13.03.2010 08:36 | Meine Presse Merkliste0

Preiswerter Zahnersatz muss nicht Billigsdorfer sein

15.06.2008 | 19:01 |  CLAUDIA RICHTER (Die Presse)

Im Inland oder Urlaub günstiger zu neuem Gebiss. Preisvergleiche zahlen sich aus.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Das war ein Fehler: Sich nicht vorab zu erkundigen, was eine Krone kostet, sondern dem langjährigen Zahnarzt blindlings zu vertrauen. Die böse Überraschung kam mit der Rechnung: 1400 € kostete das gute Stück, ein Preis, der schmerzt.

Wesentlich günstiger macht es unter anderem der Zahnarzt DDr. Franz Zach aus Steinakirchen am Forst. Er gibt den Preisvorteil, den die Prüser's Zahntechnik GmbH bietet, voll an den Patienten weiter. Bei Zahnärzten, die das ebenfalls tun, kostet dann eine Metall-Keramik-Krone 330 bis 400 €. Als Vergleich: Preise, die in der autonomen Honorar-Richtlinie der österreichischen Zahnnärztekammer angegeben sind: Eine Metall-Keramik-Krone ist hier mit 519 bis 700 € aufgelistet.

Allerdings handelt es sich nicht um verbindliche Preisempfehlungen. Sie werden von den von der Kammer eingerichteten Patientenschlichtungsstellen dann angewendet, wenn der angemessene Preis einer zahnärztlichen Leistung zu beurteilen ist. Für diese Zwecke gilt eine Bandbreite von minus 20 bis plus 30 Prozent der angeführten Summe als zulässig.


Um bis zu 60 Prozent günstiger

„Der Preis hängt schließlich von vielen Faktoren ab“, meint die Wiener Zahnärztin Dr. Doris Leitner, „wo ist die Krone, vorne oder hinten im Mund, aus welchem Material, welche Ansprüche hat der Patient? Ich kann ja auch einen Luxuswagen fahren oder einen Billigsdorfer-Auto.“

Billigsdorfer-Produkte würde er keinesfalls liefern, betont Mag. Bernd Prüser. „Wir können unsere Ware um bis zu 60 Prozent unter den Preisen anderer Labors weitergeben, weil wir einen Teil der Produktion in Partner-Labors in China und der Türkei ausgelagert haben.“ Bei diesen Ländern mögen bei vielen die Alarmglocken schrillen.


Ein österreichisches Produkt

„Jedes einzelne Labor ist vom süddeutschen TÜV nach der Isonorm zertifiziert, in jedem Labor arbeiten auch deutsche Zahntechniker und zwar ausschließlich mit westdeutschen Materialien“, beruhigt Prüser. Das Zahnmaterial werde dann in Wels endgefertigt, „wonach es rein rechtlich ein österreichisches Produkt ist“.

Auf dieses Produkt, so Prüser, gäbe es bei festsitzendem Zahnersatz fünf Jahre und bei herausnehmbarem Zahnersatz drei Jahre Garantie. Außerdem bekäme der Patient eine Konformitäts-Erklärung, in der genau aufgelistet sei, welche Materialien beim Zahnersatz verarbeitet worden sind.


Zahnersatz am Schwarzen Meer

Dennoch würde er indirekt von einigen Zahnärztekammern in den Bundesländern boykottiert. „Wir unterstützen Prüser's Zahntechnik in keiner Weise, aber wir können es auch nicht verhindern, der Dentalmarkt funktioniert im Prinzip wie jeder andere Markt auch“, sagt Dr. Jörg Krainhöfner, Jurist der österreichischen Zahnärztekammer.

Eine andere günstige Variante für ein neues Gebiss findet man im Ausland – aber nicht nur in Ungarn, wie viele jetzt vielleicht meinen, sondern auch in Bulgarien. Dort hat ein Schweizer Unternehmen in Varna die Zahnklinik Dentaprime errichtet. Die besteht unter anderem aus sieben Implantations- und fünf Prothetik-Räumen sowie aus einem zahntechnischen Labor.

Lokalaugenschein vor Ort: höchst modern, High-Tech-Geräte, die man in vielen österreichischen Zahnarztpraxen nicht findet. Etwa eine Intraoral-Kamera, mit der sich Bilder am Behandlungsstuhl machen lassen, oder den Computertomografen NewTom 3D Volumentomograf, der bessere Bilder liefert als ein herkömmliches Panorama-Röntgen.

„Mit dem Volumentomografen kann ich den Knochen von allen Seiten anschauen, der Sitz eines Implantats lässt sich mit den 3-D-Bildern optimal bestimmen. Ich sehe aber auch den Nervenkanal oder Entzündungsprozesse“, erwähnt Dr. Regina Schindjalova, medizinische Leiterin der Dentalklinik.


Kein Gipsabdruck mehr

Bestechend ist auch die Möglichkeit eines sogenannten optischen Abdrucks mit bildgebenden Verfahren. „Damit entfällt der Gipsabdruck, der sonst im Zuge einer Versorgung mit Kronen gemacht werden muss“, betont Schindjalova.

Und die Preise? „Ein Implantat kostet 720 €, eine Vollkeramik-Krone um die 400 €.“ Die Implantate stammten aus den USA und der Schweiz, auf jede zahntechnische Arbeit gäbe es zwei Jahre Garantie.

Bei rund 30 Prozent der Patienten, so Schindjalova, sei vor der Setzung eines Implantats ein Knochenaufbau nötig. Ein großflächiger Sinuslift koste bis zu 880 €, (Sinuslift: in den abgebauten Kieferknochen wird eine Verstärkung eingebaut). „Solche Patienten müssen natürlich nach acht, neun Monaten wieder kommen, bis der Knochen eingeheilt ist.“


8000 statt 17.000 Euro

So eine Patientin ist etwa die 39-jährige Manuela B., Diskontverkäuferin bei Lidl in München. „Ich muss wahrscheinlich noch zweimal kommen“, erzählt sie. Sie hätte ein ziemlich schlechtes Gebiss, in Deutschland hätte sie für die Sanierung 17.000 € zahlen müssen, „hier kostet es mich rund 8000 €.“ Ohne Flug und Aufenthalt freilich, „aber da gibt es sehr günstige Angebote.“

Infos für Kontakt aus Österreich: Telefon: 00800 92 46 27 87, Gebührenfrei, deutschsprachig, Mo-Fr 08.00-16.30 Uhr.

www.dentaltrade.at

www.dentaprime.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2008)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

4 Kommentare
Gast: dolorosa42
17.11.2009 18:29
0 0

Zahnersatz am Schwarzen Meer

Trotz 3D Volumentomograf Implantate an falscher Stelle gesetzt und Okklusionsdefizite , abgesehen von unötig vorgenommener WSR an tief zerstörtem Zahn! Alles gutachterlich belegt!
Folge: Schmerzen ohne Ende und viele Kosten!


NeroRosso
16.06.2008 11:23
0 0

Die billigste Krone

ist: regelmäßige Zahnpflege!

Antworten Gast: grubenhund
16.06.2008 18:04
0 0

Re: verbissenes bürsten

dient doch nur der Beseitigung von Fingerabdrücken der Zahnklempner. (Verwenden neuerdings Handschuhe, um erst gar keine zu hinterlassen).

Antworten Antworten Gast: widerlicher Quertreiber unterwegs
17.06.2008 22:46
0 0

Re: Re: verbissenes bürsten

im Vollbild?
obiger Hinweis stimmt voll und ganz und war gut gemeint
besser Ärzte streiken und kümmern sich um ihre eigene Existenz als um solch Kundschaft

Schlagzeilen Gesundheit

  • Billige Impfstoffe für arme Länder
    Nach einer Vereinbarung mit Medikamenten-Herstellern sollen 200 Millionen Impfeinheiten gegen die Pneumokokken verbilligt abgegeben werden. Das Projekt wird mit 1,5 Milliarden Dollar unterstützt.
    E-Medikation ist durch, Umsetzung bleibt offen
    Im österreichischen Gesundheitswesen soll 2012 ein neues Sicherheitssystem starten. Alle Medikamente, die ein Patient einnimmt, sollen dann auf der E-Card speicher- und abrufbar sein. Auf diese Weise dürften Mehrfachverordnungen und Wechselwirkungen reduziert werden.
    Berater, Coach, Diätologe - wer darf was?
    In dem Wirrwarr neuer Berufe rund um das Thema Ernährung, sind die Kompetenzen der einzelnen Berater nicht immer klar. Lesen Sie hier, wie weit ein Coach gehen darf und warum Ernährungswissenschaftler nicht mit Patienten arbeiten dürfen.
    Studie: Alte Männer sind sexuell aktiver
    Im Gegensatz zu ihren weiblichen Altersgenossen haben männliche Senioren ein stärkeres Interesse an Sex. 55-jährigen Männern stehen im Schnitt noch 15 weitere Jahre ihres Sexuallebens bevor.
    Neuen Faktor bei Schlaganfällen entdeckt
    Abwehrzellen wirken sich bei Schlaganfällen negativ auf den Organismus aus, diese zufällige Erkenntnis könnte einen neuen Ansatz in der Behandlung ergeben.
  • "Künstliche Bauchspeicheldrüse" für Diabetiker
    In Graz wird derzeit an einer "künstlichen Bauchspeicheldrüse" geforscht. Das Gerät soll außerhalb des Körpers getragen werden und Blutzucker und Insulindosis kontrollieren.
    Ernährung: Berater, Coach, Diätologe - wer darf was?
    In dem Wirrwarr neuer Berufe rund um das Thema Ernährung, sind die Kompetenzen der einzelnen Berater nicht immer klar. Lesen Sie hier, wie weit ein Coach gehen darf und warum Ernährungswissenschaftler nicht mit Patienten arbeiten dürfen.
    Ernährung der Mutter beeinflusst die Gene des Fötus
    Wissenschaftler vermuten unter anderen, dass männliche Föten häufiger bereits in der frühen Schwangerschaft absterben, wenn die Ernährungslage nicht optimal ist.
    Depression: „Stehen am Abgrund“
    Kritische Auseinandersetzung mit echter Depression und „erzeugter“ Krankheit.
    Salbei: Hervorragende Anti-Aging-Substanz
    Rosmarin, Thymian und Co bekämpfen freie Radikale und Entzündungen. Reichlicher und regelmäßiger Gebrauch ist aber Voraussetzung. Auch Tee und Olivenöl haben viele positive Wirkungen.
  • Mutter-Kind-HIV-Übertragung bis 2015 ausgerottet
    Steht ihnen genug Geld, nämlich bis zu 20 Milliarden Euro, zur Verfügung, wollen die Vereinten Nationen die Mutter-Kind-Übertragung von Aids und die Ausbreitung von Tuberkulose und Malaria in fünf Jahren komplett eindämmen.
    Steiermark: Hunde sollen Krebs frühzeitig erkennen
    Atemluft zum Einschicken bei Lungenkrebs. Ärzte orten Geschäftemacherei.
    Impfstoff soll Rückkehr von Leberkrebs verhindern
    Tübinger Forscher arbeiten derzeit an der Entwicklung eines "individualisierten" Impfstoffs, der das Wiederauftreten von Lebertumoren verhindern soll. In zwei Jahren startet das Prüfverfahren.
    Geschlechter-Irrtum bei Neugeborenen
    Das adrenogenitale Syndrom ist eine angeborene Erkrankung der Nebenniere. Die Folge: "Fast alle Mädchen haben ein vermännlichtes äußeres Genital". Mediziner betonen, dass es nach wie vor an Aufklärung fehlt.
    Grauer Star: Hormon-Einnahme schadet dem Auge
    Menschen, die sich einer Hormonbehandlung unterziehen, haben ein höheres Risiko an einem Grauen Star zu erkranken. Alkoholkonsum erhöht das Risiko enorm, der Genuss von Nikotin bleibt hingegen wirkungslos.