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Harnwegsinfekte: Nasse Badehose und Sex als Risikofaktoren

10.08.2008 | 18:53 |  CLAUDIA RICHTER (Die Presse)

Die Einmal-Gabe eines speziellen Antibiotikums hilft bei Harnwegsinfekten in vielen Fällen.

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Schwimmen oder Surfen könnte sich als besondere Gefahr für Harnwegsinfekte erweisen: Nicht der Sport per se birgt hier das Risiko, sondern das längere Tragen eines nassen Bikinis, einer nassen Badehose. „Frauen sind noch mehr gefährdet als Männer“, warnt Univ.-Prof. Dr. Peter Husslein von der Universitäts-Frauenklinik Wien. Das hängt auch damit zusammen, dass die weibliche Harnröhre kürzer ist als die männliche; so wird den Keimen der Aufstieg in die Harnröhre erleichtert. Bakterien (häufigster Auslöser dieser Infektion) werden meist vom Darmausgang, wo sie natürlicherweise vorkommen, in die an sich keimfreien Harnwege verschleppt.

 

Gefahr durch Kälte

Auch Sitzorgien bei abendlichen Freiluft-Festivals, bei denen es mitunter auch im Sommer hübsch kalt werden kann, können das Entstehen von Harnwegsinfekten fördern. „Denn durch Kälte wird die Immunabwehr reduziert. Kälte ist überhaupt als auslösender Faktor von Bedeutung“, weiß Husslein.

Ein weiteres Risikopotenzial liegt im Sex. „Vor allem junge Mädchen klagen nach einem Sexualverkehr immer wieder über Harnwegsinfekte.“ Warum das so sei, wisse man nicht genau. Eine mögliche Erklärung: Durch die mechanische Irritation kommt es zu einer Art „Explosion“ der Keime, die die Frau in der Blase mit sich trägt. Und warum sind vorwiegend Teenager betroffen? Auch dazu gibt es nur eine vage Hypothese: „Weil die vielleicht aggressiveren Sex haben.“

Die Blase der Frau erweise sich aber auch als Schwachpunkt, wenn der Östrogen-Effekt nachlasse, also etwa im Wechsel oder in der Schwangerschaft. Und: Einmal aufgetreten, haben Harnwegsinfekte die Tendenz, wieder zu kommen. Viel trinken wäre eine Möglichkeit der Vorbeugung, „denn so werden die Bakterien vermehrt hinaus gespült“.

 

„Das ist Zeitverschwendung“

Kommt es dennoch zu einer Harnwegsinfektion – gekennzeichnet durch Harndrang, Schmerzen, Brennen – ist eine Antibiotika-Behandlung angebracht. Allerdings: Es muss nicht unbedingt die einwöchige Therapie sein, gerade bei unkomplizierten Infekten reicht die Einmal-Gabe des Antibiotikums Monuril. Dieses wird sehr langsam abgebaut, sodass die Konzentrationen im Harn einige Tage lang hoch genug bleiben, um das Bakterienwachstum zu verhindern.

Husslein: „Es handelt sich um ein speziell für einfache Harnwegsinfekte konzipiertes Medikament, 90 Prozent aller Betroffenen sprechen darauf an und sind innerhalb von ein, zwei Tagen beschwerdefrei.“ Auch dann, wenn sich Blut im Harn befindet? „Das ist in den meisten Fällen einer Harnwegsinfektion kein Alarmzeichen, das kommt auch bei ganz banalen Entzündungen vor.“

Die Einmal-Einnahme habe mehrere Vorteile: Sie sei einfacher, die Compliance sei höher, die Gefahr der Resistenzen daher niedriger, detto auch das Risiko eines Pilzbefalls. „Denn je länger man Antibiotika nimmt, desto größer ist die Gefahr, dass die Döderlein-Bakterien in der Scheide kaputt gehen.“

Sie sind für das saure Scheiden-Milieu zuständig, in dem sich vorhandene einzelne Pilzsporen nicht entwickeln können. Ist die Schlagkraft der Döderlein-Bakterien aber eingedämmt, ist das Scheiden-Milieu weniger sauer, die Abwehr bricht zusammen – grünes Licht für die Entwicklung von Pilzinfektionen, die sich nach einer Woche nach Antibiotika-Einnahme, aber auch noch nach fünf Wochen einstellen können.

Bei unkomplizierten Harnwegsinfekten, so Husslein, sei es nicht nötig, eine Bakterien-Kultur aus dem Harn anzulegen, „das ist Zeitverschwendung“. Erst, wenn Monuril wirklich nicht helfe, sollte man an eine Bakterien-Kultur denken und ein anderes Antibiotikum ins Auge fassen.

AUF EINEN BLICK

Harnwegsinfekte gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten, Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Symptome: ständiger Harndrang, das Wasserlassen ist erschwert und verursacht Brennen und Schmerzen im Unterbauch.

Risikofaktoren: u. a. Kälte, nasse Badehose, Sex (bei jungen Mädchen).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2008)

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1 Kommentare
Weiden
15.08.2008 19:10
0 0

hehe... Muschialarm


Schlagzeilen Gesundheit