Fibeg verteidigt NÖ-Veranlagungen

Die Landes-Veranlagungsgesellschaft reagiert auf Medienberichte über Verluste in hundertfacher Millionenhöhe.

Fibeg verteidigt NoeVeranlagungen
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Fibeg verteidigt NoeVeranlagungen
(c) APA (BTF NOE LANDHAUS ST POELTEN M GA)

St. pölten/Gr. Das Land Niederösterreich verteidigt sich gegen Medienberichte über Milliardenverluste durch Spekulationsgeschäfte. Einerseits reagiert Johannes Kern, Geschäftsführer der Landes-Beteiligungsholding fibeg, auf einen „Presse“-Bericht vom Samstag, dem – und einem Rechnungshof-Bericht – zufolge dem Land ein Verlust von rund einer Milliarde Euro entstanden sei. „Im Unterschied zu anderen Ländern hat Niederösterreich die Erträge aus dem Verkauf von Wohnbaukrediten veranlagt, um jährlich Renditen zu generieren“, erklärt Kern – anstatt die laufenden Rückzahlungen direkt ins Budget zu überführen.

Letzteres hätte nämlich zur Folge, dass am Ende der bis zu 40-jährigen Laufzeit der Wohnbaukredite kein Geld mehr übrig sei – entsprechend der niederösterreichischen Veranlagungsstrategie bleibe auch dann noch ein Kapitalstock erhalten, wenn die Kredite zurückgezahlt seien, so Kern. Der Vergleich mit der bloßen Summe, die das Land über Jahrzehnte aus den Kreditrückzahlungen generiert hätte, sei somit wirtschaftlich unseriös. Darüber hinaus seien Gewinne aus der Veranlagung nach den Maastricht-Kriterien budgetrelevante Einnahmen – Kreditrückzahlungen aber nicht.

Kern widerspricht auch der Darstellung im aktuellen „profil“, Niederösterreich sitze „auf 700 Mio. Euro riskanter Veranlagung“: Die Anleihen in den NOE-Fonds der fibeg seien mit einem Durchschnittsrating von A „sichere Anlagen“, „vergleichbar mit konservativen Veranlagungsstrategien österreichischer Pensionskassen“. „Profil“ beziehe sich auf einen alten Rechnungshofbericht aus dem Jahr 2010, dessen Empfehlungen mittlerweile umgesetzt wurden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2013)

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