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Gesundheit: Ärzte legen Regierung nun eigene Reform vor

27.11.2008 | 19:08 |   (Die Presse)

Für Ärztegesellschaft mit einem angestellten Arzt und gegen Ausbau von E-Health.

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Wien(nst).Ärztekammerpräsident Walter Dorner ist vom Gesundheitskapitel im Regierungsprogramm nahezu begeistert und sieht sogar Übereinstimmungen mit Konzepten der Kammer. Als Beispiel nannte er am Donnerstag die Sanierung der Krankenkassen. SPÖ-Chef Werner Faymann hatte schon vor der Wahl erklärt, dieses Vorhaben als erstes angehen zu wollen. Je nach Rechnung sollen nun 900 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro investiert werden. Dorner hofft zudem auf eine konstruktive Zusammenarbeit von Ärzten und Politik – nach der gescheiterten Gesundheitsreform und den Ärztestreiks im vergangenen Sommer.

Vor einer übertriebenen Euphorie warnt Dorner allerdings bezüglich der elektronischen Gesundheitsakte (Elga). Man müsse Kosten und Nutzen abwägen, auch der Datenschutz sei ein Problem. Zudem gebe es bereits gut funktionierende Systeme zum Austausch von Informationen innerhalb der Ärzteschaft. Dem Regierungsprogramm zufolge, soll Elga so rasch wie möglich realisiert werden.


Finanzierung aus zwei Händen

Das am Donnerstag präsentierte Reformkonzept der Ärztekammer ist für Dorner eine „kleine Mitgift“ an die Regierung: Die Ärzte sprechen sich darin strikt gegen die Finanzierung aus einer Hand aus. Vielmehr sei eine Finanzierung aus zwei Töpfen sinnvoll. Der ambulante Bereich soll künftig zur Gänze von der Krankenkasse finanziert werden. Den stationären Bereich und Fremdleistungen wie das Wochengeld soll der Bund finanzieren. Demnach sollen niedergelassene Ärzte und Spitalsambulanzen strukturell zusammengefasst und der Kasse zugeordnet werden. Das würde bedeuten, dass Ärzte in Spitalsambulanzen künftig nach Einzelleistungen bezahlt werden und keine Angestellten mehr sind. Weiters wollen die Ärztekämmerer, dass ein Arzt künftig auch einen (einzigen) Arzt anstellen kann.

Dem neuen Gesundheitsminister, Alois Stöger, attestiert Dorner einen pragmatischen Zugang zum Thema. Er sei ein „kompetenter Mensch“ mit ausreichend Erfahrung in der Materie.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.11.2008)

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2 Kommentare
Gast: gast
28.11.2008 14:19
0 0

Finanzierung aus einer Hand

Als niedergelassener Arzt der Grundversorgung kann ich mich über eine so grundfalsche, sinnlose Forderung meiner Kammer nur wundern. Es entstehen wiederum zwei Blöcke, zwischen denen wieder je nach Bedarf hin und her jongliert werden kann. Wenn es ambulant finanziell eng wird, so wird eben wieder oft unnötigerweise in den stationären Bereich abgeschoben. Spitalsbettenreduktion ade. Außerdem werden sich keine Ärzte finden, die als Selbstständige in Spitalsambulanzen arbeiten wollen. Zu groß wäre auch hier der Druck in den nicht kassenfinanzierten stationären Bereich einzuweisen. Darum "Alle Macht den Krankenkassen"! Die wissen wie man mit dem Geld der Versicherten umgeht (siehe beinharte Honorarverhandlungen). Das Steuergeld das bisher in die Spitäler gebuttert wurde sollte den Krankenkassen zugeführt werden, diese kommen nun für die gesamte Versorgung auf, kein Konflikt Spital - ambulant. Die einzigen kompetenten Finanzierungsfachleute sind dort angesiedelt.

Antworten raginh
29.11.2008 12:46
0 0

Re: Finanzierung aus einer Hand auf für Pflege

Wenn man schon die Landeshauptleute dazu bringt aus Staatsräson einer einheitlichen Finanzierungslösung zuzustimmen, sollte man die Pflege gleich einbeziehen. Damit könnten wiederum teure Akutbetten zur Pflege verlagert werden und andere Vorteile lukiriert werden.


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