Die Organisatoren der Olympischen Spiele in London haben Angst vor Epidemien. Ärzte und Krankenhäuser sollen daher bestimmte Symptome sofort einer zentralen Stelle melden. 660.000 erwartete Besucher während der Spiele bergen die Gefahr, dass Epedemien eingeschleppt und danach in alle Welt verbreitet werden könnten, warnt die britische Gesundheitsschutzbehörde.
"Am wichtigsten ist es, sobald wie möglich zu wissen, was vor Ort passiert, so dass wir schnell reagieren können, wenn etwas Ungewöhnliches passiert", erklärt Brian McCloskey, Olympia-Beauftragter der britischen Gesundheitsschutzbehörde HPA. Es gibt dafür eine Zusammenarbeit mit Experten in Toronto und dem Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm.
Auch wenn sich nicht alle Krankheiten auf den ersten Blick diagnostizieren lassen, so kann man aber Durchfall leicht erkennen und an die HPA-Zentrale melden, meint ein kanadischer Epidemie-Experte. Sollte sich eine schlimme Epidemie andeuten, könnte die Gesundheitsbehörde so viel schneller reagieren.
Masern sind die größte Angst
Im Zentrum der Angst stehen Masern, denn unter den Besuchern erwartet man viele ungeimpfte Europäer. In einigen Ländern Europas steigt die Zahl der Masern-Erkrankungen, da junge Erwachsene nicht oder unzureichend geimpft sind. Bei den Olympischen Winterspielen vor mehr als zwei Jahren in Vancouver stieg die Zahl der Masern-Fälle auf 85, sonst liegt sie in dieser Region durchschnittlich bei vier.
Man orientiert sich in London an der raschen und effektiven Vorgehensweise der saudi-arabischen Behörden, als vor drei Jahren während der traditionellen Pilgerreise nach Mekka die Schweinegrippe (H1N1) ausgebrochen ist. Damals wurden die Pilgerströme beobachtet und im Krankheitsfall die Betroffenen von der Gruppe isoliert. Zusätzlich gab es eine zentrale Datenbank für die Suche nach Symptomen.
McCloskey glaub eigentlich nicht an einen tödlichen Grippevirus während der Großveranstaltung, doch eines weiß er jetzt schon sicher: "Es wird mehr Durchfall und Erbrechen geben, weil neue Fast-Food-Läden für gewöhnlich mehr Lebensmittelvergiftungen verursachen."
(APA)
















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