Monika R.: "Ich bin mir keiner Schuld bewusst"

Die angezeigte Ex-Referatsleiterin zeigt sich in einem TV-Interview über die Vorwürfe im Salzburger Finanzskandal "fassungslos".

Monika keiner Schuld bewusst
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Monika keiner Schuld bewusst
Monika R. – (c) APA

Die entlassene Referatsleiterin der Finanzabteilung des Landes Salzburg, Monika R., hat am Donnerstagabend ihre Unschuld beteuert. In einem Servus-TV-Interview zum Finanzskandal gab sie auch Einblicke in ihre Gefühlswelt. Sie sei fassungslos gewesen, als sie von den Vorwürfen erfahren habe. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst", betonte die von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft als Beschuldigte geführte 41-Jährige.

Am 6. Dezember 2012 informierte Finanzreferent Landeshauptmann-Stellvertreter David Brenner (SPÖ) die Medien über den Verdacht, Monika R. habe bis zu 340 Millionen Euro verspekuliert. An diesem Tag sei sie noch bis kurz vor der Pressekonferenz in ihrem Büro gesessen, erklärt nun die Ex-Finanzbeamtin. "Ich wusste nicht warum und wieso und war unfähig etwas zu tun. Ich war fertig, ich habe nicht mal mehr die einfachsten Dinge zustande gebracht. Es war schwierig und erdrückend, sich den Vorwürfen zu stellen."

Die Öffentlichkeit habe sie aber nicht gemieden, schilderte Monika R.: "Ich bin in den letzten Wochen bei mir zu Hause sehr viel in der Natur gewesen, weil die Natur mir sehr viel Kraft gibt." Sie habe auch versucht, offen mit Nachbarn und Bekannten zu reden. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst, ich fühle mich dem Land sehr verbunden", erklärte die Finanzexpertin, gegen die wegen des Verdachtes der Untreue und des Amtsmissbrauchs ermittelt wird.

"Ich habe alle Türen geöffnet"

Monika R. berichtete auch von ihrer Arbeitsweise: Sie sei für Finanzmanagement, Schuldenmanagement und Veranlagungen zuständig gewesen und habe sich im Excel ein eigenes Finanzausgleichssystem erstellt, um alles selbst herausrechnen zu können. Das Betriebsklima bezeichnete R. als "hervorragend". "Ich habe alle Türen geöffnet, damit die Kollegen alles mitkriegen, was ich rede und sie automatisch mitbekommen, was läuft."

23 Jahre arbeitete Monika R. für das Land Salzburg. „Der Tätigkeitsbereich hat mich sehr interessiert, weil er spannend und umfangreich war. Es war ein Teil meiner Aufgabe, dass ich hab wissen müssen, welche Mittel fließen nach Salzburg und wie sind die Finanzströme genau aufgebaut. Daraus ist auch die Leidenschaft entstanden, immer mehr Verantwortung zu übernehmen."

Der Anwalt von Monika R., Herbert Hübel sagte, die Vorwürfe gegen seine Mandantin seien unmenschlich gewesen und gehörten öffentlich widerlegt. "Ihr ist tiefes Unrecht widerfahren. Unsere Kanzlei wird alles tun, die Unschuld dieser Frau zu beweisen." Man solle die Unschuldsvermutung leben, richtete der Salzburger Rechtsanwalt an die Adresse der Politiker.

Auf die Frage, ob Monika R. allein verantwortlich gewesen sei, antwortete Hübel: "Zu sagen, sie habe allein gehandelt, ist eine billige Version, um sich aus der Verantwortung zu stehlen." Es habe ein Vier-Augen-Prinzip und einen Abteilungsvorstand gegeben, alle Depotauszüge der Banken seien immer an den Abteilungsvorstand (den mittlerweile suspendierten Hofrat Eduard Paulus, Anm.) gegangen. Seine Mandantin habe sich an das Budgetbegleitgesetz des Landtages gehalten. Sie habe die Maßnahmen umgesetzt, "sonst wäre sie rausgeflogen", meinte der Advokat.

Die Vorwürfe, seine Mandantin hätte Unterschriften manipuliert oder Dokumente gefälscht, könne seine Kanzlei widerlegen, sagte Hübel. "Und wenn es keine interne Anzeigen gegeben hätte, wäre die Causa nicht aufgeflogen."

(APA)

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