Graz: ÖVP lässt KPÖ links liegen

Der Vizebürgermeisterposten für die zweitstärkste Partei wackelt gewaltig. Fast scheint es, als würde Nagl eine Kommunistin als Vertreterin verhindern wollen. Nagl wird von FPÖ und SPÖ bis Anfang nächster Woche hingehalten.

Elke Kahr, Siegfried Nagl
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Elke Kahr, Siegfried Nagl
Elke Kahr, Siegfried Nagl – APA/GEORG HOCHMUTH

Graz/Mal. Traditionell stünde der KPÖ und Frontfrau Elke Kahr als zweitstärkster Partei im Grazer Gemeinderat der Posten der Vizebürgermeisterin zu. Die ÖVP ist drauf und und dran, mit der Tradition zu brechen. „Es ist nicht gesagt, dass wir die KPÖ bei der Wahl zur Vizebürgermeisterin unterstützen“, sagt Thomas Rajakovics, Sprecher Bürgermeister Siegfried Nagls (VP) zur „Presse“.

Die Präsentation der Regierung war für Freitag, anberaumt gewesen. Doch Nagl wird von FPÖ und SPÖ bis Anfang nächster Woche hingehalten. Die KPÖ wird links liegen gelassen. Vor allem, weil Kahr den Sparplänen Nagls nicht uneingeschränkt zustimmt. Fast scheint es, als würde Nagl eine Kommunistin als Vertreterin verhindern wollen. Denn in seiner Abwesenheit würde Kahr in allen Bürgermeisteragenden seinen Platz einnehmen. Was auch finanziell abgegolten wird. Das Gehalt des Vizebürgermeisters liegt mit monatlich brutto 10.608 Euro ungefähr 900 Euro über dem eines Stadtrats – aber immer noch ungefähr 2000 Euro unter dem des Bürgermeisters.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2013)

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