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Verunreinigtes Medikament: Bereits zwölf Tote in den USA

11.10.2012 | 12:26 |   (DiePresse.com)

Fast 140 Menschen sind an Meningitis erkrankt. Das Medikament wurde bei chronischen Entzündungen gespritzt. Es war mit Pilzen verseucht.

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Die von einem verunreinigten Medikament ausgelöste Meningitiswelle in den USA weitet sich aus. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) in Atlanta vom Mittwoch starb ein weiterer Mensch an der Hirnhautentzündung. Damit stieg die Zahl der Toten auf zwölf.

In den inzwischen zehn betroffenen Bundesstaaten waren 137 Erkrankte gemeldet, 18 mehr als am Vortag. Sie hatten das Mittel in den Rücken gespritzt bekommen.

Medikament mit Pilzen verseucht

Das vor allem bei chronischen Entzündungen eingesetzte Medikament war mit Pilzen verseucht. Die dadurch ausgelöste Form der Hirnhautentzündung ist nach Angaben der Behörde nicht ansteckend. Wie es genau zu dieser Verunreinigung kam, sei noch unklar.

Insgesamt hatten 76 medizinische Einrichtungen das Präparat mit dem Wirkstoff Methylprednisolon-21-Acetat erhalten. Es wurde den Patienten in die Nähe des Rückenmarks injiziert. Das Mittel war nach CDC-Angaben in 23 der 50 Bundesstaaten geliefert worden. Mehrere Zehntausend Menschen könnten somit betroffen sein.

Nicht alle Patienten betroffen

Nicht alle Menschen, denen die Arznei gespritzt worden sei, erkrankten, betonte die Behörde. Mit dem Medikament behandelte Patienten, die jetzt etwa über Schmerzen klagten, sich schwach fühlten oder Fieber hätten, sollten aber ärztlichen Rat suchen. Einige Menschen hätten nach der Injektion Schlaganfälle erlitten.

Tennessee bleibt der Schwerpunkt der Meningitiswelle. Ein Drittel der Erkrankten (44) und die Hälfte der Todesfälle (6) wurden in dem Südstaat registriert. Die beiden anderen Brennpunkte sind das nicht weit entfernte Virginia mit 27 Erkrankten und einem Toten und das weit im Norden gelegene Michigan. Hier starben drei Menschen, 28 Erkrankte wurden gemeldet.

(APA/dpa)

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11 Kommentare
Gast: Der Freie Geist
12.10.2012 22:37
0 1

Gegen die Pharmabranche

Eine "Studie" mit unwissenden Testpersonen? Behörden, die die Nebenwirkungen kannten und dennoch das Medikament zuließen.
Die Pharmabranche ist heutzutage zu allem fähig, Hauptsache Geld fließt...

Re: Gegen die Pharmabranche

Ja eh, Verunreinigungen mit Pilzen sind bekannte "Nebenwirkungen", die der Bevölkerung verschwiegen werden...meine Güte, die Paranoia hier ist manchmal schon erschreckend...

Antworten Gast: gast657
13.10.2012 06:47
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Re: Gegen die Pharmabranche

Zumindest ist Ihre Überschrift korrekt. Nur, im Artikel ist keine Rede von Studien, schon gar nicht mit unwissenden Testpersonen, sondern von einem Medikament das bereits zugelassen angewendet wurde. Medikamente werden fast immer trotz bekannter Nebenwirkungen zugelassen, denn dass ein Medikament gar keine Nebenwirkungen hat ist selten. Nur: der Vorteil muß überwiegen und in Relation zum Risiko stehen. Bei einem Kopfschmerzmittel sind Nebenwirkungen (z.B. Übelkeit) nicht akzeptabel, die man bei einem Chemotherapeutikum eventuell durchaus in Kauf nimmt. Außerdem treten NW unterschiedlich häufig auf, was auch berücksichtigt wird. Nun zu Ihnen Freier Geist: es steht Ihnen frei, auf die Einnahme jeglicher Medikamente zu verzichten. Wenn Sie Glück haben, leben Sie trotzdem gleich lang, die Statistik sagt was anderes. Aber gleich mal die ganze Branche reflexartig zu verdammen, läßt halt keinen Schluß zu ob Sie irgendeinen besseren Vorschlag haben. Bachblüten, Homöopathie oder Kräutertees vielleicht? Viel Spass damit, wenn Sie konsequent dabei bleiben, entlasten Sie damit vermutlich längerfristig unser Gesundheits- und das Pensionssystem.

Das große Sparen im Gesundheitsbereich trifft immer den Patienten

Conclusion (Jan/12) Source:ABA

Drug shortages have been growing in the United States and can have an alarming impact. Rationing is already occurring in many hospitals.27 The cost of trying to find substitute therapies or generics is estimated to be about $200 million annually.28 In order to successfully address this problem, efforts must be made by pharmaceutical manufacturers to prevent and remedy shortages; legislators to enhance oversight of manufacturers and enable solutions to shortages; and regulators to work with the pharmaceutical industry in solving and preventing shortages. Only time can tell if the current measures will have a lasting impact.

Antworten Gast: kh123
12.10.2012 01:29
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Re: Das große Sparen im Gesundheitsbereich trifft immer den Patienten

Und was genau hat ein Bericht über Versorgungsengpässe nun mit Sparen zu tun? Könnte nicht ein Teil dieses Problems daher kommen, dass strenge Vorschriften bei solchen Medikamenten bewirken, dass manche Chargen einfach nicht mehr in den Handel kommen. Konkret ist hier zwar ein Medikament auf den Markt gelangt, dass offensichtlich bestehende Spezifikationen unterlaufen hat, der Outcome wird aber wohl ein Versorgungsengpass sein, nicht durch Sparvorgaben ausgelöst, sondern durch Nichterfüllen von Sicherheitsvorgaben.

Gast: total geheim
11.10.2012 14:08
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In Österreich wurde

der Öffentlichkeit kürzlich verschwiegen, dass ein Kontaktgel, das für Ultraschalluntersuchungen verwendet wird, mit uU tödlich verlaufenden baktiellen Keimen verseucht war.

Antworten Gast: gast 356
12.10.2012 01:37
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Re: In Österreich wurde

"Der Öffentlichkeit verschwiegen" Das klingt so herrlich verschwörerisch. Nur: war OtherSonic in Europa auf dem Markt?

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Re: In Österreich wurde

Gibt es da auch noch exaktere Angaben?

Wenigstens im Krankenhaus könnte man erwarten,...

...dass man das Originalprodukt gespritzt bekommt und kein billiges Generikum Made in China.
Im Besitz einer Flugzeugträgerflotte die seinesgleichen sucht, aber dem eigenen Volk den größten Müll ins Kreuz "drücken".

Antworten Gast: kh123
12.10.2012 01:46
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Re: Wenigstens im Krankenhaus könnte man erwarten,...

Sorry, aber das ist einfach falsch. Im KH kriegt man Medikamente, die den selben Vorgaben entsprechen müssen wie außerhalb. Wie sollte man anderes rechtfertigen??? Aber andersrum und etwas zynischer gesagt: wenn Sie einen Arzt aufsuchen, können Sie vielleicht mitreden, ob Sie ein Generikum oder den Originator wollen, wenn Sie die Differenz selber zahlen, wenn Sie sich davon wirklich was versprechen. Aber KH müssen kosteneffizient sein, weil sich unser Gesundheitssystem sonst noch viel defizitärer wäre.

Re: Wenigstens im Krankenhaus könnte man erwarten,...

Zynisch, wenngleich recht real formuliert könnte das heißen: die Vereinigten Staaten sind eben ganz auf Töten eingestellt.

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