Elite-Uni: Ärger über Absage des neuen Uni-Präsidenten

Der renommierte deutsche Hirn-Forscher Tobias Bonhoeffer wird doch nicht der erste Präsident des "I.S.T. Austria" in Maria Gugging. Er war erst Ende Juni als neuer Chef präsentiert worden.

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(c) APA (Regina Hügli)

Wien/ KLOSTERNEUBURG(bm). Der deutsche Neurobiologe Tobias Bonhoeffer hat sein Engagement als erster Präsident von I.S.T. Austria in Klosterneuburg am Montag überraschend abgesagt. Erst Ende Juni war der 49-jährige Neurobiologe als designierter Leiter der naturwissenschaftlich-technischen Elite-Uni in Maria Gugging präsentiert worden. Wegen seiner Tätigkeit als Leiter des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie und aus familiären Gründen – er ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von vier und sechs Jahren – entschied Bonhoeffer nun plötzlich, lieber doch in München zu bleiben.

„Das stößt uns sehr vor den Kopf,“ kommentiert I.S.T. Austria-Geschäftsführer Gerald Murauer die Absage. Schließlich liege die Bewerbung seit fünf Monaten auf dem Tisch, seit vier Wochen waren Details wie Gehalt und Forschungsmittel ausverhandelt. Nun sei wohl eine Neuausschreibung der Position nötig. Ersatzkandidaten, auf die man unmittelbar zurückgreifen könnte, gebe es keine. Bonhoeffer hätte sein Amt im Herbst 2009 antreten sollen. Der entsprechende Zeitplan sei grundsätzlich auch mit einem anderen Kandidaten einzuhalten, gibt sich Murauer zuversichtlich.

Wissenschaftsminister Johannes Hahn vertraut darauf, dass das Exekutivkommitee von I.S.T. Austria und sein Vorsitzender Haim Harari in absehbarer Zeit geeigneten Ersatz finden werde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2008)

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