6,9 Mrd. Euro: "Schattendepot" in Salzburg aufgetaucht

In Salzburg wurde einem Bericht zufolge weit mehr spekuliert als bisher bekannt. Gibt es realisierte Verluste im Ausmaß von 123 Mio. Euro?

Euro Schattendepot Salzburg aufgetaucht
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Euro Schattendepot Salzburg aufgetaucht
Außenansicht der Salzburger Finanz- und Vermögensverwaltung – (c) APA

Die Finanzabteilung des Landes Salzburg soll in den vergangenen Jahren Spekulationsgeschäfte in weitaus größerem Ausmaß betrieben haben als bisher bekannt. Das schreibt "profil" in seiner Online-Ausgabe. Dem Nachrichtenmagazin liegt demnach das sogenannte Schattendepot vor. Es existierte neben dem offiziellen Portfolio des Landes und umfasste im Jahr 2012 dem Bericht zufolge 245 Geschäfte mit 26 österreichischen und internationalen Banken und einem Volumen von insgesamt 6,9 Milliarden Euro.

Das ist ein Vielfaches der zuletzt kolportierten Zahlen: Diesen zufolge lag das offizielles Portfolio des Landes bei 1,8 Milliarden Euro, das Schattenportfolio bei 1,2 Milliarden Euro. Der von "profil" um eine Portfolio-Analyse der dem Magazin zugespielten Unterlagen gebetene gerichtlich beeidete Sachverständiger für derivative Finanzprodukte, Sascha Stadnikow, hat laut dem Nachrichtenmagazin 156 der 245 Geschäfte ausgewertet und komme zu beunruhigenden Ergebnissen.

Realisierter Verlust von 123 Millionen Euro?

Alleine die Geschäfte zur Zinsabsicherung mit einem Volumen von knapp 900 Millionen Euro wiesen demnach mit Stichtag 16. Oktober 2012 einen negativen Marktwert von 123 Millionen Euro auf. "Sollten diese Geschäfte zu diesem Zeitpunkt - wie von Brenner angewiesen - aufgelöst worden sein, wäre der Verlust damit realisiert", so "profil". Bestünden diese Geschäfte jedoch nach wie vor, drohe - hochgerechnet auf die lange Restlaufzeit - hingegen eine Gesamtbelastung von 220 Millionen Euro.

In Hinblick auf Medienberichte, dass dem Land gar kein Schaden entstanden sei, dämpfte der Finanzexperte die Erwartungen: Es sei zu vermuten, dass in dieser Ergebnisbetrachtung die sogenannte Reserve-Swaps - das waren Absicherungsgeschäfte der Finanzabteilung - mit einem Volumen von 1,4 Milliarden Euro (aktueller Marktwert: 327 Millionen Euro) eingerechnet wurden. Woher das Geld dafür stammt, sei aber noch unklar. "Sie dürfen nur dann mit den Spekulationsgeschäften gegengerechnet werden, wenn sie aus in der Vergangenheit erzielten Gewinnen angesammelt wurden", so Stadnikow im "profil".

Aus dem Büro von Landeshauptmann-Stellvertreter David Brenner (SPÖ) gab es am Dienstag keine Stellungnahme zu dem Artikel. Man verwies auf die Präsentation des Zwischenberichtes vor dem Finanzüberwachungsausschuss am Mittwochnachmittag.

(APA)

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