Neuregelung von Tierversuchen heftig umstritten

Eine Gesetzesnovelle soll am Dienstag in den Ministerrat. ÖVP und SPÖ sind uneins. Der Tierschützer Martin Balluch forderte bei einer Veranstaltung volle Transparenz.

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Neuregelung von Tierversuchen heftig umstritten
Neuregelung von Tierversuchen heftig umstritten – (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Wien/Ku. Tierversuche – in Österreich knapp 200.000 pro Jahr – sind umstritten: Die Wissenschaft kann Erkenntnisse z.B. für die Heilung von Krankheiten gewinnen, verbunden damit ist freilich Tierleid. Damit unnötige Doppelversuche verhindert werden, hat die EU eine Harmonisierung beschlossen. Seit dem Vorjahr arbeitet das Wissenschaftsministerium an einer Novelle, mit der aber keine Seite zufrieden ist. Der Tierschützer Martin Balluch forderte Mittwochabend bei einer Veranstaltung volle Transparenz. Wenn aber der Versuchsablauf vorab veröffentlicht werden müsse, kritisieren Forscher, habe man im Wettbewerb einen Nachteil.

In einem Punkt kommt Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle den Kritikern entgegen: Bei der Vet-Med-Uni wurde ein Kriterienkatalog zur Beurteilung von Versuchen beauftragt. Offen ist indes eine Forderung, der sich auch die SPÖ angeschlossen hat: eine Versuchstier-Ombudsschaft – laut Töchterle ist diese aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht möglich. Gespräche zwischen ÖVP und SPÖ blieben bisher ergebnislos. Wenn die Gesetzesnovelle nicht am Dienstag im Ministerrat eingebracht wird, würden ab Jahreswechsel automatisch die weniger strengen EU-Mindeststandards gelten. Dann müsste Österreich z.B. wieder Experimente an Menschenaffen zulassen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2012)

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