22.11.2009 20:00 | Meine Presse Merkliste0

Jedes zweite "gesunde" Produkt ist wirkungslos

21.10.2009 | 14:54 |   (DiePresse.com)

Manche Nahrungsmittel machen angeblich schlank, schön oder regen zumindest die Verdauung an. Doch nicht einmal die Hälfte hält, was sie verspricht. Daher untersucht die EU nun gesundheitsbezogene Werbeversprechen.

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Nicht einmal die Hälfte aller Produkte, die in der Werbung als gesundheitsfördernd angepriesen werden, sind es auch tatsächlich. "Die Lebensmittelwerbung verspricht oft mehr, als sie halten kann" warnte Konsumentenschützer Harald Glatz von der Arbeiterkammer Wien. Anfang Oktober lehnte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 320 von insgesamt 530 untersuchten, gesundheitsbezogenen Angaben über Lebensmittel ab, weil sie wissenschaftlich unzureichend bewiesen waren.

Zulassung wird schwieriger

Den Herstellern von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln drohen damit voraussichtlich neue Schwierigkeiten im europäischen Zulassungsverfahren für Werbeaussagen. "Es ist davon auszugehen, dass die europäische Kommission die Expertise der EFSA nicht 'overrulen' wird", erwarten beispielsweise die beiden Juristen Martin Prohaska und Michael Kasper von e|n|w|c Rechtsanwälte.

Irreführende Wirkung

ie Werbewirtschaft verspreche vielfach Wirkungen wie "Reguliert die Verdauung", "Stärkt die Abwehrkräfte", "Verbessert die Leistungsfähigkeit des Gehirns", um den Verkauf anzukurbeln. "Die Überprüfung dieser Claims muss weiterhin sehr restriktiv gehandhabt werden", forderte Glatz. Die Verbraucher dürften nicht irregeführt werden.

Angaben, die derzeit schon verwendet werden, müssen nun durch die Europäische Lebensmittelagentur beurteilt werden. Die Lebensmittelwirtschaft hat europaweit über 40.000 solcher Claims gemeldet, die auf rund 4.000 Haupteinträge zusammengefasst wurden und nun beurteilt werden. "Die Europäische Lebensmittelagentur muss an der bisher verfolgten restriktiven Beurteilungspraxis festhalten", so Glatz.

Strenge Regeln in Österreich

Die gesetzlichen Anforderungen an gesundheitsbezogene Werbung waren in der Vergangenheit in Österreich immer sehr restriktiv gewesen. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) im Jahr 2003 hatte allerdings dazu geführt, dass das strenge österreichische Zulassungsverfahren aufgehoben werden musste. Erst mit Verabschiedung der europäischen "Health Claims"-Verordnung unterliegen seit 2007 solche Werbeaussagen wieder einer spezifischen Regelung.

In Großbritannien hat die Werbeaufsicht ASA erst vergangene Woche die Ausstrahlung aktueller TV-Werbespots für das Danone-Produkt Actimel gestoppt, weil die Behauptungen des Lebensmittelkonzerns, Actimel habe positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern, nach Angaben der Aufsichtsbehörde nicht erwiesen ist.

(Ag. )

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6 Kommentare
enzo
03.11.2009 09:08
0 0

Der gesunde Menschenverstand

Ist leider im aussterben ,wer sich von Werbung ohne nachzudenken ( falls überhaupt möglich) zum Kauf eines Produktes hinreißen läßt ist eben reingefallen.
Siehe heilende Steine ,Erde ect.
Wie A.Einstein schon sagte :Die Dummheit des Menschen ist unendlich.

Entropix
23.10.2009 12:46
0 0

Es gibt eben nichts,

womit man so viel Geld verdienen kann, wie mit der Gutgläubigkeit der Menschen.

Gast: Danone Actimel
21.10.2009 18:04
0 0

007

4x teurer als normales Yogurt
2x mehr Zucker als normales Yogurt
und keine Wirkung!
Spitzen Marketing - sollten sich unsere Milchbauer auch mal einfallen lassen.

Gast: dirgis
21.10.2009 16:18
0 0

Endlich Konsequenzen

Es ist schade, dass die österr. Gesetzgebung durch die EU aufgehoben wurde, denn wie sich nun bestätigt, war Österreich bereits vor vielen Jahren auf dem richtigen Weg und die Konsumenten waren auf der sicheren Seite und damit geschützt vor falschen Werbeaussagen und -versprechungen. Speziell Actimel ist (nicht nur) mir seit vielen Jahren ein Dorn im Auge und verhält sich in seinen Angaben und Versprechungen nahezu wie ein Arzneimittel, ohne jedoch eines zu sein - zum Nachteil der Konsumenten.

Gast: Matrix990
21.10.2009 16:04
0 0

Apotheke

Vom Lebensmittelhandel erwartet man sich auch nicht mehr, dass man aber in den Apotheken von Akademikern mit völlig wirkungslosen Mitteln ebenso betrogen wird erwähnt niemand.

Antworten Gast: Beckloeffel
22.10.2009 13:24
0 0

Re: Apotheke

Das hat mit religiösen Tabus zu tun. Versuchen Sie mal, gegenüber einem wohlsituierten, grünwählenden, säkularen Akademiker, der für katholische Praktiken wie Beten oder Weihwasserspritzen nur Spott und Verachtung übrig hat, die Wirksamkeit von Homöopathie in Zweifel zu ziehen. Nicht selten werden Sie die ganze Inbrunst eines in seinen religiösen Gefühlen zutiefst Verletzten zu spüren bekommen!

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