Chronologie: Die Wehrpflicht in Österreich

Die derzeitige Wehrpflicht wurde nach dem Ende der Besatzungszeit 1955 geschaffen. Nun wird eine Volksbefragung entscheiden, ob sie erhalten bleibt.

Im Überblick: 57 Jahre Wehrpflicht (c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)

1. August 1952

Gründung der großteils mit US-amerikanischen und britischen Waffen ausgestatteten "Bereitschafts-Gendarmerie" als Vorläufer des österreichischen Bundesheeres. Das von den Alliierten erlassene Verbot militärischer Aktivitäten wird erst nach Unterzeichnung des Staatsvertrags 1955 aufgehoben.(c) APA (HBF / B undesheer)

7. September 1955

Verabschiedung des ersten Wehrgesetzes inklusive allgemeiner Wehrpflicht. Die ordentliche Präsenzdienstzeit beträgt neun Monate (inklusive zwei Wochen Urlaub).(c) APA (BUNDESHEER)

4. März 1969

Verordnung der Bundesregierung über die freiwillige Verlängerung des Grundwehrdienstes um 3 bis 15 Monate.

1. August 1971: Der Grundwehrdienst wird offiziell auf sechs Monate verkürzt. Da zusätzlich Truppenübungen absolviert werden müssen, dauert der Wehrdienst aber acht Monate (die bisher zwei Wochen Urlaub werden gestrichen).(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

1. Jänner 1975

Einführung des Zivildienstes als Wehrersatzdienst inklusive "Gewissensprüfung" durch eine Kommission. Bis dahin bestand nur die Möglichkeit der Wehrdienst-Verweigerung (1956 bis 1974 wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums von 3277 Anträgen 3266 genehmigt, was 0,45 Prozent der Wehrpflichtigen entsprach). Der Zivildienst dauert wie der Wehrdienst acht Monate. Rund 27.000 Zivildiener bis 1985.(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

10. Juni 1975

Aufnahme der Allgemeinen Wehrpflicht in die Bundesverfassung als Artikel 9a.(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

1. Jänner 1992

Die Gewissensprüfung für Zivildiener wird abgeschafft, der Zivildienst im Gegenzug um zwei auf 10 Monate verlängert. Weil die Zahl der Zivildiener stark steigt (1994 waren es bereits über 6.000), wird der Wehrersatzdienst weiter verlängert: 1994 auf elf Monate und 1997 auf zwölf Monate (inklusive zwei Wochen Urlaub).(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

1. Jänner 2001

Eine Novelle zum Wehrgesetz ermöglicht Frauen die Ableistung von freiwilligen Waffenübungen, Funktionsdiensten sowie Milizarbeit.

1. Jänner 2006: Verkürzung des Wehrdienstes von acht auf sechs Monate.(c) AP (Ronald Zak)

2010

Die SPÖ spricht sich für eine Abschaffung der Wehrpflicht aus. Koalitionspartner ÖVP ist gegen ein Berufsheer; derzeit liegt die Debatte auf Eis.(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

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