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Homöopathie - der sinnlose Glaubenskrieg

17.07.2010 | 18:28 |  von Doris Kraus (Die Presse)

Bessere Medizin oder Scharlatanerie? Die Homöopathie wird mit Vorliebe von konventionellen Medizinern vorgeführt. Die Einzigen, die diese Kritik seit Jahren völlig kalt lässt, sind die Patienten.

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Die Geschichte von Beatrice ist eine jener Art, wie sie Homöopathen am liebsten erzählen. Beatrice fing sich vor sechs Jahren im Sommer eine Blasenentzündung ein, ging irgendwann – zugegebenermaßen etwas spät – zur Hausärztin, schluckte die ersten Antibiotika. Alles war gut, doch nach kurzer Zeit kamen die Beschwerden wieder. Und wieder. Und wieder. Acht Monate lang pendelte Beatrice zwischen Ärzten und der Toilette, zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Bis eine Freundin ihr eine Homöopathin empfahl. Das Ergebnis nach der ersten Behandlung war gleich null. Nach der zweiten gab es eine leichte Besserung. Und nach der dritten war Beatrices chronische Blasenentzündung Geschichte.

Eine von denen, wie sie Homöopathen wirklich gern erzählen. Und genau so eine, wie sie die Gegner der Homöopathie zur Weißglut bringt. Diese stehen auf dem Standpunkt, dass homöopathische Globuli nichts anderes seien als gepresstes Zuckerwasser und ihre Wirkung auf einer Mischung aus Placeboeffekt, Autosuggestion der Patienten und Selbstheilungskräften des Körpers beruht. Im besten Fall harmlos, im schlimmsten Fall lebensgefährlich: dann nämlich, wenn bei ernsten Krankheiten konventionelle Heilmethoden ignoriert werden – und wertvolle Zeit verrinnt.

Die Einzigen, die diese Kritik an der Homöopathie völlig kalt lässt, sind die, die es am meisten betrifft: die Patienten. Noch nie war die Zahl der Leute höher, die bei komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden Zuflucht suchen – und irgendwann auch bei der Homöopathie landen. 2008 etwa griff fast die Hälfte aller Österreicher (48 Prozent) auch zu homöopathischen Mitteln – vor allem im Zusammenhang mit harmloseren Leiden wie grippalen Infekten, Schnupfen, Husten, Schmerzen und zur Stärkung der Abwehrkräfte. Das ergab die jüngste jener Studien, die Österreichs Marktführer in Sachen Homöopathie, die Dr. Peithner KG, alle fünf Jahre in Auftrag gibt.

Dass die Warnungen der Wissenschaft seit Jahren hartnäckig ungehört verhallen, legt den Schluss nahe, dass der Glaubensstreit rund um die Homöopathie möglicherweise ein völlig sinnloser ist. Dass man die Patienten, die offenbar nicht von diesem Heilsweg abzubringen sind, besser schützen könnte, indem man klare Richtlinien aufstellt, was die Homöopathie darf und was nicht. Denn chronische Blasenentzündungen sind eine Sache, Krebs etwa ist eine völlig andere.

Die naturwissenschaftliche Nachweisbarkeit der homöopathischen Wirksamkeit ist einer der Streitpunkte, in die sich Feinde und Freunde verbissen haben. Die Argumente beider Seiten sind seit Jahren dieselben (derzeit wieder einmal nachzulesen in dem deutschen Magazin „Der Spiegel“): Die Kritiker der Homöopathie fordern den naturwissenschaftlichen Beweis der Wirksamkeit in Form von placebokontrollierten Doppelblind- oder evidenzbasierten Studien. Die Gegenseite beschwert sich, dass das unmöglich sei, da die Homöopathie eine Wissenschaft „sui generis“ sei, die sich der naturwissenschaftlichen Bewertung entziehe. Jeder Mensch werde für sich betrachtet und reagiere anders auf die Behandlung, daher seien einzelne Fälle nicht miteinander vergleichbar.


Es geht ums Geld. Der einzige neue Aspekt, der sich eingeschlichen hat, ist der finanzielle. Das gilt gerade für Staaten wie Großbritannien oder Deutschland. Dort übernehmen Krankenkassen einerseits die Kosten für homöopathische Behandlungen, andererseits wird in den Gesundheitssystemen das Geld immer knapper. In mageren Zeiten wie diesen, in denen Patienten monatelang auf Operationen warten müssen, sollte es Geld nur für Heilmethoden geben, deren Wirksamkeit wissenschaftlich bewiesen ist, lautet das Argument der konventionellen Medizin.

Das inspiriert auch zum einen oder anderen Stunt – wie zuletzt jenem der Skeptikergruppe 1023, deren Mitglieder sich im Rahmen der „Aktion Überdosis“ je ein Fläschchen Arsenicum album in den Mund leerten, um zu zeigen, was passieren würde. Der Effekt war null. Dieser Feldversuch habe aber auch gezeigt, ätzten Homöopathen, dass die Homöopathie keine schwerwiegenden Nebenwirkungen habe. Österreich bleibt von dieser Auseinandersetzung verschont – hier zahlen die Krankenkassen keine komplementärmedizinischen Behandlungen (mit Ausnahmen wie einer geringfügigen Rückerstattung für Akupunktur gegen Kreuzschmerzen). Geld kann man sich nur von privaten Gesundheitsversicherungen zurückholen, die auch die Komplementärmedizin abdecken – allerdings zu saftigen Tarifen.

In einem sind sich Freunde und Feinde der Homöopathie allerdings ausnahmsweise einig: in der Frage ämlich, warum die Sehnsucht nach alternativen Behandlungsmethoden offenbar so groß ist, dass Logik und Rationalität beim Ansturm in die Praxen der Alternativmediziner ignoriert werden. Schuld sei das Versagen der konventionellen Medizin, die vor allem Kassenpatienten sehr oft wie am Fließband abfertige und den menschlichen Faktor dabei völlig vergesse.

„Die Zuwendung und die Zeit, die der Arzt dem Patienten widmet, sind der Grund für die Beliebtheit der Homöopathie“, sagt etwa Edzard Ernst, Inhaber des ersten Lehrstuhls für Komplementärmedizin an der britischen Universität Exeter. Ernst ist ein erklärter Gegner der Homöopathie, die er für wirkungslose Scharlatanerie hält (siehe Interview), und unter Homöopathen entsprechend umstritten und unbeliebt. „Wir nehmen die Patienten eben ernst“, sagt auch Gloria Kozel, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin. „Zwei- bis dreimal die Woche höre ich von Patienten: ,Schon das Gespräch mit Ihnen hat mir geholfen.‘“


Krötengift und flüssiges Pech.
Kozels Patienten stört dabei nicht, dass homöopathische Mittel aus wissenschaftlicher Sicht kaum Wirkstoffe enthalten können. Die besonders beliebten Globuli gibt es in verschiedenen Potenzen, wobei die höchste Potenz (bis zu 1000) die stärkste Wirkung haben soll, bizarrerweise aber gleichzeitig auch die am stärksten verdünnte ist. Patienten stören auch die Inhaltsstoffe nicht, die in homöopathischen Mitteln verwendet werden. Das „Handbuch der homöopathischen Materia medica“ von William Boericke listet als Arzneimittel zum Beispiel flüssiges Pech, Krötengift oder den Speichel tollwütiger Hunde auf. Da ist es wohl ganz gut, dass von den Ingredienzien nicht viel übrig bleibt – außer der Schwingungsenergie, die Gloria Kozel für den Heilungserfolg homöopathischer Mittel verantwortlich macht.

Kozel gehört einer wachsenden Gruppe von Ärzten an, die sich nach der schulmedizinischen Ausbildung der Homöopathie verschrieben haben. Die Allgemeinmedizinerin behandelt chronische Krankheiten wie Neurodermitis oder Asthma, unterstützt aber auch Patienten mit Multipler Sklerose, Epilepsie oder Krebs, während diese federführend von Schulmedizinern betreut werden.

Mit diesem Ansatz liegt Kozel im Trend. Denn die dramatisch inszenierten Schlagabtäusche zwischen Gegnern und Anhängern der Homöopathie täuschen darüber hinweg, dass es in den letzten zehn Jahren eine Annäherung zwischen den beiden Lagern gegeben hat. Vor allem praktische oder Kinderärzte, die noch vor einer Dekade Globuli ins Klo geschüttet hätten, verschreiben heute durchaus homöopathische Medikamente – allerdings vor allem in leichteren Fällen, wo nichts auf dem Spiel steht, wo es um Vorbeugung oder Nachbehandlung geht, nicht aber um Leib und Leben des Patienten.

Michael Frass, Leiter der Spezialambulanz „Homöopathie bei malignen Erkrankungen“ im AKH Wien, glaubt, dass die heftigen Auseinandersetzungen um die Homöopathie oft „aus sportlichen Gründen“ geführt werden. Auch er vertritt die Position, dass eine Annäherung von konventioneller und homöopathischer Medizin Vorteile bringen kann: „Keine Seite kann den Anspruch auf Alleinseligmachung stellen.“

Wirkmechanismus ungeklärt. Frass ist Österreichs homöopathisches Aushängeschild. Hochrangiger Mediziner, Internist – und jemand, der freimütig zugibt: „Der Mechanismus der Wirkung der Homöopathie ist bis dato ungeklärt.“ Als klassischer Homöopath schneidert Frass seine Behandlung auf den Einzelnen zu. Deshalb sei es so schwierig, den wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit der Homöopathie in evidenzbasierten Studien zu erbringen: „Bei der Homöopathie darf man nicht glauben, sondern muss beobachten, ob sie funktioniert. Allerdings gab es in den letzten Jahren eine große Zahl wissenschaftlicher Studien zu dem Thema. Zudem haben Meta-analysen (zusammenfassende Auswertung mehrerer Studien,Anm.) die Wirksamkeit der Homöopathie bestätigt. Gerade die oft zitierte Lancet–Studie 2005 hat bei wissenschaftlich exakter Auslegung den Nachweis der Wirksamkeit der Homöopathie erbracht.“

„Wir müssen reden“, fordert Frass daher. Zwar könnten Kritiker eine Annäherung zwischen der konventionellen Medizin und der Homöopathie als Zugeständnis an die normative Kraft des Faktischen verstehen (und ablehnen); das bedeutet aber nicht, dass so ein Schritt nicht auch sein Gutes hätte. Denn wenn schon kaum ein Weg an der Homöopathie vorbeiführt, sollte er wenigstens gut ausgeleuchtet sein.

Die Homöopathie, erfunden vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann, sagt, dass „Ähnliches mit Ähnlichem“ geheilt werden könne. Krankheiten sollen somit durch die Gabe von entsprechend verdünnten Stoffen bekämpft werden, die im Körper des Patienten ebendiese Krankheitssymptome hervorrufen würden. Es gibt Globuli, Tropfen oder Salben. Die Homöopathie sieht sich entweder als Alternative zur Schulmedizin oder dazu komplementär.

Die klassische Homöopathie geht von der Unvergleichlichkeit des Einzelnen aus und stimmt ihre Medikamente nach ausführlichen Gesprächen auf den jeweiligen Patienten ab.Immer beliebter werden aber auch Komplexmittel, etwa gegen Husten, die mandirekt in der Apotheke erhält.

Die Konflikte ranken sich um die Wirkungsweise der Homöopathie und um deren Nachweisbarkeit. Schulmediziner glauben, dass diese vor allem auf Placeboeffekt und Autosuggestion der Patienten zurückgehe und nicht auf die Inhaltsstoffe, die chemisch kaum feststellbar sind.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2010)

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34 Kommentare
 
1 2
Gast: peter franz
11.08.2010 06:16
1 0

placebo wirkt halt meistens auch ein bisschen.


aquilo
02.08.2010 23:43
0 2

Rudolf Steiner der Überhomöopath!

Das tobende Narrativum im Hirne eines Rudolf Steiner:

„Als Heilmittel gegen die angstverbreitenden ahrimanischen Mächte wirken die Eisenkräfte im Blut, die sich makrokosmisch in den Meteoritenschwärmen zeigen, die Ende August herunterregnen. Das Eisenphantom des Blutes bewirkt eine Entängstigung. Die Imagination Michaels leuchtet auf, der mit der Kraft, die von seinem Herzen strömt, die Meteoritenschwärme zu eisernen Schwert zusammenschmilzt und damit den ahrimanischen Sulfur-Drachen besiegt.“

Was sagt unser Homöopathiepapst Frass zu solchen Texten?
Steinera Kariere begann mit Homöopathie!

aquilo
27.07.2010 20:38
0 3

Homöopathie - die neue deutsche Medizin - ein Fiasko

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,706337,00.html

aquilo
27.07.2010 17:38
1 3

„Wir müssen reden“, fordert Frass daher. Zwar könnten Kritiker eine Annäherung zwischen der konventionellen Medizin und der Homöopathie als Zugeständnis an die normative Kraft des Faktischen verstehen (und ablehnen); das bedeutet aber nicht, dass so ein Schritt nicht auch sein Gutes hätte. Denn wenn schon kaum ein Weg an der Homöopathie vorbeiführt, sollte er wenigstens gut ausgeleuchtet sein.

Der gute Prof. Frass soll uns erklären warum 10 mal und nicht 9mal oder 11mal bei der Potenzierei zu schütteln sei.
Er soll uns erklären, was passiert wenn nur 9 mal geschüttelt wird?
Er soll uns erklären, warum nur die Wirkung des angenommenen "Hauptwirkstoffs" potenziert wird und nicht die Wirkungen der Nebeninhaltsstoffe und der bei vielen Mitteln schwankenden und wechselnden Verunreinugungen?
Der werte Prof. Frass soll uns das Energieamulett von Morgi erklären und er soll uns sagen wir der Benzinbeleber wirkt! Für alle diese kuriosen Dinge hat ersich nachweislich stark gemacht!

Staunton
25.07.2010 09:43
3 1

Hilfe!!! Wir sind von Spitzensportlern und Spitzenmedizinern eingekreist, die für die unglaublich rasche Heilung von Sportverletzungen Homöopathie verwenden.

"Homöopathie und Fußball
EM-Profis setzen auf sanfte Medizin
Von Dennis Meyer
Fußballern sind auch alternative Heilmittel recht, um möglichst schnell wieder auf die millionenschweren Beine zu kommen. Eine Umfrage unter Bundesliga-Ärzten ergab, dass 92 Prozent von ihnen Spieler homöopathisch behandeln - darunter auch Stars aus dem deutschen EM-Team."...

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,556276,00.html

Antworten aquilo
27.07.2010 13:46
0 1

Wenn viele das gleiche machen, muß es nicht richtig sein!

2000 Jahre Aderlass und trotzdem schädlich!
http://www.perihel.at/13/humbug.html

Antworten Antworten Staunton
01.08.2010 08:13
4 0

Dümmer geht's nimmer!

Bei den homöopathischen Behandlungen durch Sportärzte tritt erwiesenermaßen schnellste Heilung ein, während die klassischen Mediziner mit staatlicher Zulassung seinerzeit ganze Armeen von Patienten mit Aderlass, Quecksilberkuren u. dgl. ins Jenseits geschickt haben.

Und auch heutzutage schicken die klassischen Ärzte mit ihren klassischen Medikamenten rund um die Welt noch immer Hunderttausende, ja insgesamt sogar Millionen ins Jenseits.

Von den schweren, irreparablen oder leichteren Erkrankungen, welche die klassischen Medikamente verursachen und die ein weiteres Vielfaches der tödlichen Krankheiten ausmachen, einmal abgesehen.

Es ist ja übrigens ja auch bekannt, dass die Allergien, die derzeit die Welt überschwemmen, zum großen Teil von klassischen Medikamenten verursacht werden. Viele Menschen, insbesondere geschwächte oder im Säuglings- und Kindesalter, vertragen einfach die vielen Fremdeiweißstoffe, die ihnen ununterbrochen in den Körper gejagt werden, nicht und reagieren mit Allergien und sonstigen chronischen(!) Krankheiten.

Antworten Antworten Antworten aquilo
01.08.2010 08:39
0 4

Re: Dümmer geht's nimmer!

Ihren Kommentar durchzulesen ist eine Zumutung. Geballt und global wird man von undifferenten zeitgesitigem Schwurbel nahezu erdrückt.
Dümmer geht's nimmer - Sie haben recht!
Sie sollten Redakteur in einer Wellneßzeitschrift werden. Sie haben das Zeugs dazu!

Antworten aquilo
27.07.2010 13:41
0 3

Re: Hilfe!!! Wir sind von Spitzensportlern und Spitzenmedizinern eingekreist, die für die unglaublich rasche Heilung von Sportverletzungen Homöopathie verwenden.

Die Sportler bekreuzigen sich auch und hängen sich ein Amulett um. Und auf die Wirkung werrden eide geschworen!!!

Dr. Acula
24.07.2010 16:28
1 2

D23 und mehr...

Bei der Herstellung der Homöopathischen Medizin ist das Potenzieren ein wichtiger Bestandteil. Dabei wird pro einmal Potenzieren um das 10-fache verdünnt. Wie kann also ein "Medikament" eine Wirkung haben, die über die Avogadro-Konstante hinaus verdünnt wird (was Hahnemann aber gemacht hat).

Das Problem ist bei der sogenannten Alternativ-Medizin ist, dass sie keiner Beweiskraft unterliegt. Wird ein "Schulmedizinisches" Medikament auf den Markt gebracht, muss durch Studien die Wirksamkeit nachgewiesen werden (siehe Evidenced Based Medicine) und das ist ja auch gut so. Bei Homöopathischen Medis ist dies nicht der Fall.
Und der Mensch ist halt mal so, dass ihm das Unerklärbare fasziniert (siehe auch Kirche) und dem dann nachläuft und glauben schenkt.
Diese Phänomen gepaart mit geschickten Lobbying läßt doch schier unmögliches erscheinen.
Aber dennoch vertrauen doch die meisten Menschen bei ernsthaften Erkrankungen, z.B. Krebs, sich der ach so verteufelten Schulmedizin an. Warum denn das?

fragt Dr Acula

aquilo
20.07.2010 17:28
0 3

Was ist "kaum" in der Chemie

....... und nicht auf die Inhaltsstoffe, die chemisch kaum feststellbar sind.
Die Bestimmbarkeit eines Elementes oder einer chemischen Verbindung geht in der Chemie mal grob geschätzt bis zu einer Verdünnung von 1 zu 100000000 bis 1 zu 1000000000000. Wird es noch verdünnter hörst sich jede Bestimmung auf.
Bei der nicht unbeliebten D oder C 1000 Verdünnungen, die verwirrenderweise Potenzen genannt werden das Wörtchen kaum einzusetzen, heißt in der Mittelschule nicht aufgepaßt zu haben.
Noch zu Lebzeiten Hahnemanns als man begann die Anzahl der Moleküle pro Gramm zu begreifen und zu berechnen, ging der Konflikt los, denn ungefähr ab D 23 (= 1zu 100000000000000000000000) gibt es keine Moleküle im Flascherl mehr.
Die Erkenntnis wie viel Moleküle pro Gramm vorhanden sind, verdanken wir den Herren Avogadro und Loschmidt und sie ist heute noch gültig, und sie wird es auch bleiben. So sicher wie die Schwerkraft! Der nächste Meilenstein war das Massenwirkungsgesetz von Guldberg und Waage. Auf diesen Grundlagen ruht die Rezeptortheorie die von Otto Loewy erstmals formuliert wurde. und von weiteren Forschen bestätigt wurde. Damit wird die "Chemie" des Lebens beschrieben und alle nachfolgenden Erkenntnisse und Erfolge in Medizin und Biologie stehen mit diesen Erkenntnissen und allen anderen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen im Einklang.
Nicht im Einklag mit den Wissenschaften steht das Energie und Informationgeschwurbel der HahnemännerInnen.


aquilo
20.07.2010 07:52
0 2

Qualitätspresse hintennach

Alle diese Argumente haben schon einen langen Bart. Sie wurden vor 14 Tagen in der BRD wieder aufgewärmt und jetzt hat die Presse die Resteln in ihrer Mikrowelle zum Nachrichtenaufwärmen nochmals lau gemacht.
Auffallend ist, daß in den Redaktionen ein ausgeprägter Liberalismus gegenüber Vooddomedizin herrscht.
Schon die Überschrift signalisiert das.
Es könnte auch heißen: Homöopathie ein letztes Aufbäumen gegen wissenschaftliche Erkenntnisse. So aber wird schon in der Überschrift eine Art Gleichberechtigung signalisiert. Wenn es schon nicht wirkt, so muß es doch nicht verboten werden.
Warum ist in der Medizin der Betrug salonfähig?

Gast: Melhut
19.07.2010 11:10
2 0

HP ist der falsche Ausweg

Ich kann verstehen, dass viele Patienten sich beim "Schulmediziner" nicht mehr gut aufgehoben fühlen. Der Mensch, vor allem in der heutigen Zeit, will alles kontrollieren und steuern.
Verordnet ein Arzt bei einem grippalen Infekt nur "Bettruhe", weil der Körper ohnehin allein damit fertig wird, passt das vielen Menschen nicht ins Weltbild. Sie wollen Medikamente, schreien nach Antibiotika (obwohl die gegen Viren nix bringen) oder anderen Präparaten, die natürlich auch Nebenwirkungen haben.

Homöopathie hat halt weder Wirkung noch Nebenwirkung und ist damit perfekt für all jene Menschen, die der Selbstheilung des Körpers nicht mehr vertrauen oder Angst vor Kontrollverlust haben. Man sollte diese Menschen dennoch nicht belügen und ihnen homöopathische Placebos verordnen, nur damit sie zufrieden sind. Vielmehr sollte man bei der Ursache ansetzen: ihrer Psyche.

Gast: Gast
19.07.2010 10:45
2 1

Arzneimittelgesetz

warum nur ist es 1984 gelungen für die Homöopathie in der Arzneimittelzulassung Ausnahmen zu bewirken. Jede Arzneispezialität muss den Wirksamkeitsnachweis erbringen (und natürlich Qualität und Unbedenklichkeit). Nur bei komplementärmedizinischen Massnahmen ist das nicht erforderlich? Warum?
Meditonsin ein im TV beworbenes Homöopathikum enthält die 4 fache Quecksilbermenge die als Maximum im Trinkwasser erlaubt ist.
Ist doch schon bedenklich-odr?
Und wirksam ists schon gar nicht.

Gast: gast
19.07.2010 00:19
2 0

D1000 nicht höchste Potenz

Die D-Potenzen sind die niedrigsten Potenzen, daher ist D1000 noch lange nicht die höchste Potenz, wie im Artikel erklärt.
Ich erwarte genauere Recherche auch beim Thema Homöopathie.
Danke.

aquilo
18.07.2010 20:55
0 2

Frass beweist die Wirksamkeit mit dem Kassenzettel

Prof. Frass weigert sich irgendwelche grundlegenden Fragen zu beantworten.
Er geht stattdessen in eine öffentliche Apotheke, kauft ein Allerweltshomöopathikum und moniert dann bei der Apothekerkammer, daß es einen Apotheker gibt, der homöopathiekritisch ist, und diese trotzdem verkauft.
Wer es einmal mit unbekannten Informationen und unbekannten Schwingungen treibt, also jemand der energetisch denkt, schreckt natürlich nicht vor so skurrilen Produkten wie Energieamuletten und ähnlichem zurück.

Gast: ein gast
18.07.2010 19:10
4 1

Auch in Wien hab es den Versuch einer homöo. Vergiftung

Wie zu erwarten waren keine Opfer zu beklagen:
http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/05/homoopathische-uberdosis-how-i-survived-sulphur-c1000.php

Gast: Ulrich Berger
18.07.2010 19:01
1 1

Kein sinnloser Glaubenskrieg

Die entscheidende Frage ist nicht, ob Homöopathie besser als Placebo wirkt. Diese Frage ist längst entschieden, und zwar negativ. Die entscheidende Frage ist, ob man sich eine institutionalisierte Placebotherapie leisten will: http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/07/homoopathie-kein-sinnloser-glaubenskrieg.php

Gast: satz und sieg
18.07.2010 18:48
2 1

glaubenskrieg

bei der auseinandersetzung mii HP handelt es sich NICHT um einen glaubenskrieg. die wirksamkeit der HP existiert nicht. sie ist widerlegt. der fisch ist quasi geputzt!

es hat auch nicht automatisch recht, wer heilt. denn wenn der homöopath nicht heilt, hat er auch nicht recht.

http://www.stupidedia.org/stupi/Hom%C3%B6opathie

Knieriem
18.07.2010 14:35
3 2

Nachrichtenüberblick Homöopathie - der sinnlose Glaubenskrieg?

Ja! Im Prinzip könnte man meinen, daß wer heilt recht hat. Ich persönlich habe bei (mit) Hoöopathie ebenso "Wunder" (also schulmedizinisch nicht einfach erklärbare Phänomene) erlebt, wie Versager. Versager habe ich aber auch bei (mit) Schulmedizin erlebt. Zunächst muß aber schon gesagt werden, daß die Herstellung homöopathischer Arzneimittel nicht nur in der Verdünnung der Ursubstanz besteht, sondern in der für die Wirkung scheinbar unabdingbaren "Verschüttelung". Erst die Kombination aus Verdünnung und Verschüttelung ergibt scheinbar die Heilwirkung von homöopathischen Arzneien. Daß Homöopathie wirksam sein kann und nicht Placebo ist, ergibt sich für mich, abseits von der üblicherweise größeren Zuwendung des Homöopathen zum Patienten, aus der Tatsache, daß eben nicht jede homöopathische Arznei wirkt, sondern nur die für den Patienten passende. Ich persönlich verstehe ja nicht die hysterische Art wie manchen Mediziner, hier auch noch von einem Lehrstuhlinhaber für komplementäre Medizin, agieren. Ein ähnliches Problem hatte und hat doch auch die TCM. Auch bei der Akupunktur kann man noch nicht hundertprozentig erklären wie und warum sie wirkt. Trotzdem hat sie Jahrtausende überlebt. Ja! Wer heilt hat recht! Wenn Edzard Ernst aber behauptet, daß eine Blasenentzündung auch "so" vergeht, dann ist das dumm und er begibt er sich außerhalb einer medizinischen Akzeptanz. Frauen, die jahrelang darunter leiden, werden es ihm danken. Allein mit dieser Aussage verliert er Respekt.

JEF
18.07.2010 13:44
1 1

Ungereimtheiten

Homöopathie ist (falls ich das richtig verstanden habe) die Bekämpfung eines Leidens mit Hilfe von Wirkstoffen in 1000facher oder mehr Verdünnung.

Soweit sogut.

Mit der Luft, dem Wasser oder der Nahrung werden unentwegt Schadstoffe in ebenfalls 1000facher Verdünnung aufgenommen.
Entfalten diese Schadstoffen dann auch diese enorme (negative) Wirkung?

2 0

Nicht Globuli wirken, sondern Zuwendung!

zum Lancet Artikel aus dem Spiegel: "auch den Autoren der Lancet Studie von 2005 blieb am Ende nichts anderes übrig, als festzustellen, dass die klinischen Effekte der Homöopathie Placeboeffekte sind". Dass Homöopathie-Verfechter dann später versucht haben, die Studie "umzudeuten" ändert daran nichts und hat auch nicht zu einer Korrektur geführt (was eine übliche Vorgangsweise ist, wenn sich herausstellt, dass die Studie fehlerhaft war).
Ich persönlich bin überzeugt, dass die Zuwendung und die Zeit, die dem Patienten gewidmet werden, die eigentlich wirksame "Heilkraft" darstelllen. Das ist doch nicht schlecht.
Und natürlich wird auch in der Schulmedizin viel Blödsinn gemacht, für den es keine Evidenz gibt (man denke an unnötige Antibiotika-Therapien oder dergleichen mehr).
Die eigentliche Frage ist, ob es ethisch vertretbar ist, einen Patienten entgegen wissenschaftlichen Fakten zu behandlen (und Medizin ist eine Naturwissenschaft, sorry) oder gar zu belügen, um einen Plazeboeffekt zu erzielen. Ich persönlich stehe dazu, meinen Patienten bei bestimmten Erkrankungen zu sagen, dass ich nur Symptome lindern kann, aber die Heilung der Körper bewerkstelligen wird (bei einem banalem Schnupfen leuchtet das ja jedem ein, bei manch anderer Erkrankung weniger). Wer in so einem Fall nicht an die Selbstheilungskräfte glauben mag, soll meinetwegen Kugerln schlucken, sie schaden zumindest weniger als ein gleich unwirksames Antibiotikum. Und Zuwendung hilft auf jeden Fall!

Sebifredi
18.07.2010 11:53
0 2

Was viel kostet, hilft auch viel!

Weil man Globoli., Schüsslersalze, ..etc selber bezahlt,der Apotheker oder Heiler.....sich liebevollst um den Käufer bemüht(verdient ja dabei...), sie für den Käufer höchstpersönlich zusammenstellt, das macht Freude und heilt!Deshalb helfen den Hysterikern auch die Generika weniger, die sind ja auch billiger.Leid tun mir nur Kinder, deren Eltern sie mit dem Zeug füttern und sie so zu frühen Tablettenabhängigen machen. So nach dem Motto-nie ohne mein Globoli( und später dann etwas Gefährlicheres)

Gast: Gast
18.07.2010 11:20
2 0

evidenzbasierte Medizin

Nach dem Kriterium "Doppelblindversuch mit Placebos" als einzigem Standard sind meines Wissens nach aber auch zahlreiche etablierte Behandlungen z.B. in der Kinderheilkunde und der Psychiatrie nicht beweisbar wirksam.

Dennoch ist es erstaunlich, dass ein Teebeutel ...

... in einer Tasse heißem Wasser lediglich Tee bleibt, doch ein Teebeutel in der gefüllten Badewanne plötzlich eine Medizin sein soll.

Gast: Lutz
18.07.2010 09:05
1 0

Placebo Effekt ist auch bei Kindern und Tieren nachgewiesen

Da der Placebo Effekt in mehreren Studien bei Tieren und Kleinkindern nachgewiesen worden ist, kann man bei der Homöopathie sehr wohl davon sprechen.

Es ist nur die Unkenntnis, Ignoranz oder Arroganz der Verfechter, diese falsche Schlussforderung immer wieder zur Untermauerung ihrer "Argumente" heranzuziehen.

Bitte einmal die Augen aufmachen, sich über den kritischen Rationalismus informieren und den Kopf anstrengen, anstatt lange revidierte Studien/Theorien zu verbreiten.

Wer heilt hat recht? Gerne. Dann gebt Schulmedizinern mehr Zeit und die Möglichkeit Placebos zu verschreiben. Von den ethischen Zweifeln mal abgesehen wäre es die selbe Behandlung.

Wer psychische Probleme und damit verbundene Krankheiten hat soll diese gerne behandeln lassen. Aber den durch Sprachtherapie oder ähnlichem positiven Effekt auf die Allergie/Asthma/Neurodermitis/Magenschmerzen durch Zuckerpillen zu erklären, entbehrt jeder Logik und ist zudem noch teuer und gefährlich.

Und keinen klar denkenden Menschen interessieren private Anekdoten, denn diese beweisen rein gar nichts.

 
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