Rumpold-Anklage: FPÖ "weiß nichts von Telekom-Deal"

Nach der Anklage von Ex-FPÖ-Werber Rumpold bestreiten die Freiheitlichen, 600.000 Euro unrechtmäßig erhalten zu haben. Sie wollen SP-Geschäftsführer Kräuter klagen.

Causa Rumpold: FPÖ will SP-Kräuter klagen
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Causa Rumpold: FPÖ will SP-Kräuter klagen
Heinz-Christian Strache – APA/HERBERT PFARRHOFER

Die FPÖ weist in der Causa Rumpold alle Vorwürfe zurück.  Die "Strache-FPÖ" habe mit der Partei von damals nichts mehr zu tun, betonte Parteichef Heinz-Christian Strache am Mittwoch. Man habe auch keinerlei Unterlagen über angebliche unrechtmäßige Geldflüsse: "Ich sehe hier keine 600.000 Euro, die irgendwie an die FPÖ gegangen wären oder nachgelassen wurden. Ich habe von einem Telekom-Deal nichts gewusst und bezweifle auch, dass er so stattgefunden hat." 

Wie berichtet, hat die Staatsanwaltschaft den früheren FPÖ-Werber Gernot Rumpold, Ex-Telekomvorstand Rudolf Fischer und zwei frühere FPÖ-Funktionäre wegen Untreue angeklagt. 2004 sollen von der Telekom 600.000 Euro ohne adäquate Gegenleistung an Rumpolds Werbeagentur geflossen sein. Rumpold habe im Gegenzug auf offene Forderungen gegenüber der FPÖ verzichtet, so die Staatsanwaltschaft. Sie hat außerdem bei Gericht beantragt, die FPÖ zur Rückzahlung der 600.000 Euro zu verurteilen. Die Anklageschrift ist noch nicht rechtskräftig; Rumpold bestreitet die Vorwürfe.

Strache kündigt Klage gegen Kräuter an

Die FPÖ will sich gegen die Vorwürfe auch wehren, indem sie SPÖ-Geschäftsführer Günther Kräuter klagt. Dieser hat in einer Aussendung erklärt: "Strache, schon im Jahr 2004 Obmann der Wiener FPÖ, hatte zu der Zeit, als die Malversationen mit mutmaßlicher illegaler Finanzierung des Wiener EU-Wahlkampfes stattfanden, eine gemeinsame Firma mit Rumpold. Ich gehe davon aus, dass Strache endlich sein Wissen oder seine Beteiligung an dem Deal eingesteht und sich nicht weiter mit faulen Ausreden vor der Verantwortung drückt."

Strache meinte dazu am Mittwoch, bei dieser Firma im Zahntechniksektor seien insgesamt fünf Gesellschafter an Bord gewesen, es habe sich um private Geschäfte gehandelt, die überdies schon längst Geschichte seien. Kräuter "verleumde permanent und gezielt" und sei "der Tölpel vom Dienst".

(Red./APA)

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