Lebenserwartung: Plus 2,5 Monate pro Jahr

Der Ökonom Ulrich Schuh warnt: „Neuerung ist ein großer Schritt, aber noch nicht das Ende.“ Er verteidigt das Einbeziehen der Lebenserwartung in die Pensionsberechnung.

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(c) AP (Hans Punz)

Wien/Ett. Die Regierung geht einer treibenden Kraft hinter dem Expertenplan für eine Pensionsreform, Ulrich Schuh, Leiter des Eco-Austria-Instituts, nicht weit genug, um die Finanzierung langfristig zu sichern. „Das Pensionskonto ab 2014 ist sicherlich ein großer Schritt, aber noch nicht das Ende der Fahnenstange“, betont er im Gespräch mit der „Presse“.

Schuh steht weiter zu dem gemeinsam mit Experten wie Bernd Marin und Ex-Weltbank-Direktor Robert Holzmann vorgelegten radikaleren Pensionskontomodell. „Es geht nicht darum, die Pensionen zu kürzen, insofern ist das ein bisschen Propaganda“, antwortet er auf die Berechnungen des Sozialministeriums (siehe Bericht oben), „es geht darum, ein System zukunftstauglich zu machen.“

Er verteidigt das Einbeziehen der Lebenserwartung in die Pensionsberechnung. Diese steige pro Jahr um 2,5 Monate. Das ist ein Grund, warum er das jetzige Gesetz mit konstanten, fixen Pensionsabschlägen nicht für sinnvoll hält. Generell müsse das „ständige Nachjustieren“ durch kleinere Reformen ein Ende haben. Ein wesentlicher Unterschied neben der Lebenserwartung sei, dass der Staat beim Modell der Experten sofort Geld für Ersatzzeiten (Kindererziehung, Präsenzdienst) auf das Pensionskonto zahlen müsse.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.01.2013)

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