08.11.2009 11:15 | Meine Presse Merkliste0

Dank Therapien: Höhere Lebens-Erwartung für HIV-Infizierte

25.07.2008 | 14:14 |   (DiePresse.com)

Aus neuesten Studien geht hervor, dass die Lebenserwartung von HIV-Patienten in den vergangenen Jahren durch Kombinationstherapien stark gestiegen ist.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren
Forscher sehen die Immunschwächekrankheit Aids mittlerweile nicht mehr als tödliche, sondern als chronische Krankheit. Die Lebenserwartung von erkrankten Patienten ist von 1996 bis 2005 in den Industrieländern um 13 Jahre gestiegen, wie Aids-Experten im britischen Medizinjournal "The Lancet" berichteten. Die Forscher werteten 14 Studien aus Europa und Nordamerika aus. Nach ihren Berechnungen hat ein 20-Jähriger, der zwischen 2003 und 2005 eine Behandlung mit den antiretroviralen Medikamenten begonnen hat, im Mittel noch fast 50 Jahre zu leben.

Trotz dieser positiven Entwicklung erreichten die Infizierten aber noch nicht die normale Lebenserwartung, so Robert Hogg vom British-Columbia-Aids-Zentrum in Vancouver und Prof. Jonathan Sterne von der britischen Universität Bristol. Außerdem gebe es große Unterschiede unter den Patienten. So würden HIV- infizierte Drogenabhängige der Statistik zufolge oft deutlich früher sterben.

Sex ohne Kondom

In derselben "Lancet"-Ausgabe üben Aids-Experten scharfe Kritik an Kollegen aus der Schweiz, die Sex ohne Kondome für einen begrenzten Kreis von Patienten mit deren festen, nicht-infizierten Partnern für vertretbar halten. So ist ungeschützter Geschlechtsverkehr nach Ansicht der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen bei jenen Patienten zu verantworten, in deren Blut über längere Zeit keine Viren mehr nachgewiesen worden sind. Der Forscher David Wilson aus Australien hält diese Empfehlung für viel zu gefährlich.

Der Wissenschafter und seine Kollegen von der Universität New South Wales in Sydney errechneten das Risiko für Partner, die nach den Empfehlungen der Schweizer ungeschützt Sex miteinander haben dürfen. Das Ergebnis: Bei Homosexuellen steigt das Infektionsrisiko um das Vierfache an im Vergleich zu Paaren, die Kondome benutzen. Auch bei Heterosexuellen gebe es eine geringe Ansteckungsgefahr.

(Ag.)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

2 Kommentare
Fragender
25.07.2008 17:02
0 0

Wie steht die katholische Kirche zu Kondomen bei HIV-Positiven?


.

Steininger
29.07.2008 03:45
0 0

Re: Wie steht die katholische Kirche zu Kondomen bei HIV-Positiven?

Was fragen Sie da nur. Natürlich hilft nur Keuschheit. Kondome und sonstige künstliche Verhütungsmittel sind verboten. Auch wenn sie Krankheiten verhüten!

Schlagzeilen Gesundheit

  • Neue "Omega-3-Bombe": Fisch aus der Apotheke
    Ein Unternehmer aus Niederösterreich hatte die Idee für die Zucht einer besonders gesunden und "sportlichen" Fischart. Der "Kavalierlachs" hat einen überdurchschnittlich hohen Omega-3-Anteil und wird Apotheken verkauft.
    Relax Guide: Wellnesshotels "haben nachgelassen"
    Vor allem in weniger erfolgreichen Hotels wird gespart – schlechte Massagen und ein Rekordverlust an Bewertungspunkten im neuen Relax Guide gehören zu den Folgen.
    Schweinegrippe: Ärztekammer wirbt für die Impfung
    Zuerst sollen sich Schwangere und chronisch Kranke gegen das H1N1-Virus impfen lassen, sagt die der Chef der Ärztekammer. Später möglichst viele andere.
    Ärzte drohen mit Ausstieg aus Sanierungspakt
    Sparen allein reicht den Ärzten nicht, sie wollen auch Besserstellungen, etwa durch Ärztegesellschaften. Die Ärzte-GmbH müsse kommen, "ohne Wenn und Aber und wie die anderen Maßnahmen bis 1.Jänner."
    Glücksspiel: "Jeder von uns kann abhängig werden"
    Harvard-Professor Howard J. Shaffer und Österreichs führender Suchtexperte Michael Musalek im Gespräch: Warum es immer Spielsüchtige geben wird und Casinos trotzdem kein gutes Geschäft mit ihnen machen.
  • Kassenreform: Radikalumbau im Gesundheitswesen
    Ärzte und Krankenkassen werden nun auch vom Gesetzgeber zum Sparen gezwungen. Die Stadt Wien reduziert 334 Spitalsbetten bis 2015, baut bei Tageskliniken und Ordinationen aus.
    ...und von Erde leben wir
    In vielen Weltregionen gibt es Menschen, die Erde essen. Die Gründe sind vielfältig: Teils ist es Ritual, teils purer Hunger. Meist tun es Frauen. Und oft ist's Ausdruck einer Geisteskrankheit.
    Rotwein: Alkohol kann töten und lebensverlängernd wirken
    Der gut untersuchte Rotwein-Inhaltsstoff Resveratrol verlangsamt die Zellalterung und schützt das Herz.
    Brustkrebs: Krebstherapie wird immer individueller
    Österreichische Ärzte haben große Fortschritte in der Behandlung des Mammakarzinoms gemacht. In der Krebstherapie geht man generell immer mehr in Richtung maßgeschneiderter und gezielter Behandlung.
    Mechanismus für Entstehung von Leberzellkrebs entdeckt
    Jährlich sterben weltweit 500.000 Menschen an Leberkrebs. Forscher erkannten nun, was zur Entstehung eines Tumors führt. "Das Blockieren des Signalwegs könnte neue therapeutische Ansätze zur Behandlung" eröffnen.
  • Milch, Obst, Fisch: Unverträglichkeiten nehmen zu
    Ärzte warnten am Donnerstag in Wien, dass immer mehr Menschen Abbaustörungen haben. Diese treten häufiger auf als Lebensmittel-Allergien. Probleme gibt es mit der richtigen Diagnose von Intoleranzen.
    Schweinegrippe: Reicht eine Impfung?
    Laufende Studien liefern Hinweise, dass die zweite Injektion nach drei Wochen nicht nötig sein könnte. Die Entscheidung dürfte aber noch einige Wochen dauern. Indes läuft am Dienstag die Impfaktion an.
    Jedes zweite "gesunde" Produkt ist wirkungslos
    Manche Nahrungsmittel machen angeblich schlank, schön oder regen zumindest die Verdauung an. Doch nicht einmal die Hälfte hält, was sie verspricht. Daher untersucht die EU nun gesundheitsbezogene Werbeversprechen.
    Erstes Hauttumorzentrum Österreichs eröffnet
    Diagnostik, Therapie und Nachsorge in einem Haus, dem will das Klinikum Wels-Grieskirchen ab November gerecht werden. Die Zahl der Patienten, die an Hautkrebs erkranken, ist in den vergangenen Jahren massiv gestiegen.
    Zeitumstellung: Morgenmenschen leiden eher
    Am 25. Oktober begann die "Winterzeit". Die Uhren wurden umgestellt - für einige kann das ein paar negative gesundheitliche Folgen haben. Die Schwankungen im biologischen Rhythmus können zu Beschwerden führen.