Steiermark: Ex-Landeshauptmann Niederl gestorben

Der frühere Politiker starb im Alter von 92 Jahren. Landeshauptmann-Vize Schützenhöfer würdigte Niederl als "Menschenfischer im wahrsten Sinn des Wortes".

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Niederl im Jahr 2010 mit Gattin Hermine und Landeshauptmann-Vize Schützenhöfer – (c) APA/STVP (STVP)

Der frühere steirische Landeshauptmann Friedrich Niederl ist am Mittwoch im Alter von 92 Jahren gestorben. Der steirische VP-Landeschef Hermann Schützenhöfer bestätigte eine entsprechende Meldung des ORF Steiermark und würdigte den Ex-Landeshauptmann als "Menschenfischer im wahrsten Sinn des Wortes". Der verstorbene VP-Politiker war von 1971 bis 1980 Regierungschef und war jener Landeshauptmann, der für die ÖVP die besten Ergebnisse seit 1945 erzielte.

"Immer das Schicksal der Leute - der großen und der kleinen - im Auge haben", das sei laut Landeshauptmann-Stellvertreter Schützenhöfer das Vermächtnis des Ex-Landeshauptmannes, der sich 1980 aus der Politik zurückzog und bis zuletzt in Wien lebte. Er selbst habe den Verstorbenen noch vor einem Monat am Krankenbett besucht und sei "dankbar, dass ich noch ein paar Sätze mit ihm reden konnte", so Schützenhöfer.

Niederl sei "ein Menschenfischer im wahrsten Sinn des Wortes" gewesen, den immer "ein unkomplizierter Zugang zu den Menschen" ausgezeichnet habe. In Erinnerung werde der Triumph des Jahres 1974 bleiben, als Niederl mit 53 Prozent der Stimmen das beste VP-Ergebnis aller Zeiten errungen habe.

Vom Landarbeiter zum Landeshauptmann

Friedrich Niederl wurde am 15. Juli 1920 als lediges Kind im obersteirischen Bezirk Liezen geboren. Nachdem er als Landarbeiter in Lassing sein Geld verdiente, zog er 1936 nach Graz, und holte die Reifeprüfung an der Abendschule nach. Nach dem Dienst in der deutschen Wehrmacht und amerikanischer Kriegsgefangenschaft studierte er Rechtswissenschaften an der Grazer Universität und begann, sich politisch zu engagieren.

1960 wurde Niederl Bezirkshauptmann von Feldbach, 1965 übernahm er auf Wunsch des damaligen Landeshauptmanns Josef Krainer sen. das Amt des Agrar- und Wohnbaulandesrates. Nach dessen plötzlichem Tod im Jahr 1971 trat Niederl an seine Stelle.

"Bundesländer"-Affäre

Als Landeshauptmann kam Niederl im Oktober 1974 mit der ÖVP auf 53 Prozent der Stimmen, 1978 waren es nochmals 52 Prozent. 1980 zog er sich zurück und gab die Stafette an den "jungen Krainer" weiter. 1989 wurde Niederl wegen Beteiligung an Untreue im Zusammenhang mit der "Bundesländer"-Affäre zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt. Er zog sich völlig aus der Öffentlichkeit zurück und lebte seither in Wien. Niederl hinterlässt eine Frau, einen Sohn und mehrere Enkelkinder.

(APA)

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