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Psychische Leiden auf dem Vormarsch

03.02.2009 | 18:54 |  MARTINA SALOMON (Die Presse)

Mehrfach belastete, arme Frauen um die 40 sind besonders krankheitsgefährdet. Frühpensionen: Die häufigsten Krankheiten bei Invaliditätspensionen von Frauen liegen in der Psyche.

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Psychische Krankheiten nehmen dramatisch zu. Seit den Neunzigerjahren hat sich die Zahl der Krankenstände wegen psychiatrischer Leiden mehr als verdoppelt. Mittlerweile ist die häufigste Ursache für die (vorzeitige) Invaliditätspension bei Frauen eine Krankheit aus dieser Gruppe. Das schlägt sich auch im Medikamentenverbrauch nieder: Die Ausgaben der Krankenkassen für Psychopharmaka sind stark gestiegen. Die Zahl ärztlicher Verordnungen stieg von 2000 auf 2007 um 2,5 Millionen auf 10,56 Millionen an. Auch hier ist auffällig: Weit mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer bekommen zum Beispiel Antidepressiva.

Was ist nur mit den Frauen los? Die Statistik zeigt, dass die Vierzigjährigen besonders gefährdet sind, psychisch zu erkranken. Die Betroffenen sind mehrfach belastet, kommen aus unteren Sozialschichten (oft mit Migrationshintergrund) und leiden unter mangelnder Selbstbestimmung, beschreibt Gabriele Fischer, Psychiaterin an der Wiener Uniklinik, den „klassischen“ Fall. „Diese Frau ist arm, arbeitet unter schlechten Bedingungen und muss befürchten, noch weiter abzurutschen“, ergänzt ihre Fachkollegin, die Vizerektorin an der Med-Uni Wien, Karin Gutierrez-Lobos. Frauen scheinen auch unter Veränderungen durch das Altern stärker zu leiden: Loslösung von den Kindern, Verlust der Rolle als aktiver Teilnehmer am sozialen Leben, Verlust des Partners sind oft Auslöser von Depressionen, so Fischer.

 

Arbeitsmedizin gefordert

Aber auch die Arbeitsmedizin ist stärker gefordert. Nicht nur der ergonomische Sitzplatz, auch psychische Gefährdungen müssten beachtet werden. Hinter der Modekrankheit Burn-out verberge sich oft eine Depression, sagt Psychiaterin Gutierrez.

 

Bedarf bei Jugendlichen

Wobei in der Psychiatrie ein heftiger Wissenschaftsstreit darüber tobt, ob tatsächlich die psychischen Leiden zugenommen haben– oder sich nur die Diagnosen sowie die Inanspruchnahme der Therapien verbessert haben. Gutierrez glaubt eher Letzteres: Als Indikator führt sie die Selbstmordrate an. Diese sei insgesamt gesunken, und Depressionen seien oft Auslöser für einen Suizid. Klar sei aber, dass der Bedarf an Psychotherapie auf Krankenschein (seit 2001 möglich) das Angebot noch bei Weitem überschreite. Bei den Zahlern in der Sozialversicherung sieht man das nicht so dramatisch. In der Wiener Kasse räumt man allerdings einen „starken Nachfragedruck“ im Bereich von Kindern und Jugendlichen ein. Deshalb sei hier auch eine Kontingentausweitung geplant, so Direktor Jan Pazourek.

Zumindest in den Städten ist es längst kein Tabu mehr, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Wenig überraschend hat Wien daher auch die beste Ausstattung. Auffallend unterdurchschnittlich ist die Versorgung in Oberösterreich. Die Wartezeiten für eine Therapie auf Krankenschein seien noch immer zu lang, finden die Psychiaterinnen. Weil die Patienten durch ihre Krankheit oft arbeitsunfähig werden, könnten sie auch nicht in private Therapien ausweichen.

Solche Kunden sind auch für Ärzte nicht lukrativ. Sie brauchen intensive Gespräche – und landen oft beim Allgemeinmediziner, der für die Kommunikation mit einem Depressiven nicht mehr Geld bekommt als für die Behandlung von Bluthochdruck. Personalmangel herrscht bei den psychiatrischen Stellen im Spital: Die Jobs sind nicht attraktiv, weil das Grundgehalt niedrig und Klassegebühren kaum zu lukrieren sind. Psychiatriepatienten können sich ja kaum eine Zusatzversicherung leisten. Arme Patienten.

(c) Die Presse / HR

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2009)

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20 Kommentare
Knieriem
05.02.2009 14:07
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Eine Idee?

Ich frage mich, ob die Zunahme der psychischen Erkrankungen nicht nur etwas mit Pensionserschleichung oder stressigen Arbeits- oder Familiensituationen zu tun hat, sondern ob nicht vielmehr die Abnahme der Zahl der Christen mit steigender Zahl psychischer Erkrankungen korreliert. Meine Theorie wäre, daß z.B. regelmäßige Kirchgänger eine gewisse Tröstung, eine Linderung ihrer seelischen Probleme erreichen. Das Motto: Wer glaubt (egal welche Religion) hat für Notfälle immer einen Talon im Ärmel! Ich glaube mich zu erinnern, daß es sogar Studien gibt, die feststellen, daß Gläubige glücklicher und gesünder sind.

Merlin
04.02.2009 12:34
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Feiner Unterschied

Mit freiem Auge sind Geisteskranke von den von früher her bekannten "Obizahrern" oft nicht zu unterscheiden. Warum wohl? Und vielleicht sind Frauen doch nicht gleich stark wie Männer, liebe Gender-Fundis. Schon mal überlegt?

Antworten Gast: johny
04.02.2009 18:30
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Re: Feiner Unterschied

Internetheld

Antworten Gast: johny
04.02.2009 18:27
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Re: Feiner Unterschied

Zum Glück haben solche Typen wie du bei uns nichts zu melden. Nur im Internet das Maul aufreissen. Peinlich!

Scion
04.02.2009 10:46
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Wenn im Islam steht das ein Mann seine Frau schlagen darf

Ist das hier doch kein Wunder oder? Warum soll ich für verzweifelte singles die keinen Mann finden der sie befriedigt und verzweifelte Muslimische Frauen zahlen?

Die rennen doch eh den ganzen Tag mit dem Handy rum sollens halt ne Hotline oder die beste Freundin anrufen und nicht "professionelle" Betreung auf meine Kosten annehmen ;)

Antworten Gast: Lepanto
04.02.2009 11:21
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und warum muß ich für "Beschäftigungslose" wie dich zahlen ???




Gast: Petro
04.02.2009 10:03
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Therapiekosten

Vielleicht bin ich froh, dass diese Bevölkerungsgruppe der weiblichen Singles und Überforderten endlich staatliche Hilfe für Ihr Problem erhalten.
Andernfalls, so wie früher, müssten die Männer als Ehepartner alle die Kosten alleine tragen. Pedro aus Caracas

ProKonsul
03.02.2009 23:21
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es wundert mich nicht,

dass viele von diesen armen Frauen mit mit Migrationshintergrund psychische Probleme haben. Die patriarchalischen Strukturen des Islam reduzieren, hemmen, demütigen, und schüchtern diese armen Frauen ein.
Die Österreich dürfen wieder einmal dafür zahlen.

Gast: Ludwig Ammer
03.02.2009 22:45
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Wir

brauchen mehr gutes Verständnis für neurologische Erkrankungen und müssen sie noch weiter aus den Dämonisierungsfallen heraus holen, die sie vom nichtmedizinischen Psychologen zum germanischen Neumediziner ohne Studium und dann in eine Klappsmühle schieben. Die Sozialismen von rot bis braun haben uns die Seelen politisiert und ganz von Gott weggebracht. Mein Wunsch geht also in die Richtung katholische Psychiatrie und Neurologie ohne die Tötungsanstalten, die bei einem Faltlhauser in Schwaben noch unter den Nazen einen Kirchenmalersohn mit der Giftspritze umgebracht hat, weil er den Entzug von Freiheit und Nahrung bei Anstaltskollegen nicht gut fand und deshalb in die Speis eingebrochen ist. Erstens müssen wir also Ernst Lossa heilig sprechen, damit wir mit ambulanter katholischer Neurologie und Psychiatrie in katholisch gewachsener Gesellschaft auch wieder artgerecht leben dürfen. Dann machen wir uns den Geräuschschutz vom Epileptiker her neu, den Arbeitsweg vom Rollstuhlfahrer her...

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hab immer versucht sie ernst zu nehmen....

...ja - katholisch ist durchaus behandlungswürdig. geeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeh biiiiiiiiiiiiiittteeee.

Größtenteils psychisch.

Klar. Läßt sich nicht wirklich nachweisen. Eignet sich wunderbar um in Frühpensi zu gehen. Wird gesellschaftlich auch immer akzeptierter.

Früh- und Invaliditätspernsion. Geschaffen um wirklich Betroffenen einen Lebensabend in Würde zu geben. Endet als der gängige Weg, nicht mehr arbeiten zu wollen.

Antworten Gast: simsalabim
04.02.2009 02:58
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Re: Größtenteils psychisch.

Ich habe nur selten einen solchen Unsinn gelesen.

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Re: Re: Größtenteils psychisch.

zwar halte ich vom McCarthy nicht viel, aber so falsch liegt er damit ausnahmsweise nicht (Wenn ich daran denke, wer da aller wegen was schon Frühpensi ist -u.a.schwer bandscheinbegeschädigter der seinem Sohn beim Hausbau hilft WUAAAHH)

Gast: Nawi
03.02.2009 21:16
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Psychotherapie ist in Österreich großteils Quacksalberei.

Von den über 20 zugelassenen Therapieschulen haben einige keinen Wirksamkeitsnachweis zur Behandlung psychischer Erkrankungen.

In Deutschland wären solche "Schulen" nie zugelassen.

Schade um jeden hinausgeschmissenen Cent.

Antworten Merlin
04.02.2009 14:06
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Re: Psychotherapie ist in Österreich großteils Quacksalberei.

Die Wirkung wird nur subjektiv festgestellt. Im Prinzip ist Psychotherapie ein Kuppelprodukt der linken Frankfurter Schule und eine Art linke Gehirnwäsche. Aber solange jeder seine Gehirnwäsche selbst bezahlt ist nichts dagegen zu sagen.

Antworten Antworten Gast: Psycho
04.02.2009 22:25
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Re: Re: Psychotherapie ist in Österreich großteils Quacksalberei.

So ein Blödsinn. Sie haben wohl selbst schlechte Erfahrung gemacht.

Antworten Gast: Psycho
04.02.2009 13:20
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Re: Psychotherapie ist in Österreich großteils Quacksalberei.

Nawi sticht durch seine Unwissenheit hervor. Ohne Nachweis der Wirksamkeit gibt es keine Zulassung einer Psychotherapieschule in Österreich. Die Qualitätskriterien kann jeder im Psychotehrapiegesetzt nachlesen.
Das Deutsche System finde ich nicht so gut, da sich die Kostenübernahme nur auf psychoanalytische und verhaltenstherapeutische Psychotherapien beschränkt. In Österreich leisten wir uns zum Glück noch unsere Methodenvielfalt. Ein Nachteil ist allerdings, dass wir in Österreich viel zu wenig Therapieplätze auf Krankenschein haben. Wer es sich leisten kann geht zu einem privaten Therapueten, wer nicht muss bis zu 6 Monaten auf einen Kassenplatz warten

Antworten Gast: Psycho
04.02.2009 13:19
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Re: Psychotherapie ist in Österreich großteils Quacksalberei.

Nawi sticht durch seine Unwissenheit hervor. Ohne Nachweis der Wirksamkeit gibt es keine Zulassung einer Psychotherapieschule in Österreich. Die Qualitätskriterien kann jeder im Psychotehrapiegesetzt nachlesen.
Das Deutsche System finde ich nicht so gut, da sich die Kostenübernahme nur auf psychoanalytische und verhaltenstherapeutische Psychotherapien beschränkt. In Österreich leisten wir uns zum Glück noch unsere Methodenvielfalt. Ein Nachteil ist allerdings, dass wir in Österreich viel zu wenig Therapieplätze auf Krankenschein haben. Wer es sich leisten kann geht zu einem privaten Therapueten, wer nicht muss bis zu 6 Monaten auf einen Kassenplatz warten

Antworten Gast: freud
04.02.2009 11:00
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Re: Psychotherapie ist in Österreich großteils Quacksalberei.

Österreich hat seit 1990 eines der strensten Gesetze zur Anwendung der Psychotherapien. Eine der zentralen Grundlagen der Zulassung ist der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit der jeweiligen Methode. Dies wird durch das zuständige Ministerium streng kontrolliert.
Es konnte abertausenden Menschen in Österreich mit diesen anerkannten Therapieverfahren schon geholfen werden.
Ich gebe Ihnen allerdings recht, daß in Deutschland die Organisation und die Kostenübernahme durch die Krankenkassen massiv besser sind als in Österreich.

Antworten Gast: freud
04.02.2009 10:59
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Re: Psychotherapie ist in Österreich großteils Quacksalberei.

Österreich hat seit 1990 eines der strensten Gesetze zur Anwendung der Psychotherapien. Eine der zentralen Grundlagen der Zulassung ist der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit der jeweiligen Methode. Dies wird durch das zuständige Ministerium streng kontrolliert.
Es konnte abertausenden Menschen in Österreich mit diesen anerkannten Therapieverfahren schon geholfen werden.
Ich gebe Ihnen allerdings recht, daß in Deutschland die Organisation und die Kostenübernahme durch die Krankenkassen massiv besser sind als in Österreich.

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