Deutsche und österreichische Gefäßforscher haben die erste Risiko-Skala für Patienten mit stabiler koronarer, also die Herzkranzgefäße betreffende, Herzkrankheit entwickelt und zum Patent angemeldet. Das soll die Behandlung individueller machen und in der täglichen Praxis bessere Prognosen ermöglichen.
"Solche Risiko-Scores gab es bisher schon für die primäre Verhinderung der koronaren Herzkrankheit und für Patienten mit akutem Koronarsyndrom (instabile Angina pectoris, Herzinfarkt, Anm.). Für Kranke mit einer stabilen Koronarkrankheit existierte das noch nicht", erklärte Alexander Niessner von der Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II der MedUni Wien am AKH.
Die Wissenschaftler suchten deshalb nach den in der täglichen Arbeit praktikabelsten und aussagekräftigsten Parametern, um das Langzeit-Risiko von Menschen mit durch Atherosklerose verengten Herzkranzgefäßen ohne akuten Bedarf einer Gefäßdilatation bzw. Stent-Implantierung oder einer Bypass-Operation zu bestimmen. Danach sollte sich ja eine möglichst individuell abgestimmte medikamentöse Therapie richten.
Parameter im Überblick
Die Autoren der vor kurzem im "European Heart Journal" publizierten Studie unter Federführung von Georg Goliasch nahmen insgesamt 547 derartige Patienten auf und überwachten sie im Durchschnitt 11,3 Jahre lang. Aus den verschiedensten Daten wurden schließlich folgende Parameter als am aussagekräftigsten identifiziert:
- das Alter
- die Pumpfunktion der linken Herzkammer (linksventrikuläre Auswurffraktion; LVEF)
- die Konzentration des Cholinesterase-Enzyms (aus der Leber) und des Kreatinins (Nierenparameter)
- die Herzfrequenz und der HbA1C-Wert (mittelfristige Blutzuckerkonzentration)
(APA)
















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