''Sorry, my political is too shortly'': Wenn Politiker ''Englisch'' sprechen

Der Prozess gegen Ernst Strasser sollte ans Licht bringen, ob der frühere EU-Abgeordnete sich von vermeintlichen Lobbyisten bestechen lassen wollte. Ein amüsantes Nebenprodukt waren Sätze wie "my political is in the center of the political" oder "they come when the water is to here" (--> mehr).

Auch andere Politiker gebrauchen die englische Sprache in recht eigenwilliger Art und Weise.

Der französische Präsident unterzeichnete ein Gratulationsschreiben an seinen wiedergewählten US-Amtskollegen Barack Obama mit: "friendly, François Hollande".

"Ein englisches Wort benutzt - und es falsch gemacht"; "mit Hollande beginne ich mich dafür zu schämen, Franzose zu sein", höhnten Twitter-User.(c) EPA (Kristoffer Tripplaar POOL)

Aber auch Hollandes Vorgänger Nicolas Sarkozy hatte so seine Probleme mit "la langue anglaise": "Sorry for the time" entschuldigte er sich einst bei US-Außenministerin Hillary Clinton für den strömenden Regen (das französische "temps" bedeutet Zeit und Wetter).

Ein anderes Mal lud Sarkozy seine Zuhörer an einen Ort namens "Frens" ein, wo er mit ihnen Geld machen wollte: "We will be appy". --> Video(c) AP (Michel Euler)

VP-Finanzministerin Maria Fekter lieferte 2011 den "Spruch des Jahres", als sie nach einer Sitzung zur Euro-Krise erklärte: "Die Zeit, die wir uns gegeben haben, ist shortly. Und auf Ihre Frage, was das heißt, sage ich Ihnen: shortly, without von delay."

--> Video(c) APA (Herbert Neubauer)

Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger wurde 2009 unfreiwillig zum YouTube-Star. Hunderttausende schauten sich an, wie er bei einer Konferenz der Universität Columbia eine Rede vom Blatt abnuschelte und am Ende folgerte: ''We are all sitting in one boat''.
--> Video

Oettinger versprach daraufhin, in Brüssel an seinen Englischkenntnissen zu feilen. Angeblich mit Erfolg: "Heute habe ich kein Problem, Arbeitsgespräche jeder Art auf Englisch zu führen", sagte er im August 2012.(c) Dapd (Ronald Zak)

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle weigerte sich nach der Wahl schlichtweg, bei einer Pressekonferenz in Berlin eine Frage auf Englisch zu beantworten. "Wir sind hier in Deutschland", wies er einen BBC-Journalisten zurecht. Sein Spitzname seither: "Westerwave".

--> Video(c) AP (Michael Sohn)

Auch SP-Bundeskanzler Werner Faymann bleibt im Zweifelsfall die Antwort lieber schuldig - so 2008 bei einem Ö3-Interview auf die Frage, was denn "Budgetdefizit" auf Englisch heiße.(c) APA (Helmut Fohringer)

Dem früheren FPÖ-Vizekanzler Hubert Gorbach wurde nach seinem Abgang aus der Politik bald "the world in Vorarlberg too small". Das schrieb er zumindest in einem Bewerbungsbrief an den britischen Finanzminister Alistair Darling: "If you know about any area of operation for myself, where I am able to intend all my experiences and my know-how, please let me know, I am available anytime for further information."(c) APA HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)

Den selben Lehrer hatte wohl Ex-FPK-Chef Uwe Scheuch. Er fasste seine Diplomarbeit so zusammen: "This project is engaged in an inclusion of the forrest in Oberkärnten, and it is apart of a project, wihch was done in all provinces of Österreich. 85 farmers, who were divided in four categories were investigated. It was an personal oral examination, with using a standard questionaire" (alles: sic!).(c) APA HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
Kommentar zu Artikel:

''Sorry, my political is too shortly'': Wenn Politiker ''Englisch'' sprechen

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.