Der Alltag des Menschen steht im stetigen und rasanten Wandel. Ein Leben wie vor 100 oder auch nur 50 Jahren ist heute kaum mehr vorstellbar. Die moderne Welt ist vor allem geprägt durch den Rückgang persönlicher Kontakte von Angesicht zu Angesicht.
Wissen, was dem Gehirn guttut
Virtuelle Welten ersetzen den realen Austausch. Ob das gut oder schlecht ist, sei dahingestellt; dass dies Auswirkungen auf unsere geistige Fitness hat, das behauptet Julitta Rössler in ihrem Buch „Machen Sie das Beste aus Ihrem Kopf“. Sie schreibt, dass der durchschnittliche Fernsehkonsum bei 4,6 Stunden liegt, pro Tag! Allein das würde ausreichen, um die geistigen Fähigkeiten vieler Konsumenten ins Wanken zu bringen.
Wenn man dann noch bedenkt, dass geistige Arbeit die körperliche immer weiter verdrängt, dass Kommunikation bei jungen Menschen bereits in weiten Teilen über Internet, SMS etc. abläuft, dass immer mehr Menschen zu Hause am PC via Internet ihr Geld verdienen und in der Freizeit dann noch mit „Freunden“ im Internet „reden“, dann ist klar, dass die Anforderungen an Mensch und Gehirn einem raschen Wandel unterliegen.
Rössler rät, wieder mehr echte soziale Kontakte zu knüpfen, und gibt Tipps, wie man dies bewerkstelligen könnte. Diese Tipps für den „gehirngerechten“ Alltag ziehen sich durch das gesamte Buch. „Wissen, was dem Gehirn guttut, das ist der Schlüssel zu Erfolg und Lebensqualität“, schreibt Rössler.
Der Leser erfährt auf 197 Seiten Basics zum Thema Gehirn und dessen Gebrauch im Alltag und Beruf. Die Psychologin und Trainerin zeigt, wie Bewegung, Ernährung, Schlaf und Stress die Hirnleistung beeinflussen und welche Bedeutung gute Gedanken und Gefühle, Multitasking und Sinneswahrnehmungen haben. Für den vorinformierten Leser wird das Buch nicht allzu viel Neues bringen, es ist aber ein kompakter Einstieg für Menschen, die sich bisher kaum oder gar nicht mit dieser Materie befasst haben.
Für stets gestresste Zeitgenossen hilfreich sind die Tipps im Umgang mit Reiz- und Informationsüberflutung. Rösslers Motto: Volle Konzentration auf das Wesentliche. Und immer nur eine Sache machen. Multitasking, nein danke. Beispiel: Lesen Sie diesen Artikel – in Ruhe! Und machen Sie sonst nichts! Keine E-Mails abrufen, kein Blick auf die Uhr oder das Display des Handys! Lesen also, und sonst nichts. Und schon ist man einer entspannten Lebensführung einen Schritt nähergekommen. (th)
Machen Sie das Beste aus Ihrem Kopf. Praktische Tipps der Hirnforschung für Alltag und Beruf. Verlag Kreuz, 197 Seiten, 15,40 €.















