Mensdorff-Prozess: Sämtliche BAE-Zeugen sagen ab

Im Geldwäscherei-Prozess gegen den Lobbyisten wird es nun voraussichtlich nur noch drei Verhandlungstage geben.

Causa Mensdorff: Sämtliche BAE-Zeugen erteilen Wiener Gericht Absage
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Causa Mensdorff: Sämtliche BAE-Zeugen erteilen Wiener Gericht Absage
Alfons Mensdorff-Pouilly – APA/HELMUT FOHRINGER

Zeugenschwund im Prozess gegen den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly: Sämtliche Personen aus dem Umfeld des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems, die Richter Stefan Apostol als Zeugen geladen hat, haben ihm eine Absage erteilt und werden nicht im Wiener Straflandesgericht erscheinen. Einige von ihnen haben ausdrücklich deponiert, grundsätzlich zu keiner Aussage bereit zu sein. Eine gesetzliche Grundlage, ihre Aussage zu erzwingen, gibt es nicht.

Daher wird es voraussichtlich nur noch drei Verhandlungstage geben. Laut Anklage soll Mensdorff von BAE über ein verschachteltes Firmen-Netzwerk 12,6 Millionen Euro übernommen haben, um bei Beschaffungsvorgängen in Mittel- und Osteuropa mithilfe der Millionen Einfluss auf die Auftragsvergaben zu nehmen.

Staatsanwalt Michael Radasztics will Mensdorff Geldwäsche nachweisen. Seinem Strafantrag zufolge soll der "Graf" mit den drei BAE-Managern Hugh Dickenson, Richard Evans und Michael Turner sowie "weiteren Personen des Managements" eine kriminelle Organisation gebildet und BAE-Gelder zu Korruptionszwecken verschoben haben, was Mensdorff-Pouilly vor Gericht vehement bestritten hat.

Urteil für 17. Jänner geplant

Neben Dickenson, Evans und Turner werden auch die als Zeugen vorgesehenen Julian Scopes, der BAE-Geschäftsführer für Osteuropa, sowie Julia Aldridge, Mensdorffs Kontaktperson bei BAE Systems, für das Wiener Gericht nicht zur Verfügung stehen. Richter Apostol hat daher den Prozessfahrplan gerafft und wird nun am Dienstag sowie am 16. Jänner die noch verbliebenen Zeugen vernehmen. Sollten Staatsanwalt und Verteidiger keine zusätzlichen Beweisanträge stellen, sind für den 17. Jänner Verlesungen, die Schlussvorträge und die Urteilsverkündung vorgesehen.

Der "Kronzeuge" der Anklage soll am Dienstag ab 11.30 Uhr per Videokonferenz befragt werden: Der Finanz- und Steuerberater Mark Cliff hatte sich als Vermögensverwalter des mittlerweile verstorbenen Timothy Landon betätigt, der Mensdorff-Pouilly bei BAE Systems eingeführt und als dessen Mentor fungiert hatte. Cliff hat gegenüber dem britischen Serious Fraud Office (SFO) ausführlich von dubiosen Machenschaften bei BAE Systems berichtet.

DiePresse.com berichtet am Dienstag ab 9:30 live aus dem Gerichtssaal.

''Stinkt nicht genug'': Das Urteil im Mensdorff-Prozess

(APA)

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