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Operationstermine: Versicherer versprechen zu viel

25.01.2012 | 10:53 |   (DiePresse.com)

Vielen Privatversicherten werden kürzere Wartezeiten auf Operationstermine versprochen. Dies sei nicht gesetzeskonform, sagen Konsumentenschützer.

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Vor einem halben Jahr belegte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in einer Studie, dass Privatpatienten bei der Wartezeit auf einen Operationstermin in Krankenhäusern im Vorteil sind. Nun haben die Verbraucherschützer die betreffenden Versicherungen unter die Lupe genommen. Ergebnis: Es wird zu viel versprochen und häufig bessere medizinische Versorgung in Aussicht gestellt. Dies ist laut VKI nicht gesetzeskonform.

Zahlreiche Reaktionen auf die VKI-Studie im August 2011 hätten gezeigt, dass viele Privatversicherte ihre Polizzen offenbar in der festen Meinung abschließen, sich damit Vorteile im medizinischen Bereich zu erkaufen. Der VKI hat daraufhin den Internetauftritt sowie konkrete Angebote der sieben in Österreich tätigen Anbieter (Allianz, Donau, Generali, Merkur, Muki, Wiener Städtische und Uniqa) analysiert. "Bis auf einige Ausnahmen versprachen diese mehr, als sie eigentlich dürften", hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

"Versorgung muss für alle gleich sein"

Gabi Kreindl vom VKI: "Eine Zusatzkrankenversicherung bietet laut Gesetz erhöhten Komfort bei der Unterbringung im Spital und bringt Vorteile bei der Arztwahl. Diese erstreckt sich aber nicht auf die Qualität der medizinischen Versorgung, diese muss für alle Patientinnen und Patienten gleich sein."

Nichtsdestotrotz hätten sich bereits bei der Analyse des Internetauftrittes u.a. folgende Darstellungen gefunden: "Keine Wartezeit bei wichtigen Operationen", "Sie bekommen schneller wichtige Behandlungstermine", "Sie können den Zeitpunkt Ihrer Behandlung oder einer nicht akuten Operation mitbeeinflussen". Lediglich Merkur und Muki stellten keine bessere medizinische Versorgung und raschere Spitalstermine in Aussicht.

"Enorm verkürzte Wartezeite" versprochen

Zusätzlich holten jeweils vier Testpersonen per E-Mail bei jedem Versicherer ein Angebot ein. In 18 von 28 Fällen wurde ein Angebot unterbreitet. Hier fanden sich bei rund einem Drittel nicht gesetzeskonforme Versprechungen, die eine bessere medizinische Versorgung vermuten lassen, etwa: "...der wichtigste Vorteil ist, dass Sie enorm verkürzte Wartezeiten bei dringenden und notwendigen Behandlungen haben. Des Weiteren haben Sie in Vertragskrankenhäusern freie Arztwahl, Zwei-Bett-Zimmer und vor allem den besten Zugang zur besten Medizin."

Korrekt hätten sich laut VKI die Berater der Wiener Städtischen verhalten. In keinem der vier unterbreiteten Angebote fand sich ein Hinweis auf eine bessere medizinische Versorgung. Ebenfalls in Ordnung waren die drei Rückmeldungen von der Muki-Versicherung sowie das Angebot von Merkur. "Versprechungen, dass der Abschluss einer Zusatzkrankenversicherung die Wartezeiten auf OP-Termine verkürzt, sind unseriös. Das Krankenversicherungssystem in Österreich sieht diesbezüglich keine Vorteile für privat versicherte Patienten vor", so Kreindl.

Details zur Erhebung: www.konsument.a

(APA)

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15 Kommentare
Gast: Presseleser
27.01.2012 08:29
0 0

Ohne Zusatzkrankenversicherung


In Österreich funktioniert es auch so.

Eine Zusatzvesicherung sichert bestenfalls den Krankenhausärzten und natürlich den Versicherungen (ohne Profit würden sie es nicht machen) ein beträchtliches Körberlgeld.


Gast: GastA
26.01.2012 23:41
0 0

Am Thema vorbei diskutiert

Rudolfinerhaus, Confraternität, Evangelisches Krankenhaus,... Da gibt es auch nur eine Ein-Klassen Medizin. Aber anders.
Und:
Viel Spaß mit der Rechnung danach ohne Zusatzversicherung.

dadada
25.01.2012 20:17
1 0

natürlich wird keiner vorgereiht weil er

mehr zahlt oder ein guter freund ist usw.

gereiht wird einzig nach medizinischen erfordernissen.

die beurteilt noch immer der arzt.

ist halt notwendig die karli-tant oder den zahlenden meier vorzureihen, ist doch ganz einfach.

wird sich auch nie ändern!


Antworten Gast: biserl
29.01.2012 21:56
0 0

Re: natürlich wird keiner vorgereiht weil er

Der Nachteil für Privatversicherte ist natürlich das der "Herr Professor" persönlich operiert. Was in vielen Fällen nicht zwangsweise vorteilhaft ist, da ist der "Oberarzt" der den Eingriff routiniert oft gesünder.

Antworten Antworten dadada
02.02.2012 18:05
0 0

Re: Re: natürlich wird keiner vorgereiht weil er

zu mit hat der professor, das war ca. vor 25 jahren, gesagt:
wenn sie unbedingt wollen operiere ich, aber ich empfehle ihnen den oberartzt der kann das wesentlich besser als ich!


Antworten Gast: Oesterreicher1
26.01.2012 17:36
0 0

Re: natürlich wird keiner vorgereiht weil er

Es sind noch zwei paar Schuhe, ob diese (illegale) Bevorzugung existiert oder ob damit geworben wird.

Es geht übrigens auch anders: Mir sind mehrere Fälle bekannt, bei denen bei privat versicherten Patienten "sicherheitshalber" mehrere und teurere Untersuchungen gemacht wurden, als sonst üblich.

Antworten Antworten dadada
26.01.2012 19:16
0 0

Re: Re: natürlich wird keiner vorgereiht weil er

sie haben recht, auch das ist realität.
es gibt halt selten vorteile ohne nachteile!

Gast: Privatpatient
25.01.2012 16:11
4 2

Realitätsverweigerung

Mein Gott, in welcher Welt leben die ? Natürlich gibt´s um Geld eine bessere Behandlung. Und sei es nur, weil der erfahrenere Arzt mehr Zeit in seine Privatpatienten investiert. Keiner beschwert sich, wenn im Restaurant das Steak mehr kostet als das Erdäpfelgulasch. Und die öffentl. Versorgung ist Edäpfelgulasch (ein sehr gutes sogar). Wenn das die Versicherungen nicht sagen dürfen,wundert mich das in unserem Gesinnungsterrorstaat nicht wirklich. Aber jeder Versicherungsvertreter wird das natürlich als (geheimes) Argument verwenden. So ist das in Prohibitionszeiten.

Gast: meine devise ist
25.01.2012 14:31
1 0

GESUND BLEIBEN


4 6

verstehe die Aufregung nicht,

selbstverständlich will ich für meine Zusatzversicherung ein besseres Zimmer und das Recht auf den Primararzt für meine OP, dieser kann sich seine Termine ja selbst einteilen, daher kann es sein dass man schneller dran kommt.
Das man sich den Arzt seines Vertrauens aussuchen darf ist ja wohl selbstverständlich.

Antworten ambrosius
25.01.2012 14:30
1 0

Re: verstehe die Aufregung nicht,

aber nur wenn sie auch in ein Privatspital gehen ...

gracilis
25.01.2012 13:40
0 0

Unlautere Werbung, aber was ihnen keiner sagt...

Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass Patienten mit einer Zusatzversicherung die selbe Behandlung erhalten. Der einzige Unterschied in der Bettenpolitik ist folgender:Patienten werden gerne eine bis zwei Tage VOR dem geplanten OP Termin Stationär aufgenommen, da die Bezüge durch ide Versicherung anhängig von der Liegedauer sind . . .

paulpanter
25.01.2012 13:26
2 0

Private Krankenversicherung

Wenn ich nur gutes Essen will, gehe ich in ein Haubenlokal.

3 1

Weil nicht sein kann was nicht sein darf?

Die Versprechen sind zwar vielleicht nicht gesetzeskonform, aber das heißt nicht, daß deswegen zu viel versprochen würde.

Gast: Patient
25.01.2012 11:41
5 8

Recht auf Ungleichheit

Ist der kommunistische VKI komplett anpumpert?

Wenn ich keine Vorteile aus einer - sehr teuren - Krankenzusatzversicherung bekomme, wieso sollte ich dann eine abschließen?

Natürlich erwarte ich mir für mein gutes Geld (und auch für meine Kinder und Ehefrau) eine bessere (weil teurere) Leistung.

Aus welchem Grund sollte Ungleiches gleich behandelt werden???

Mit der VKI-Forderung soll letzlich Spitzenmedizin verboten werden.

Schlagzeilen Gesundheit