Heeresvolksbefragung: Komitee-Chef Androsch kritisiert die Regierung

Berufsheer oder Wehrpflicht? Die SPÖ Niederösterreich will sich nicht festlegen. Möglicher Hintergrund: Niederösterreich wählt im März einen neuen Landtag.

Hannes Androsch
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Hannes Androsch
Hannes Androsch – (c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)

Wien/Pri. Das kam dann doch überraschend: Hannes Androsch (SPÖ), Vorsitzender des Komitees für ein Berufsheer, erklärte am Donnerstag in einer Pressekonferenz, dass er eine Volksbefragung für verfehlt halte, um über die Zukunft des Bundesheeres zu entscheiden. Zumal das eigentlich Sache der Regierung wäre – doch die „konnte oder wollte sich nicht einigen“. Die Bevölkerung, sagte der frühere Vizekanzler, fühle sich „gefrotzelt“, weil sie in einer „willkürlichen“ Fragestellung über „eine derart komplexe Materie“ befinden müsse, wo doch nicht einmal die gewählten Politiker dazu in der Lage wären. Daher befürchte er eine „sehr geringe“ Beteiligung am 20. Jänner. „Aber jetzt müssen wir das Beste daraus machen.“

Und das wäre laut Androsch: die Umstellung auf ein Berufsheer (samt freiwilligem Sozialjahr) und eine gemeinsame Verteidigungspolitik in Europa. Denn die heutigen Herausforderungen, Terrorismus etwa, könnten nur von „Profis“ bewältigt werden.

Ähnlich sieht das zwar auch der niederösterreichische SPÖ-Chef Sepp Leitner – der Bevölkerung will er seine Position aber nicht „aufzwingen“, wie er am Donnerstag erklärte. Möglicher Hintergrund: Niederösterreich, das im Jahr 2002 von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht wurde, wählt im März einen neuen Landtag.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2012)

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