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Brech-Durchfall: Krankheitswelle in Ostdeutschland ebbt ab

30.09.2012 | 14:41 |   (DiePresse.com)

Behörden geben eine erste Entwarnung, der Höhepunkt sei bereits überschritten. Die Ursache der Krankheitswelle ist weiterhin unklar.

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Die Welle der Brechdurchfall-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Ostdeutschland ebbt ab. Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtete am Sonntag, der Höhepunkt der gemeldeten Fälle sei bereits am vergangenen Mittwoch und Donnerstag erreicht worden.

Nach Mahlzeiten in Schulen und Kindertagesstätten waren mit Stand vom Sonntag mindestens 8.365 Jugendliche und Kinder sowie einige Erwachsene in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erkrankt. Die Ursachen der Erkrankungen sind aber noch nicht geklärt.

Das für Ernährung zuständige Bundesministerium geht aber davon aus, dass es "nach den vorliegenden Zahlen deutliche Anzeichen für Entspannung gibt." Dies sagte Ministeriumssprecher Holger Eichele der Nachrichtenagentur dpa. Betroffen waren 342 Schulen und Kindergärten. Alle wurden von demselben Caterer Sodexo aus dem hessischen Rüsselsheim beliefert.

Caterer unter der Lupe

Die Experten der eigens eingerichteten Task-Force untersuchten vor allem Proben von Essenslieferanten, die Speisepläne und Lieferwege und werteten Laborergebnisse aus. Dabei gab es am Wochenende erste Anhaltspunkte: In Sachsen und Thüringen ist das hochansteckende Norovirus in einigen Fällen als Erreger nachgewiesen worden. Es führt zu Durchfall und Erbrechen und geht oft mit Schmerzen, Übelkeit und Fieber einher.

Doch bei der Bewertung dieser Ergebnisse sind die Behörden vorsichtig. Sie haben offenbar Lehren aus der zum Teil chaotischen EHEC-Krisenbewältigung gezogen, die etliche Todesfälle gefordert hatte. Es wird weiterhin ermittelt, ob ein bakterieller Wirkstoff (Toxin) die Ursache ist.

Fachleute gehen weiter davon aus, dass es noch andere Ursachen für die Erkrankungswelle geben muss. Im Verdacht haben die Gesundheitsbehörden auch die Bakterienart Bacillus cereus, wie Jürgen Ziegenfuß, Abteilungsleiter im Landesamt für Lebensmittelsicherheit in Thüringen, sagte. Das Bakterium bildet Gifte (Toxine) aus, die hitzebeständig sind. In Thüringen wurde der Erreger seit Ausbruch der Krankheitswelle in zwei Laborproben nachgewiesen. "Für eine belastbare Aussage ist das aber zu dünn", sagte Ziegenfuß am Sonntag.

Das RKI berichtete, als "mögliche Auslöser sind Norovirus oder Toxine von toxinbildenden Bakterien (z.B.: Staphylococcus aureus, Bacillus cereus, Clostridium perfringens) in Betracht zu ziehen." Human- und Lebensmittelproben würden weiter untersucht.

Der Verlauf der meisten Erkrankungen sei "kurz und unkompliziert", berichtete das RKI. "Es besteht kein Hinweis auf eine nennenswerte Anzahl von Sekundärinfektionen." Deshalb gehen die Behörden davon aus, dass die Erkrankungen zumeist nicht ansteckend sind.

Bisher mussten nur 23 Personen stationär in eine Klinik. In Berlin waren es zum Beispiel drei Patienten, von denen bis zum Freitag zwei wieder entlassen worden seien, wie die Sprecherin der zuständigen Senatsverwaltung sagte. Auch in den anderen Ländern waren die meisten Patienten nur kurz im Krankenhaus.

(APA/dpa)

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