Offiziell: Stronach holt Ex-SP-Klubchef in Kärnten

Karl Markut wechselt als "Team-Manager" ins Lager des Milliardärs. Auch der frühere Kärntner Ärztekammer-Präsident Othmar Haas ist an Bord.

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Markut (Archivbild 2006) – (c) SPÖ Pressestelle Kärnten

Das Team Stronach hat im Kärntner Landtagswahlkampf personelle Verstärkung bekommen. Ab sofort übernimmt der vormalige SPÖ-Landtagsklubchef Karl Markut die Funktion eines "Team-Managers". Als Kandidat steht er allerdings nicht zur Verfügung. "Die Presse" hat bereits am Donnerstag von Markuts anstehendem Wechsel berichtet.

Die Kärntner SPÖ habe sich in den vergangenen Jahren zu weit nach links entwickelt, begründete Markut am Freitag sein Ausscheiden bei den Sozialdemokraten.

"Die Partei hat mich verlassen"

"Nicht ich habe die Partei verlassen, die Partei hat mich verlassen", sagte Markut,, der dem Team Stronach nun ehrenamtlich als Experte zur Verfügung steht. Spitzenkandidat Gerhard Köfer konnte zusätzlich zu Markut mit einem weiteren "Experten" für seine Partei aufwarten. Der ehemalige Kärntner Ärztekammerpräsident Othmar Haas wechselte auch ins Team Stronach.

"Die etablierten Parteien, die nichts an sich selbst verändern wollen, können auch in Kärnten nichts verändern", sagte Markut. Spitzenkandidat Köfer traue er jedoch eine Veränderung zu.

Köfer selbst bekräftigte sein Ziel für die Kärntner Landtagswahl. Er wolle ein Regierungsmandat, also mehr als rund elf Prozent der Stimmen, erreichen. Nach der Wahl werde das Team Stronach nicht als "Steigbügelhalter" fungieren. "Wir werden für keine Koalition zur Verfügung stehen", sagte Köfer. Offiziell startet das Team Stronach am kommenden Donnerstagabend mit einer Arbeitssitzung im Casineum in Velden in den Landtagswahlkampf.

Karl Markut im Porträt

Karl Markut will zurück in die Landespolitik. Der Bürgermeister der kleinen Lavanttaler Gemeinde St. Georgen schaffte es in der SPÖ 1994 zum Klubobmann im Landtag. Nach der Wahl von Gaby Schaunig zur SPÖ-Landesvorsitzenden im Oktober 2005 - Markut hatte ebenfalls für den Parteivorsitz kandidiert - demontierte ihn Schaunig noch während des Parteitags als Klubchef. Markut legte daraufhin den Bezirksparteiobmann zurück und schied 2009 aus dem Landtag aus. Nun rührt er für Frank Stronach die Werbetrommel.

Karl Markut wurde am 26. Juni 1954 in Wolfsberg geboren, nach Volks- und Hauptschule absolvierte er eine Lehre als technischer Zeichner, von Beruf ist er Bautechniker. 1985 wurde er Gemeinderat in der Gemeinde St. Paul im Lavanttal, zu der St. Georgen damals noch gehörte. Nach der Abtrennung St. Georgens, das 1991 wieder eine eigene Gemeinde wurde, war Markut zuerst Regierungskommissär, seit April 1991 ist er Bürgermeister.

1997 kam Markut eher überraschend zu einem Landtagssitz. Nach der sogenannten Unterschriftenaffäre im SPÖ-Klub im Jänner 1997 hatten Peter Ambrozy, Reinhart Rohr und Max Koschitz ihre Landtagsmandate zurückgelegt, Markut übernahm das Mandat von Koschitz, verlor seinen Sitz im Landtag bei der Wahl 1999 aber wieder. 2001 wurde er Bezirksparteiobmann in Wolfsberg, im Frühjahr 2004 kehrte er in das Landesparlament zurück, seine Demontage durch Schaunig soll er der SPÖ nie verziehen haben. Das dürfte auch sein Motiv für den Seitenwechsel sein, denn auf die Kandidatenliste kommt er nicht mehr, diese wurde bereits eingereicht.

(APA)

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