Die Knochenschwundkrankheit Osteoporose tritt zwar vermehrt im höheren Lebensalter auf, im Zusammenhang mit Alkoholismus erhöht sich das Risiko, daran zu erkranken, jedoch auch bei jungen Männern. Das fanden Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck bereits 2010 heraus. In einer Folgestudie belegten sie nun, dass schon nach achtwöchiger Abstinenz eine deutliche Verbesserung des Knochenstoffwechsels feststellbar ist und auch sportliche Aktivität positive Effekte mit sich bringt.
Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Alcoholism: Clinical & Experimental Research". Das teilte die Universität heute, Mittwoch, in einer Aussendung mit. Die Osteoporose, eine der häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter, ist durch eine Abnahme der Knochendichte und folglich erhöhte Anfälligkeit für Knochenbrüche gekennzeichnet. Obwohl Osteoporose vor allem bei Frauen nach der Menopause diagnostiziert wird, wirken sich auch andere Faktoren wie verschiedene Medikamente oder chronische Erkrankungen negativ aus. Alkoholmissbrauch und damit verbundene Effekte wie Unterernährtheit, Bewegungsmangel und Leberzirrhose beeinflussen den Knochenstoffwechsel ebenfalls negativ. Etwa ein Viertel aller Osteoporose-Erkrankungen betrifft Männer.
Nach acht Wochen wieder im Lot
Eine aktuelle Verlaufsstudie, die unter der Leitung von Peter Malik von der Innsbrucker Universitätsklinik für Biologische Psychiatrie durchgeführt wurde, belegt die Auswirkungen von Alkoholmissbrauch auf die Knochendichte. Malik: "Wir stellten fest, dass sich schon nach achtwöchiger Abstinenz annähernd ein Gleichgewicht zwischen Knochenanbau und -abbau einstellte, was im Umkehrschluss einen direkten Effekt des Alkohols auf die Funktion knochenbildender Zellen bei den zuvor alkoholkonsumierenden Patienten nahe legt."
Die Studienergebnisse der 53 während der Therapiedauer am Therapie- und Gesundheitszentrums Mutters (Tirol) abstinenten 21- bis 50-jährigen Patienten deuten außerdem darauf hin, dass sich auch sportliche Aktivität positiv auf den Knochenumbau auswirkt. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass jene alkoholabhängigen Patienten, die sich auch während des Trinkens regelmäßig bewegten, eine bessere Knochendichte aufweisen. Darum denken wir, dass Therapieprogramme zur Abstinenz immer auch Physiotherapie bzw. sportliche Angebote miteinschließen sollten", so Malik.
Der Suchtexperte rät dazu, eine Knochendichte-Messung bei alkoholabhängigen Patienten durchzuführen, vor allem dann, wenn weitere Risikofaktoren wie Ko-Medikation mit negativer Wirkung auf den Knochenstoffwechsel oder Nikotinkonsum vorliegen.
(APA)
















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