Keine Wurzelbehandlung mehr! Das verspricht Zahnarzt DDr. Klaus Kotschy 98 Prozent seiner Patienten. Einzige Bedingung: Sie sollen lieber schon beim kleinsten Schmerzempfinden zu ihm kommen, statt zu lange zuzuwarten. „Einer der größten Vorteile der mikroskopischen Zahnbehandlung ist, dass sie ein viel präziseres Arbeiten ermöglicht. Unter dem Mikroskop sehe ich die jeweilige Zahnregion in 24-facher Vergrößerung. Ich kann daher etwa so kleine Füllungen machen, dass ausreichend Sicherheitspolster Zahn zum Nerv über bleibt.“
Die Füllung wird nicht nur kleiner, sie kann auch genauer in den Zahn eingepasst werden. „Bei herkömmlichen Kunststoff-Füllungen kommt es oft nach einigen Jahren zu Kariesentwicklung unter dem Zahn. Die Karies dringt dann recht rasch bis zum Nerv vor – eine Wurzelbehandlung wird nötig. Mit dem Mikroskop kann ich die Füllung ohne Gussform machen – sie wird dadurch so dicht, dass sich darunter keine Karies bildet.“
Die klassische „Zahn-Karriere“ – Karies, Wurzelbehandlung, Wurzelspitzenresektion, Extraktion – kann so vermieden werden. Und selbst wenn der Zahn schon so weit geschädigt ist, dass die Pulpa (der Nerv) verletzt ist, bietet Kotschy Abhilfe. Ist die Wurzel nur leicht beeinträchtigt, reicht in der Regel eine Pulpenüberkappung – also Säuberung und dichte Füllung – aus.
Ist eine Wurzelbehandlung – also eine Entfernung von Zahnmark, Nerven und Entzündungsgewebe – nötig, geht auch diese unter dem Mikroskop präziser vor sich. „Denn die feinen Wurzelkanäle lassen sich so viel besser erkennen. Die Mikroskop-Zahnheilkunde verdankt ihre Entstehung der Endodontie. In den USA waren Endontologen die ersten, die mit Lupe und später mit Mikroskop gearbeitet haben.“
In Österreich war Kotschys Vater, Prof. Dr. Peter Kotschy, der erste, der sich mit Mikroskopie beschäftigt hat (siehe nebenstehendes Interview). Klaus Kotschy arbeitet seither in der ganzen Zahnheilkunde – inklusive Mundhygiene – nur noch ausschließlich mit dem Mikroskop.
Mikroskop statt Tastsinn
„In der Ordination meines Vaters habe ich gelernt, unter der Lupe und mit dem Mikroskop zu arbeiten. Leider gibt es hierzulande keine Ausbildung dafür. Ich habe mir das meiste selbst angeeignet – für meine erste Füllung habe ich fünf Stunden gebraucht. In den USA müssen Wurzelbehandlungs-Spezialisten mit dem Mikroskop umgehen können.“
Zwei weitere Bereiche, in denen die Mikroskopie Vorteile bringt, sind die Zahnstein-Entfernung und die ästhetische Zahnheilkunde. „In der Schweiz wurde von Prof. Ulrich Saxer an der Uni Zürich eine Studie durchgeführt, die besagt, dass bei herkömmlicher Zahnstein-Entfernung bis zu 30 Prozent des Zahnsteins in der Tasche bleiben. Die Rate wird in Österreich nicht viel anders sein. Grund dafür ist, dass die Tasche nicht gut einsehbar ist – weil es blutet und weil das Zahnfleisch direkt am Zahn anliegt. Es wird daher vor allem mit dem Tastsinn gearbeitet. Mit dem Mikroskop kann ich 98 Prozent des Zahnsteins sehen.“
Optimale Ästhetik ist ebenfalls durch die Präzision des Mikroskop-Arbeitens gewährleistet – kleine Füllungen können etwa nur von der Zahnhinterseite gemacht werden.
Bis zu 950 € für eine Füllung
Wer Blut nicht scheut, kann seine Behandlung „live“ mitverfolgen: Über eine „Eye-Trek-Brille“ sieht der Patient genau das, was der Arzt auch sieht. Selbst weniger Mutigen hilft die Brille: Sie können damit fernsehen, DVDs ansehen oder X-Box spielen – und sich so von der Behandlung ablenken.
Einen einzigen Nachteil hat die neue Methode: Sie kostet – Zeit und Geld. Zwei Stunden dauert eine durchschnittliche Behandlung bei Kotschy, zwischen 800 und 950 Euro zahlt man für eine Kunststoff-Füllung. 65 bis 140 € legt man für diese Füllung bei herkömmlicher Machart hin. Allerdings gibt Kotschy eine Zehn-Jahresgarantie auf seine Füllungen und Kronen.
■Mit der Mikroskopie in der Zahnheilkunde hat sich
Univ.-Prof. Dr. Peter Kotschy bereits vor zehn Jahren – und damit als erster in Österreich – beschäftigt.
■Einer der größten Vorteile: Das Mikroskop, das die jeweilige Zahnregion 20- bis 24-fach vergrößert, gewährt bessere Sicht und erlaubt weit präziseres Arbeiten und bestmögliche Erhaltung der Zahnsubstanz.
www.mikroskopzahnheilkunde.atwww.zahngarantie.at
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2008)

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''Bleiben die Patienten auf der Strecke?'' Ein Gesundheitsgespräch mit ''Presse'' und Pharmig.















