Israel tötete den Militärchef der Hamas

Ahmed al-Jabari starb durch eine Rakete. Man habe al-Jabari wegen seiner „jahrzehntelangen terroristischen Aktivitäten“ getötet, hieß es aus Israel. Israels Armee attackierte zahlreiche Ziele im Gazastreifen.

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(c) EPA (HAMAS MEDIA OFFICE / HANDOUT)

Wien/Jerusalem/Apa/Reuters. Auf den Straßen von Gaza-Stadt war gestern Nachmittag kein Durchkommen mehr, nachdem ein Luftanschlag auf ein Auto Hunderte ins Freie getrieben hatte. Polizisten und Sanitäter durchsuchten das Wrack des Fahrzeugs, in dem kurz zuvor eine Rakete eingeschlagen hatte. Doch Überlebende gab es keine – nur einen prominenten Toten: Ahmed al-Jabari, Militärchef der radikal-islamischen Hamas. Sowohl die Hamas als auch Israels Geheimdienst bestätigten den Angriff. Man habe al-Jabari wegen seiner „jahrzehntelangen terroristischen Aktivitäten“ getötet, hieß es aus Israel. Er war u. a. für die Geiselnahme des israelischen Soldaten Gilad Shalit verantwortlich.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat Israelis und Palästinenser erneut zur Zurückhaltung aufgerufen. Ban fordere eine sofortige Deeskalation, sagte sein Sprecher am Mittwoch in New York und verwies auf eine Erklärung vom Montag. Darin hatte Ban ein sofortiges Ende der palästinensischen Raketenangriffe verlangt und Israel zu höchstmöglicher Zurückhaltung bei Gegenmaßnahmen aufgerufen.

Einmarsch in den Gazastreifen?

Es war nicht der einzige Angriff an diesem Mittwoch: Die israelische Luftwaffe führte zahlreiche weitere Luftangriffe auf den Gazastreifen durch. Die Lage in der Region hatte sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Ein israelischer Armeeangehöriger sagte, der Angriff auf al-Jabari sei nicht der letzte auf hochrangige Hamas-Funktionäre gewesen sei.

Der israelische General Yoav Mordechai stellte in einem TV-Interview sogar die Möglichkeit eines neuerlichen Einmarsches in den Gazastreifen in Aussicht. Noch am Vortag hatten beide Seiten über den Vermittler Ägypten ihre Bereitschaft signalisiert, die Auseinandersetzungen nicht zu einem Krieg eskalieren zu lassen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2012)

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