22.05.2013 07:45 Merkliste 0

Sonnenspuren auf der Haut: Pigmentflecken

18.06.2012 | 16:26 |  von Claudia Richter (Die Presse)

UV-Licht ist einer der Hauptverantwortlichen für Hyperpigmentierung. Sonnenschutz ist daher die beste Prävention und Grundpfeiler jeder Therapie. Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Sie sind unschön, aber häufig ungefährlich: Pigmentflecken im Gesicht und an den Händen. Frauen leiden mehr und öfter darunter als Männer – fast zehnmal mehr –, und Studien haben gezeigt, dass Frauen mit ausgeprägten Pigmentverschiebungen um bis zu zehn Jahre älter geschätzt werden als ihre gleichaltrigen Geschlechtsgenossinnen mit ebenmäßiger Haut.

Jetzt ist übrigens wieder Hochsaison für die Entstehung dieser im Fachjargon Hyperpigmentierung genannten Flecken, die bevorzugt auf Körperstellen auftreten, die der Sonne ausgesetzt sind, also Gesicht, Dekolleté, Hände. Denn Sonne respektive UV-Licht ist bei der Entwicklung dieser unliebsamen Schönheitsfehler fast immer im Spiel. Auch die hormonell bedingten Schwangerschaftsflecken oder Hautverfärbungen nach Entzündungen kann Sonnenlicht intensivieren und länger erhalten.

Junger Körper, alte Hände

Ganz zu schweigen von den sogenannten Altersflecken, die quasi eine Präsentation der konsumierten Sonnenstunden eines Menschen darstellen. „In der Medizin heißen diese Altersflecken auch Lentigines solares, also Sonnenflecken“, erwähnt Sibylle Wichlas, Dermatologin und Mitgründerin der Ärztegemeinschaft Woman and Health in Wien.

Schon in ihrer Studienzeit, so Wichlas, habe sie immer wieder gestaunt angesichts der Frauen aus der Kriegsgeneration, die so gut wie keine Sonnenbäder in Bikini oder Badeanzug genommen hätten, während Gesicht und Hände sehr häufig dem UV-Licht ausgesetzt waren. „Diese Frauen hatten im Alter einen fast jungfräulichen, schneeweißen Körper mit makelloser Haut, Gesicht und Hände waren jedoch alt, faltig und scheckig.“

Braune Flecken nach Verletzungen

Vermeidung extremer Sonnenexposition und wirksamer Sonnenschutz (Kopfbedeckung, Sonnencremes) gehören also zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen Hyperpigmentierung. Die kommt dann zustande, wenn zuviel Melanin produziert wird. Dieser natürliche Hautfarbstoff wird von den Melanozyten als Schutzreaktion gegen schädliche UV-Strahlen in der Oberhaut gebildet. Eine Produktion normalen Ausmaßes sorgt für die (häufig erwünschte) Braunfärbung der Haut, eine Überproduktion eben für die nicht erwünschten Flecken.

„Störende braune Hautverfärbungen können aber auch nach Verletzungen oder Entzündungen entstehen, wir sprechen dann von postläsionaler oder postinflammatorischer Hyperpigmentierung“, erklärt Daisy Kopera, Professorin an der Grazer Universitätshautklinik. Normalerweise, so Kopera, verschwinden diese Flecken nach einem halben bis einem Jahr wieder von selbst. „Außer man erhält sie mit viel Sonne am Leben“, wirft Wichlas ein. Ähnliches gilt für die hormonell bedingte Hyperpigmentierung (Melasma), wie sie durch Schwangerschaft oder Antibabypille ausgelöst wird. Auch einige andere Medikamente, darunter bestimmte Antirheumatika oder Antibiotika, erhöhen die Lichtempfindlichkeit und fördern auf diese Weise die Entstehung von Pigmentverschiebungen.

Sonnenschutz ist also nicht nur Vorbeugung, sondern auch Therapie einer fleckigen Hautveränderung. Wichlas: „Ohne die ist jegliche weitere Maßnahme zum Scheitern verurteilt.“ Eine Möglichkeit, den ungeliebten Flecken den Kampf anzusagen, sind Cremen mit bestimmten Wirkstoffen. Manche lösen das Melanin auf, andere wiederum reduzieren die Melaninproduktion der Haut, die verliert dann das überschüssige Pigment und wird allmählich wieder heller.

Cremen mit Nebenwirkungen

„Vitamin-A-säurehaltige Cremen sollten Schwangere nicht verwenden, die könnten dem Embryo schaden“, so Wichlas. Und der Stoff Hydrochinon wiederum könnte die Haut irritieren. „Schlimmer noch“, warnt Kopera, „wenn man Cremen mit dem bleichenden Inhaltsstoff Hydrochinon zu lange anwendet, können Melanozyten zugrunde gehen und die Pigmentierung der Haut bleibt nachhaltig gestört. Eine solche Behandlung gehört also unbedingt in die Hände eines Arztes.“

„Beta-Resorcinol, einer der neuesten Wirkstoffe für diese Indikation, ist hingegen schon in geringen Konzentrationen wirksam und zeigt sich in dermatologischen Untersuchungen als gut verträglich“, betont Annegret Wehmeyer, medizinisch-wissenschaftliche Beraterin von Eucerin.

Übel an der Wurzel packen

Beta-Resorcinol setze schon bei der Entstehung des Problems an. Wehmeyer: „Er beeinflusst ein Schlüsselenzym in der Melanin-Synthese und hemmt auf diese Weise die Überproduktion von Melanin und damit die Entstehung einer Hyperpigmentierung.“ Bestehende Flecken würden so allmählich heller und neue erst gar nicht gebildet, „vorausgesetzt, man pflegt gleichzeitig einen vernünftigen Umgang mit der Sonne“. Und wenn alle Cremen und Salben nicht helfen, könnte man ein chemisches Peeling, eine Dermabrasion oder eine Laserbehandlung in Betracht ziehen. Das Prinzip dabei: Hautschichten mit Hyperpigmentierung werden oberflächlich abgetragen, die Haut wird angeregt, sich zu erneuern, die „braunen Zellen“ werden abgestoßen, neue frische Zellen wachsen nach. Wer sich dann allerdings wieder ungeschützt der Sonne aussetzt, hat die Flecken alsbald wieder.

Alle drei Expertinnen unisono: „Ohne entsprechenden Sonnenschutz gibt es auf die Dauer keine Hilfe.“ Kopera fügt noch hinzu: „Auch normales Tageslicht besteht zum Teil aus UV-Licht, deswegen sollte die tägliche Verwendung von Sonnenschutz obligat sein wie das tägliche Zähneputzen.“

Auf einen Blick
Alters- oder Sonnenflecken sind ein Phänomen der Hyperpigmentierung. Dazu zählen ferner Leberflecken, Sommersprossen, Muttermale, aber auch Braunfärbung der Haut durch Schwangerschaft, Antibabypille oder nach Entzündungen.
Die Sonne respektive UV-Licht ist bei der Entwicklung oder Verstärkung einer Hyperpigmentierung fast immer im Spiel.
Die wichtigste Prävention und Therapie ist daher regelmäßiger Sonnenschutz. Zudem gibt es Cremen, Peelings und Laserbehandlungen.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

5 Kommentare
Gast: gute miene
25.06.2012 13:54
0 0

nur nicht verrückt machen lassen

habe selber das "problem", wahrscheinlich wegen kombination antibiotika/pille/sonne vor langer zeit.
und jetzt dunkeln die flecken nach, wenn ich in der sonne bin. es hat mich eine zeitlang sehr gestört, aber irgendwann überlegt man sich: will man bei jedem schritt in die sonne ein schlechtes gewissen, und andauernd chemie ins gesicht schmieren, oder lieber ein unbeschwertes leben.
war dann doch zweiteres, was für mich zählte.
(und mit unbeschwert meine ich NICHT extra in der sonne braten , sondern ganz normales freizeitverhalten).
Frauen, lasst euch nicht verrückt machen.

Gast: jiri
19.06.2012 13:36
2 0

Beta-Resorcinol setze schon bei der Entstehung des Problems an. Wehmeyer: „Er beeinflusst ein Schlüsselenzym in der Melanin-Synthese und hemmt auf diese Weise die Überproduktion von Melanin und damit die Entstehung einer Hyperpigmentierung

Resorcin darf noch immer in Haarfaerbemitteln eingesetzt werden, obwohl die Gefahren bekannt sind!

Resorcin blockiert nicht nur die Melaninsynthese. Es wird durch die Haut resorbiert und gelangt in den Koerper, wo es Jod bindet und dadurch die Schilddruese negativ beeinflusst. Weiters ist Resorcin bekannt dafuer Kontaktekzeme auszuloesen.

Sind jedoch Karzinogene wie zB. Nitrosamine (oder UV?) anwesend, besteht ein erhoehtes Tumorrisiko! Hautkrebs?

Die Medizin kann voellig unbehelligt fuer Substanzen werben und sie einsetzen, von denen offensichtlich nur die Hersteller die potentiellen Gefahren kennen.

Mediziner muessen fuer solche 'Empfehlungen' und Verordnungen haftbar gemacht werden, dann wird die Erkenntnis steigen, wie wenig Mediziner von der Materie verstehen, die so freizuegig an Patienten ausprobiert duerfen.

Antworten Gast: Wehmeyer, Annegret
19.06.2012 22:04
1 0

Re: B-Resorcinol

Es handelt sich hier um eine Verwechslung: "B-Resorcinol" steht für "4-N-Butylresorcinol", eine synthetisch hergestellte, organische Verbindung, die chemisch n i c h t identisch ist mit Resorcin.

B-Resorcinol wird in kosmetischen Produkten verwendet, um Hyperpigmentierungen der Haut zu vermindern. Der Wirkstoff wurde einer strengen Sicherheitsprüfung unterzogen, bevor er in den EUCERIN Produkten eingesetzt werden durfte.

Antworten Antworten Gast: jiri
20.06.2012 08:13
0 0

Re: Re: B-Resorcinol

Das ist die Strukturformel von Resorcin mit einem zusaetzlichem Butylrest am Molekuel.

Es ist daher auch zu vermuten, dass Resorcin die aktive Wirkkomponente ist.

Gast: iona
18.06.2012 22:30
1 0

bitte gibt es ein foto von diesen pigmentflecken?

ich weiß nämlich überhaupt nicht was damit gemeint ist.
altersflecken kenne ich.
muttermale habe ich selber, aber nur am körper und die werden immer mehr, im gesicht und auf den händen kein einziges.
sommersprossen sieht man meistens bei den hellhäutigen, blonden, aber die vergehen doch im winter eh von selber wieder.

Schlagzeilen Gesundheit