfusch und Unterlassungen oder unnötige Behandlungen verlangen oder - man wagt ja gar nicht daran zu denken - Klagen wegen Ärztepfusch.

Nein, nein, die Welt ist besser wenn der Patient nicht zuviel weiss weil zuviel an Informationen den armen Patienten ja nur verwirren könnte. Da könnte dem doch alles mögliche einfallen und das wollen wir nicht deswegen - zum Wohle des Patienten - weg mit dem bösen ELGA.

Antworten Gast: wird ranzig
09.07.2012 15:50
1 1

Re: Warum wollen die Ärzte ELGA nicht

ich denke nicht, dass sich das durch elga ändert. wir haben ein generelles problem mit der überlastung der ärzte.
ich kenne 3 junge ärzte(krankenhaus) und möchte nicht mit ihnen tauschen. alleine um ein fachpraktikum zu bekommen und die stunden die die arbeiten müssen. also mir wäre es lieber einen entspannten arzt zu haben der zeit hat und nicht bereits seit 22 stunden im dienst ist um dann bei meinem oberschenkelhalsbruch zu assistieren.
ich kenne auch einen privaten arzt der die krankenkasse einfach ablehnt da sie massenabfertigung verlangt um die schulden für die praxis zu bedienen. wenn man nicht einen schnitt von ca. 40 patienten am tag macht kann man einpacken.
ich denke es liegt an der zeit, man darf auch nicht vergessen wie anstrengend dieser job ist. menschliche komponente und richtig grausige sachen muss man auch verkraften, dann noch keine fehler machen obwohl man eh nicht viel geschlafen hat?
keine Ärzte, keine Ausbildungsplätze und wir reden jetzt schon davon , dass ein ärztemangel entsteht bzw. existiert. aber uni zu und ruh...
ich bin kein arzt und auch kein medstudent. sondern angepisst wenn ich zum arzt gehe.

Re: Re: Warum wollen die Ärzte ELGA nicht

Sie haben nicht Unrecht. In mancher Hinsicht ist der Beruf nicht so schön aber das ist Supermarktkassiererin auch nicht und die kriegt die Folgen ihrer Fehler ziennlich schnell und voll zu spüren.

Ich habe leider ein Opfer eines Medizinerpfusches in der Familie und durfte damals die volle Macht und Brutalität der Medizinermafia am eigenen Leib verspüren. Ich vertrat meinen Verwandten damals. Das war unter der untersten Schublade. Ich hatte damals auch einige überraschend positive Momente aber allgemein hat mich die Niedertracht der Mediziner damals angewiedert und so ganz dürfte ich mich von damals noch nicht erholt haben.

Die Mediziner und das Spital gaben damals übrigens nach zähem Ringen und nachdem sie festgestellt hatten dass selbst die brutalsten Erpressungsversuche nichts fruchteten, klein bei und drängten auf aussergerichtliche Einigung. Wohl um zu Verhindern dass sich der Staatsanwalt dienSache einmal anschaut. Mein Verwandter hatte dann doch Angst und einigte sich. Es wurde ihm ofen gesagt dass man dafür sorgen werde dass ihn niemand mehr behandelt fals er sich blöd aufführt. Mein Verwandter ist seitdem stark behindert.

Soviel zu den armen Ärzten. Aber es gibt überall Ausnahmen.

1 0

Hat Dr. Wechselberger Zahnarztangst?

Nach dem Foto weist er eine wenig strahlende Zahnlücke im Unterkiefer auf.

1 0

Hier wird soeben verkündet, dass ab Donnerstag Abend kein praktischer Arzt mehr erreichbar ist!


2 4

wann wird die macht der möchtegern götter in weiß endlich zurückgestutzt?

ärzte spielen sich auf als wären sie die einzigen die heilen können.
sie werden gut bezahlt,haben sonder privilegien sonderzahl!
primarii stolzieren wie pfaue durch ihre abteilungen!
die ärztekammer denk sie kann uns und die versicherungen ausbeuten!

Antworten Gast: super ideeee
10.07.2012 23:45
1 0

Re: wann wird die macht der möchtegern götter in weiß endlich zurückgestutzt?

Jeder behandelt sich selber, am besten mit Dr. Google, und: aufpassen und gsund bleiben! Früher ging`s auch ohne Ärzte - Topfen ist wirksam und schmeckt auch gut.

Schlagzeilen Gesundheit