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Krebspionier Veronesi will Lungenkarzinom besiegen

26.09.2012 | 09:51 |   (DiePresse.com)

Der "Erfinder" der brusterhaltenden Mammakarzinom-Therapie sucht "10.000 Raucher, um die Lunge zu retten."

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Eine möglicherweise zukunftsweisende Nachricht bei der Bekämpfung von Lungenkrebs: Der weltweit bekannte italienische Krebspionier Umberto Veronesi will über eine einer Studie mit 10.000 Rauchern die Früherkennung revolutionieren. Das soll die Lungenkarzinomerkrankung heilbar machen.

Der Hintergrund: Weltweit erkranken jährlich rund 1,6 Millionen Menschen an einem Lungenkarzinom (1,1 Millionen Männer und 500.000 Frauen). Veronesi, ehemals "Erfinder" der brusterhaltenden Mammakarzinom-Therapie und Begründer des Europäischen Instituts für Onkologie in Mailand vor einigen Tagen gegenüber der italienischen Tageszeitung "La Repubblica": "Heute werden 70 Prozent der Lungentumore erst entdeckt, wenn sie fortgeschritten sind. Sie sind dann zumeist inoperabel und nur noch zu einem geringen Teil heilbar. (...) Internationale Studien haben gezeigt, dass bei 80 Prozent der Patienten mit einem Lungenkarzinom im Frühstadium eine Operation möglich und ein hoher Prozentsatz bei zusätzlicher Chemotherapie heilbar ist."

Regelmäßige CT-Untersuchungen für Raucher

Genau darauf deutete erstmals eine wissenschaftliche Studie hin, die im Jahr 2010 veröffentlicht wurde: Durch regelmäßige Computer-Tomografie-Untersuchungen bei langjährigen Rauchern hatte man die Mortalität bei Lungenkrebs infolge der vermehrten Früherkennung um 20 Prozent senken können. Derzeit überleben nur zehn bis 15 Prozent der Erkrankten fünf Jahre. In Österreich starben im Jahr 2009 2400 Männer und 1200 Frauen an einem Lungenkarzinom.

Veronesi und sein Team wollen nun diese Studie (COSMOS) ähnlich wiederholen und mit neuesten Methoden ergänzen. Der hochbetagte Wissenschaftler: "Ich suche 10.000 Raucher, um die Lunge zu retten." In die Untersuchung wurden bereits 1000 Probanden mit einer Raucherkarriere von mindestens 30 Jahren (20 Zigaretten täglich) aufgenommen. Sie wird in Mailand, Rom, Florenz, Palermo und Aquila/Pescara durchgeführt.

Ergebnis nach fünf Jahren

Im Rahmen der Untersuchung bekommen die Probanden einen Lungen-Check-Up. Durch einen Labortest auf DNA-Veränderungen als mögliche Hinweise auf eine potenziell entstehende Tumorerkrankung sollen die am meisten gefährdeten Personen herausgefiltert werden. Sie werden jährlich einmal per Spiral-Computertomografie (bildgebende Diagnostik mit niedriger Röntgenstrahlen-Dosis) auf Veränderungen untersucht. Der Rest der Probanden wird alle zwei Jahre per CT "getestet". Nach fünf Jahren soll das Ergebnis vorliegen, ob die Frühdiagnostik die Sterblichkeit wirklich senkt.

Veronesi, im Zweiten Weltkrieg als Partisane aktiv, vor einigen Jahren sogar italienischer Gesundheitsminister: "Ich verstehe die Raucher sehr gut. Ich habe selbst - die die meisten meiner Generation - in meiner Jugend zu rauchen begonnen. Die Zigarette war damals ein kleines Zeichen des Wohlstandes. (...) Die Raucher dürfen durch das Sozialwesen nicht einfach vergessen werden, weil sie eine falsche Wahl getroffen haben. Wenn es wahr ist, dass Gesundheit ein Recht und kein 'Muss' ist, hat die Medizin die moralische Verpflichtung, ihre Gesundheit zu schützen."

(APA)

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5 Kommentare
Gast: jurkov
26.09.2012 14:37
0 2

Tabak

>>"Wenn es wahr ist, dass Gesundheit ein Recht und kein 'Muss' ist, hat die Medizin die moralische Verpflichtung, ihre Gesundheit zu schützen."<<

Ja, und zwar in dem man den Tabak einfach verbietet.


Antworten Gast: I hoit
27.09.2012 13:24
0 0

Re: Tabak

Und den Alkohol bitte auch, der verursacht mehr Leiden als jedes andere Gift auf diesem Planeten.
Aber das Feierabendbier des durchschnittlichen Österreichers zu kritisieren wird nie gewagt werden.
Armes Land.

Re: Re: Tabak

Rauchen und Alkohol lässt sich nicht vergleichen. Der Raucher gefährdet andere, der Trinker nur sich selber. Das wäre lustig - Passivtrinken, ein billiger Rausch also.

Gast: jiri
26.09.2012 10:51
0 3

Wer sind da die Quacksalber?

Genetisch Belastete Raucher sollen 1x/Jahr per Computertomografie mit niedriger Röntgenstrahlung auf Veränderungen untersucht werden. Der Rest der Probanden wird alle zwei Jahre per CT "getestet". Nach fünf Jahren soll das Ergebnis vorliegen, ob die Frühdiagnostik die Sterblichkeit wirklich senkt.

Die ueblichen Taschenspieler-Statistiktricks unserer Mediziner. Wurde nicht im Artikel erwaehnt, dass die Krebssterblichkeit bei Lungenkrebs um 20% durch Frueherkennung gesenkt werden konnte?

Was jetzt, ist der Beweis fuer diese Behauptung doch noch ausstaendig? Und mit welchen statistischen Tricks will man die Sterblichkeit in 5 Jahren daurch senken?

VORSCHLAG: alle Raucher der Studie (oder allgemein alle Krebskranke) sollen ihre Blut/Gewebeproben gegen ein hohes Entgelt an die medizinische (Forschungs)Industrie verkaufen, denn sonst verscherben diese ihre Daten und Blut- und Gewebeproben und machen reichlich Geld damit!!!

Antworten Gast: Dr. Quakksalbe
26.09.2012 12:17
3 0

Re: Wer sind da die Quacksalber?

DU !!!!

verstehst du den Artikel wirklich zur Gänze nicht ?

Schlagzeilen Gesundheit