Kinder und Heranwachsende im frühen Jugendalter haben kaum ein Suizidrisiko. Doch die Gefährdung steigt in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen deutlich an. Oft stehen psychiatrische Erkrankungen im Hintergrund. Dies erklärte Paramala Santosh (Maudsley Hospital/London) am Sonntag beim Europäischen College für Neuropsychopharmakologie (bis 17. Oktober) im Austria Center Vienna.
"Suizid gilt als eine der häufigsten Todesursachen weltweit, wobei die Häufigkeit je nach Region, Geschlecht, Alter, Zeit, ethnischer Herkunft und wahrscheinlich auch Art der Todeserfassung variiert. Die meisten Personen, die aufgrund von Suizid versterben, leiden an psychischen Erkrankungen, insbesondere affektiven Störungen, Substanzmissbrauch und -abhängigkeit, Angsterkrankungen, psychotischen und Persönlichkeitsstörungen, und weisen generell ein hohes Maß an zusätzlichen Erkrankungen auf", erklärte der britische Suizid-Forscher.
Dritthäufigste Todesursachebei Teenagern
Gedanken an Selbstmord und selbstschädigende Verhaltensweisen können sowohl unabhängig voneinander als auch gemeinsam auftreten. Die Häufigkeit von suizidale Absichten und für Versuche bei Jugendlichen werden länderübergreifend mit 20 bis 20 Prozent bzw. etwa drei bis neun Prozent angegeben.
Der Experte: "Die Inzidenz (Häufigkeit pro 100.000 und Jahr, Anm.) von Suizidversuchen erreicht einen Höhepunkt während der mittleren Adoleszenz, wobei die Sterblichkeit aufgrund von Suizid, die während der Teenager-Jahre stetig zunimmt, in diesem Alter die dritthäufigste Todesursache darstellt."
Suizide bei Kindern und im frühen Jugendalter sind hingegen ein seltenes Phänomen. Die jährlichen Selbstmordraten bei den Fünf bis 14-Jährigen liegen weltweit bei durchschnittlich 0,5 pro 100.000 bei Mädchen und 0,9 pro 100.000 bei Buben und steigen in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen deutlich auf 12,0 pro 100.000 bei Frauen und 14,2 pro 100.000 bei Männern.
Hilfsangebote dringend notwendig
Das international registrierte Problem, so der Fachmann: "Während die Suizidraten bei älteren Personen in zahlreichen Ländern gesunken sind, zeigt sich in der jüngeren Bevölkerung ein Anstieg von Suiziden."
Hilfsangebote wären dringend notwendig. "Die Entwicklung von suizidaler Absicht zu selbstschädigendem Verhalten und weiter zum vollzogenen Suizid ist in keinem Fall unumgänglich. (...) Untersuchungen zufolge erhalten weniger als die Hälfte der Jugendlichen, die Suizid begehen, eine psychiatrische Behandlung", sagte Santosh.
(APA)
















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