FPK will mit Wahlzuckerln auf Platz eins kommen

Am Sonntag feierten die Freiheitlichen ihren pompösen Wahlkampfauftakt in Klagenfurt. Stargast war FPÖ-Chef Strache. Die John-Otti-Band präsentiert ihren Song zum Wahlkampf, „Unser Kärnten“.

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(c) APA GERT EGGENBERGER (GERT EGGENBERGER)

Klagenfurt. Der blaue Teppich ist ausgerollt vor der Messehalle 2 in Klagenfurt. Eine Armada blauer FPK-Fahrzeuge mit Gerhard Dörflers Konterfei flankiert den Eingang. Am Ende des blauen Teppich steht Kurt Scheuch. Der Landesparteiobmann der Freiheitlichen in Kärnten (FPK) schüttelt jedem, der am Sonntag zum Wahlkampfauftakt kommt, die Hand. Auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist zur Unterstützung zum Wahlkampfauftakt der FPK nach Klagenfurt gereist.

„Unsere große Show beginnt in Kürze“, tönt es aus den Lautsprechern. Auf der halben Tribüne der Seebühne haben rund 15.000 Parteigänger Platz genommen. Neben Landeshauptmann Gerhard Dörfler sowie Strache sitzen weitere FPÖ-Politiker wie der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf und Nationalratsmandatarin Susanne Winter. Die John-Otti-Band präsentiert ihren Song zum Wahlkampf, „Unser Kärnten“: „Es strahlt unser Kärnten in goldenem Sonnenschein.“

Strache schwört das Publikum auf den Wahlkampfkurs ein: für Kärnten, gegen die Mächtigen und Regierenden. Dass die FPK seit 1999 die Kärntner Politik anführt, steht auf einem anderen Blatt. Auch FPK-Chef Kurt Scheuch sieht sich verfolgt. Er habe den Glauben an den Rechtsstaat verloren, Freiheitliche seien vogelfrei. Dass er am Freitag in Leoben vor Gericht steht, weil er einen Richter „Kröte“ genannt hat, sagt er nicht.

Gesprächiger wird Scheuch bei FPK-Zukunftsprojekten. So soll eine Familienkarte eingeführt werden, Häuselbauer sollen künftig mit 15 bis 30 Prozent gefördert werden, mit Infrastrukturprojekten sollen Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Geld für die Wahlzuckerln soll aus dem „Zukunftsfonds“ kommen. Dieser ist 500 Mio. Euro schwer und besteht aus dem Erlös des Verkaufs der Hypo Alpe Adria an die Bayerische Landesbank. Ein Geschäft, das auf eine Initiative Jörg Haiders zurückgeht. Ein Geschäft, das durch die Verurteilungen in der Causa Birnbacher Ursprung der vorgezogenen Neuwahlen am 3.März ist. Ein Geschäft, mit dem die FPK laut Dörfler nichts mehr zu tun hat: „Die Hypo war eine bayerische Bank, als sie von Schwarz-Rot gerettet wurde.“

Das Geld wollen die FPK-Granden aber sehr wohl ausgeben. „Wenn wir nicht mutig sind, dieses Geld zu investieren, wird es in Kürze durch die Entwicklungen auf dem Finanzmarkt nichts mehr wert sein“, sagt Scheuch. Jubel brandet auf, „Jawohl“-Rufe sind zu vernehmen. Was Scheuch nicht sagt: Um auf die Mittel des Fonds zugreifen zu können, ist eine Zweidrittelmehrheit im Landtag notwendig. Diese wird für die FPK schwer zu erreichen sein, keine der bislang veröffentlichten Umfragen gibt den Freiheitlichen noch mehr als 24 Prozent.

Dennoch: „Wir werden bei 35 Prozent landen“, ist ein Funktionär überzeugt. Der Schlüssel zum Erfolg? „Die Themen, die wir im Wahlkampf ansprechen werden“, sagt ein anderer. Mit Themen meint er Baugeld, Familiengeld, Gesundheitsgeld. „Und dass wir uns nicht auf Schmutzkübelkampagnen einlassen werden.“ Dies hatte Kurt Scheuch Anfang der Vorwoche angekündigt. Man wolle Platz eins mit einem „Wettbewerb der besten Ideen“ einfahren – statt mit Verfehlungen der politischen Konkurrenz. Man wolle diese nicht „aus dem Reich der Insekten in jenes der Homo sapiens sapiens erheben“, wie Scheuch sagte. Dörfler hingegen schoss sich auf die SPÖ, die „Spekulationspartei Österreichs“, ein: Mit Peter Kaiser ist die SPÖ Kärnten zurzeit scharfe Konkurrenz.

 

„Baldrian“ fürs BZÖ nach Fotomontage

Strache meinte in Richtung BZÖ, er werde dessen Obmann Josef Bucher Baldrian zukommen lassen. Der sei ja „völlig aus dem Häusel“. Damit nahm Strache Bezug auf ein vom BZÖ Samstag auf Facebook veröffentlichtes Bild. Die Montage des weltberühmten Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg „Raising the Flag on Iwo Jima“ zeigt die Gebrüder Scheuch sowie Ex-ÖVP-Obmann Josef Martinz. Versehen ist das Bild mit dem Text: „Am 3. März: Kärnten befreien.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2013)

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