Ägyptens Präsident schickt seinen Premier nach Gaza

„Die Israelis müssen verstehen, dass wir diese Aggression nicht akzeptieren werden", sagt Ägyptens Präsident Mohammed Mursi.

Egypt's President Mursi smiles during meeting with South Korea's presidential envoy and former Foreign Minister Yu at the presidential palace in Cairo
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Egypt's President Mursi smiles during meeting with South Korea's presidential envoy and former Foreign Minister Yu at the presidential palace in Cairo
Mohammed Mursi – REUTERS

[Kairo] Noch beim letzten Gaza-Krieg vor vier Jahren schaute Ägyptens Regime von Hosni Mubarak zu und sorgte dafür, dass der Gazastreifen auch von ägyptischer Seite abgeschnitten blieb. Inzwischen ist Mubarak gestürzt, und in Kairo sind die demokratisch gewählten Moslembrüder an der Macht, die der Hamas im Gazastreifen ideologisch nahestehen.

Doch das ist nicht das einzig Neue in der nahöstlichen Gleichung: Wenn sich Mubarak um etwas nicht sorgen musste, dann war es die öffentliche Meinung. Diese hatte sein Sicherheitsapparat im Griff. Das ist für die Moslembrüder im demokratischen Ägypten anders. Selbst wenn sie sich aus pragmatischen Gründen aus dem Konflikt heraushalten wollten, müssen sie erstmals die öffentliche Meinung miteinberechnen.

Ägyptens Botschafter in Israel wurde zurückberufen. Ägyptens Präsident Mohammed Mursi von den Moslembrüdern meldete sich im Staatsfernsehen zu Wort. „Die Israelis müssen verstehen, dass wir diese Aggression nicht akzeptieren werden", sagte er, während die israelische Luftwaffe weiter den Gazastreifen bombardierte. Auf Geheiß des Staatschefs soll Ministerpräsident Hischam Kandil am Freitag „angesichts der israelischen Aggression" zu einem Solidaritätsbesuch in den Gazastreifen aufbrechen.

Druck auf die Moslembrüder kommt nicht nur von den Salafisten, sondern auch von der liberalen Opposition: Die Partei des Friedensnobelpreisträgers und Exchefs der Atomenergiebehörde, Mohamed ElBaradei, „verurteilt die barbarischen israelischen Angriffe". Ägyptens Regierung müsse eine klare Politik machen, die derartige Angriffe in Zukunft unterbinde. „Nach der Revolution kann der ägyptische Staat nicht so weitermachen wie früher."

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