Die „Neos“-Liberalen

Am 27. Oktober stellt sich die neue Partei von Politikberater Matthias Strolz offiziell vor.

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Matthias Strolz – (c) privat

Wien. Ab 27. Oktober ist Österreich (wieder) um eine Partei reicher: Denn dann stellen sich die „Neos“ in der Urania in Wien vor. Die Partei ist das Produkt aus Bewegungen wie „Phönix“ und „Österreich spricht“, die in den vergangenen Monaten für mehr direkte Demokratie Stimmung gemacht haben. Kopf der neuen Partei ist der 39-jährige Matthias Strolz, Politikberater und ehemaliger ÖVP-Mitarbeiter. Bereits 330 Personen sollen bei den „Neos“ mitmachen.

Motive für die Parteigründung gibt es laut Strolz einige: zum Beispiel die Ratlosigkeit darüber, für welche Partei man bei der nächsten Wahl stimmen soll. Denn die rot-schwarze Koalition sei „in einem Zustand, der jeglicher Vitalität entbehrt“. Deswegen würden SPÖ und ÖVP auch bei den Nationalratswahlen sicher unter die 50-Prozent-Marke fallen. „Und wir wollen nicht, dass ein H.-C. Strache als Kanzler regiert.“

Die „Neos“ sollen also eine Alternative für all jene sein, denen die alteingesessenen Parteien zu reformresistent sind – und die FPÖ zu extrem. Dafür will sich Strolz für die Nationalratswahl mit anderen Kleinparteien zusammentun. Dem Vernehmen nach sollen auch die Jungen Liberalen (JuLis) mitmachen und das Liberale Forum (LIF) soll sich ebenfalls anschließen. Frank Stronach aber mit Sicherheit nicht: „Der ist so neben der Spur, dass es schon wieder unterhaltsam ist“, so Strolz.

Was wollen die „Neos“ also dann? Neue Köpfe und eine neue Politik, das ist der Leitsatz. Bei einigen der derzeit diskutierten Fragen haben sie schon Position bezogen: nein zur Wehrpflicht, nein zur Vermögensteuer. Der Rettungsschirm ESM sei eine „Tragödie“ – doch man hätte trotzdem zugestimmt. Außerdem ist die Partei für eine verpflichtende mittlere Reife.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2012)

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