24.05.2012 06:14 | Meine Presse Merkliste 0

Fit im Kopf durch richtige Bewegung: Fingerübungen bessern Denkfähigkeit

07.11.2011 | 17:04 |   (Die Presse)

Zwei Expertinnen beschreiben in einem Ratgeber, wie man mit einfachem, aber gezieltem Training geistig und körperlich auf der Höhe bleiben kann.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Pianisten haben unter den Musikern die höchste Lebenserwartung. Tägliche Fingerübungen, so hat man festgestellt, fördern die Durchblutung eines Großteils des Gehirns um bis zu 20 Prozent. Sowohl Denk- als auch Merkfähigkeit nehmen zu.
Aber das geht auch ohne Klavierspielen! Wie man seine geistige Leistungen auch ohne Musik steigern kann, erfährt man in dem Ratgeber „Fit im Kopf durch Bewegung“ von Sportlehrerin Petra Mommert-Jauch und Musiklehrerin Janina Jauch. „Wir sind es gewöhnt, die Finger immer komplex und nicht separat zu bewegen. Um so mehr strengt es folglich unser Hirn an, derart festgelegte Bahnen zu durchbrechen.“ Verschiedene, einfache Fingerübungen werden in dem Ratgeber bildlich dargestellt, sie können unauffällig in den Alltag eingebaut werden.
Die grundlegende Aussage dieses Buches ist: Bewegung hat Einfluss auf den Körper, aber auch auf psychische und biochemische Vorgänge im Gehirn. Nach dem jüngsten Wissensstand bestehen nämlich zwischen dem Bewegungsapparat (motorischer Cortex) und dem Stirnhirn (präfrontaler Cortex), das unsere Emotionen, Gedanken, sozialen Fertigkeiten, Aufmerksamkeit und Konzentration steuert, enge Verbindungen.

Spaziergang für die Denkleistung

Diese Verbindungen beeinflussen überdies auch den Alterungsprozess der Gehirnzellen. Dass körperliche Bewegung das alternde Gehirn fit halten kann, ergab eine Studie mit mehr als 122.000 Krankenschwestern (Nurse Health Study): Bei denjenigen Frauen, die täglich körperlich aktiv waren, lag das Risiko geistiger Beeinträchtigungen um rund 20 Prozent niedriger als bei jenen, die sich nicht bewegten. Schon eineinhalb Stunden spazieren gehen erzielte positive Auswirkungen auf die Denkleistung.
Besonders zu empfehlen sind Bewegungen, die auch geistig ein wenig anstrengen. Die Verbindungen zwischen den einzelnen Nervenzellen werden dadurch gestärkt, ja es können sogar neue Nervenzellverbindungen gebildet werden. Auch die Ausschüttung von Botenstoffen im Gehirn wird angekurbelt; beispielsweise von Noradrenalin, das die mentale Aktivität steigert oder von Serotonin, das Stress abbaut.
Das Buch enthält ein Kurzprogramm an Übungen für jeden Tag und für viele Alltagssituationen. So etwa die Übung „Diddeln“: Sie hilft, wenn der Kopf nach langer Arbeit am Computer brummt. Es geht dabei darum, ganz bewusst aufrecht auf einem Sessel zu sitzen. Das kann ganz schön anstrengend sein. Wenn man dabei noch Knie und Becken schwingt, ist „diddeln“ noch wirksamer, Körper und Geist fühlen sich wieder frisch. Auch das Jonglieren mit Tüchern bei Musikbegleitung entspannt und steigert die Kreativität. Alle diese Übungen erfordern wenig Zeit, sollten aber täglich durchgeführt werden. Dem Ratgeber sind ein Stichwortverzeichnis und Empfehlungen für einschlägige Bücher angeschlossen.  (nie)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
Gast: Hans im Glück
10.11.2011 11:00
1 0

Mens sana in corpore sano

Keine neue Entdeckung.

Dafür hat sich die obige Redewendung wieder ein mal bestätigt.

Nicht um sonst wurde der Unterricht bei den alten Griechen im spazieren gehen gehalten.

Antworten ambrosius
13.11.2011 21:21
0 0

Re: Mens sana in corpore sano

ich fürchte nur das diese Erkentnisse in der jetztigen Bildungsdiskussion kaum Eingang finden. Sport und Bewegung in der Schule haben kaum mehr Bedeutung ...

Antworten Antworten Gast: Arbeitender Mensch
14.11.2011 11:09
0 0

Aber wenigstens die Finger werden beim SMSen bewegt ;)


Schlagzeilen Gesundheit