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Fitness: Braucht man Personal Trainer?

24.08.2008 | 17:55 |  CLAUDIA RICHTER (Die Presse)

Ein Coach gegen den inneren Schweinehund...ist das denn wirklich nötig? Es kommt drauf an...

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Nur positive Wirkungen – von der besseren Figur über mehr Lebensfreude und geistige Fitness bis zur Altersbremse und Vorbeugung diversester Krankheiten, „Bewegung ist eine der besten, wenn nicht die beste Medizin überhaupt“, schwärmt der bekannte Sportarzt Univ.-Prof. Dr. Paul Haber vom Zentrum für medizinische Trainingstherapie in Wien.

So weit, so nicht nur gut. Schlecht daran ist vor allem eines: Der innere Schweinehund, der die meisten Österreicher von Sportausübung zurückhält. Wobei dieser Hund „Stress“ heißen kann, oder Überlastung, oder Termindruck, oder „Aufschieberitis“ – Motto: Morgen fange ich an – mit der Bewegung, mit der Diät, mit dem gesünderen Leben. Könnte nun ein Personal Coach diesen Schweinehund zähmen?

 

Motivation zur Bewegung

„Für all jene, die nicht in der Lage sind, sich selbst zur Bewegung zu motivieren, die das aber gerne tun würden, kann sich ein Personal Trainer sehr positiv auswirken“, meint Haber. „Denn der hilft solchen Menschen, bei der Stange zu bleiben und Bewegung zu machen, die sie ohne Coach nicht machen würden.“

„Coach und Kunde erarbeiten gemeinsam Konzepte, die an die Lebensbedingungen des Trainierenden angepasst und mit dem Alltag auch tatsächlich kompatibel sind. Denn es hat wenig Sinn, jemanden drei längere Trainingseinheiten in der Woche zu empfehlen, wenn damit Stress oder Verzicht verbunden ist und damit die Freude an sportlicher Bewegung verloren geht“, erwähnt Björn Hofmann, Fitness Manager von Holmes Place Health Clubs, einem der europäischen Marktführer für Personal Training.

 

Frust statt Lust

„Auch aus der Sicht der Sportpsychologe sind persönliche Fitness-Coaches sehr zu begrüßen“, betont der Innsbrucker Sportpsychologe MMag. Dr. Christopher Willis. „Denn sie bereiten ein positives Umfeld auf und helfen ihren Kunden auch aus eventuellen Motivations-Tiefs.“ Zudem wisse der Coach auch um die richtige Dosis Training Bescheid. „Vor allem Männer um die 40, die nach längerer Pause wieder in den Sport einsteigen, neigen dazu, sich zu übernehmen.“ Das schafft nur Frust statt Lust. Und kann auch gesundheitlich ins Auge gehen.

„Ein seriöser Coach erfasst alle Daten, die für ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm erforderlich sind“, sagt Mag. Herbert Anderl, Geschäftsführer der Sportakademie bei der Sportunion Österreich.

„Ein guter Trainer muss auch herausfinden, was sein Kunde erreichen will, etwa abnehmen, Kreuzschmerzen bekämpfen, Muskeln aufbauen oder seine Kondition stärken. Wichtig ist aber auch, dass man sich ein wenig näher kennenlernt, dass man ,warm‘ miteinander wird“, betont Jörg Zaglmayr. Der in den USA zum Personal Trainer ausgebildete Salzburger Heilmasseur und Gymnastiklehrer arbeitet im Grand Park Hotel in Bad Hofgastein, das seit kurzem Personal Training im Urlaub und dazu entsprechende Packages mit Anamnese-Erhebung, Fitness-Check, Muskelfunktionstest und individuellem Training bietet.

„Im Urlaub kann man einmal schnuppern, was persönliches Fitness-Coaching eigentlich ist. Wenn jemand um sechs Uhr früh laufen möchte, dann sind wir eben um sechs Uhr früh gestellt“, betont Trainer Christian Zehentner, ebenfalls Personal Trainer im Grand Park Hotel. Außerdem könne man Tipps, Tricks und Anregungen mit nach Hause nehmen.

 

Urlaub als Einstieg in die Fitness

„Für all jene, die in ihrem Leben etwas ändern wollen, in Richtung mehr Bewegung, könnte ein Fitness-Training im Urlaub schon ein guter Einstieg in ein gesünderes Leben sein“, meint auch Arzt Haber. Allerdings: Wenn man im Alltag wieder zum Coach-Potato werde, nütze auch das allerbeste Urlaubstraining nichts. Und: „Es wäre toll, wenn der Coach auch etwas vom Training verstehen würde.“

Manch selbst ernannter Trainer, so Haber, hätten keinen blassen Schimmer, wie man beispielsweise bei älteren oder übergewichtigen Menschen vorgeht. Sein Rat: „Fragen Sie den Trainer nach seiner Ausbildung.“

 

Wie erkennt man guten Trainer?

Anderls Tipp, wie man hier die Spreu vom Weizen trennen kann: „Ein Trainer, der den Ist-Zustand des Kunden nicht erhebt und ihn nicht nach seinen Zielen fragt, ist in den meisten Fällen unseriös.“

„Fragen Sie ihn auch nach seiner Erfahrung und wie viele Kunden er momentan betreut“, rät Hofmann. „Sind es weniger als fünf, wird es sich wohl nicht um einen Profi handeln.“

Was die „Profis“ so für eine Stunde verlangen? „Zwischen 50 und 150 Euro“, weiß Anderl. Nicht gerade geschenkt, aber wenn stimmt, was Hofmann abschließend sagt, das Geld vielleicht doch wert: „Coaching hilft den Menschen zu erkennen, dass alle Antworten und Lösungen für ein glücklicheres Leben in ihnen selbst stecken.“

www.grandparkhotel.at

www.holmesplace.at

www.sportunion.at

www.trainingstherapie.at

AUF EINEN BLICK: FREUDE AN FITNESS

Coaching als Instrument zur Motivationssteigerung gewinnt auch im Fitness-Bereich zunehmend an Bedeutung.

Ein guter Personal Trainer geht auf individuelle Gegebenheiten des Kunden ein, berät ganzheitlich (auch hinsichtlich Ernährung), begleitet ihn bei Sportprogrammen und soll dafür sorgen, dass dieser Spaß an der Bewegung und Freude an Fitness hat.

Sportärzte und Sportpsychologen halten Personal-Training für positiv, weil dadurch viele Menschen Bewegung machen, die sie ohne Coach nicht machen würden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2008)

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