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Gelbwurz als Antibiotikum und Schutz vor Darmkrebs

23.11.2009 | 18:29 |  CLAUDIA RICHTER (Die Presse)

Auf dem Kongress „Menopause Andropause Anti-Aging“ in Wien wird auch über die gesunden Seiten von Curcumin berichtet.

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Curcuma, die Gelbwurz, im asiatischen Raum beliebtes und verschwenderisch verwendetes Gewürz, könnte einer der Gründe dafür sein, dass es in Indien nahezu keinen Darmkrebs gibt. „Denn es ist erwiesen, dass dieses Gewürz die Entstehung von Darmkrebs verzögert oder sogar verhindert, indem es das Wachstum von Darmkrebszellen hemmt und den programmierten Tod von Krebszellen auslöst“, weiß der Gastroenterologe Univ.-Prof. Dr.Christoph Gasche, Leiter des Christian-Doppler-Labors für molekulare Karzinom- und Chemoprävention in Wien.

Gasche hat gemeinsam mit Kollegen am AKH Wien Studien zu Curcumin, dem Farbstoff der Gelbwurz, durchgeführt – eine von rund 3100 wissenschaftlichen Untersuchungen, die es weltweit dazu gibt. Über seine antioxidative und antientzündliche Potenz wird Dr. Christoph Campregher, der ebenfalls an den Wiener Studien teilgenommen hat, beim Kongress „Menopause Andropause Anti-Aging“ berichten (3. bis 5.Dezember, Hotel Hilton in Wien).

Curcumin ist ein starker Radikalfänger, „einer der am besten untersuchten“, betonen die Wiener Forscher. Und als potenter Radikalfänger könnte der Stoff Alterungsprozesse tatsächlich ein wenig hintanhalten. „Wissenschaftlich ist dazu aber die Datenlage noch ein wenig dünn“, meint Gasche. Erwiesen ist indes: Curcumin bleibt zum größten Teil im Dickdarm, wird vom restlichen Organismus kaum aufgenommen, findet sich also praktisch nicht in der Blutzirkulation, hat aber im Darm multiple Effekte.

Zum einen hat es eine starke antibakterielle Wirkung, hält die Bakterien im Darm unter Kontrolle. „Das ist umso bemerkenswerter, als speziell der Dickdarm ein riesiges Bakterienreservoir ist.“ Der antibakterielle Effekt sei nicht selektiv, sondern „man kann es mit einem Breitbandantibiotikum vergleichen“.

Außerdem reduziert Curcumin Entzündungsaktivitäten, was vor allem Menschen mit chronisch entzündlichen Darmkerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn eine wertvolle Erleichterung bietet (beide Erkrankungen gelten übrigens als Risikofaktoren für die Entstehung von Dickdarmkrebs). Allerdings – so Gasche – müsse man ordentlich viel Gelbwurz ins Essen geben, um diesen Benefit zu erzielen. „Leichter geht es mit Nahrungssupplementen.“ Dennoch: Curcumin sei gegenüber gängigen Medikamenten gegen chronische Darmentzündungen etwa 1000-mal aktiver.

www.menopausekongress.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2009)

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