Am 25. Oktober wurden die Uhren von drei Uhr auf zwei Uhr umgestellt, die „Winterzeit“ hat begonnen. Für viele kein Problem, Chronobiologen gehen davon aus, dass man einen Jetlag erst ab drei Zeitzonen spürt. Und dennoch: Für einige bringt diese kleine Zeitverschiebung ein paar negative gesundheitliche Aspekte mit sich – die Schwankungen im biologischen Rhythmus können zu Beschwerden führen, die denen eines Mini-Jetlags ähneln: Schlafstörungen, schlechte Laune, Gereiztheit, Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen. Viele wachen in der Früh früher als gewohnt auf und sind abends schneller müde und schlapp.
„Manche belastet diese eine Stunde mehr, manche weniger, manche gar nicht“, weiß der Chronobiologe Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Marktl, Präsident der Wiener internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin. Wie viele Österreicher unter dieser Art Mini-Jetlag leiden, ist unbekannt, sicher ist: Psychisch Labile reagieren empfindlicher als seelisch robuste Naturen, die herbstliche Zeitumstellung belastet weniger als die frühjährliche, Morgenmenschen leiden eher als Abendmenschen. „Abendmenschen haben eine flexiblere Zeitstruktur, Morgenmenschen sind da viel rigider, die passen sich schwerer an“, erwähnt Marktl.
Ihnen könnte eine Vorbereitung auf die Winterzeit helfen: An den Tagen vor der Umstellung jeden Tag etwas später zu Bett gehen – eine Viertelstunde pro Tag reicht schon. Da Licht der wichtigste Zeitgeber ist, um die innere Uhr zu eichen, hilft auch ein Spaziergang am Wochenende, möglichst spät am Tag, aber noch im Tageslicht. „Viel frische Luft, viel natürliches Licht ist überhaupt ein probates Anti-Jetlag-Mittel“, betont Marktl. Aber auch helles Kunstlicht am Abend könnte helfen, die Umstellung zur Winterzeit besser zu verkraften.
Nach drei, vier, spätestens sieben Tagen hat sich der Mensch meist an die neue Zeit angepasst, da ist alles wieder im Lot, da tickt auch die innere Uhr im neuen Takt. Wobei festzuhalten bleibt, dass die Winterzeit ja eigentlich die „normale“ Zeit ist.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.10.2009)

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''Bleiben die Patienten auf der Strecke?'' Ein Gesundheitsgespräch mit ''Presse'' und Pharmig.















