SPÖ liegt in Umfragen klar vorne

ÖVP und FPÖ ringen in der Sonntagsfrage um "Silber". Die Stronach-Partei würde derzeit den Einzug ins Parlament schaffen, das BZÖ nicht.

Sollten die Reibereien in der Koalition zur vorgezogenen Nationalratswahl führen, wäre die SPÖ klarer Favorit. Sie liegt seit einiger Zeit in den Umfragen unangefochten vorne, mit ziemlich demselben Wert wie 2008. Die ÖVP müsste hingegen um den damals verteidigten zweiten Platz fürchten. Der Konkurrent FPÖ leidet allerdings unter der neuen Stronach-Partei. Für das BZÖ ginge es bei einer Wahl ums Überleben im Nationalrat, die Grünen dürften mit einem Zuwachs rechnen, ergibt ein Überblick über die aktuellen Sonntagsfrage-Ergebnisse.

Die SPÖ ist in den Umfragen die einzige Partei, die an die 30 Prozent kommt. Bei der Wahl 2008 hatte sie diese mit 29,26 Prozent knapp verfehlt. In den Umfragen weisen OGM (für den "Kurier") und Gallup ("Österreich") 28 Prozent aus, Market ("Standard") 30 Prozent. Von einem Gleichstand von SPÖ, ÖVP und FPÖ - wie er im Frühjahr 2011 ausgewiesen wurde - ist jetzt keine Rede mehr. Die SPÖ liegt mit fünf Prozentpunkten und mehr vorne.

Denn die ÖVP rangiert in den Umfragen nur mehr bei 21 bis 24 Prozent. Sie müsste also mit deutlichen Einbußen gegenüber 2008 (25,98 Prozent) rechnen. Anders als noch im heurigen Frühjahr könnte sie aber hoffen, den zweiten Platz zu halten.

Denn die FPÖ liegt - mit derzeit 20 bis 23 Prozent - nur bei OGM gleichauf mit den Schwarzen, bei Market und Gallup aber auf Platz 3. Die Blauen würden zwar deutlich zulegen gegenüber 2008 (17,54 Prozent), hatten in den vergangenen Jahren aber auch schon wesentlich bessere Umfragewerte.

Dies liegt daran, dass mit Frank Stronach ein neuer Player ins Spiel kam. Er schaffte in den Sonntagsfragen vom Start weg sechs bis zehn Prozent. Darunter leidet auch das BZÖ, für das der Wahlsonntag - mit durchgehend drei Prozent in den aktuellen Umfragen - zum Schicksalstag würde. Von den 10,7 Prozent des Jahres 2008 ist keine Rede mehr, damals führte Jörg Haider die Orangen in die Wahl.

Keine Probleme bereitet Stronach den Grünen. Sie liegen in den Umfragen mit zwölf bis 15 Prozent klar über den 10,70 Prozent der Wahl 2008 - und wären damit ein Wahlsieger.

Dass die Wahl vorgezogen wird, würde von einem guten Teil der Wähler goutiert. 30 Prozent wünschten sich dies in einer Market-Umfrage für den "Standard". In einer anderen Market-Umfrage war die größte Erwartung an die nächste Wahl - genannt von 46 Prozent -, dass der Regierung ein Denkzettel verpasst wird. Dies wäre laut den Umfragedaten - wegen der Schwäche der ÖVP - wohl auch der Fall.

Denn Rot-Schwarz liegt aktuell bei 49 bis 54 Prozent, also unter den 55,24 Prozent des Jahres 2008. Die Fortsetzung der Großen Koalition wäre nach derzeitigem Stand auch die einzige Zweierkoalitions-Variante mit einer Mehrheit. Weder Rot-Grün noch Schwarz-Blau ginge sich aus. Eine satte Mehrheit mit deutlich über 60 Prozent hätte Rot-Schwarz-Grün. Schwarz-Blau gemeinsam mit Stronach kommt, rechnet man die Sonntagsfrage-Werte zusammen, derzeit auf 51 bis 53 Prozent.

(APA)

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