Bundesheer startet großes Investitionsprogramm

Um 104 Millionen Euro werden in den kommenden acht Jahren 150 gepanzerte Mehrzweckfahrzeuge angeschafft. Außerdem hat das Bundesheer um 20 Mio. Euro ein neues Flugfunksystem erworben.

Mehrzweckfahrzeug
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(c) APA (LMV)

Wien (maf). Das Bundesheer rüstet auf. Am Mittwoch gaben Verteidigungsminister Norbert Darabos und Generalstabschef Edmund Entacher eine neue Großinvestition bekannt: Um 104 Millionen Euro werden in den kommenden acht Jahren 150 gepanzerte Mehrzweckfahrzeuge von der italienischen Fiat-Tochter Iveco angeschafft. Außerdem hat das Bundesheer um 20 Mio. Euro ein neues Flugfunksystem erworben.

Darabos kündigte auch gleich die nächsten Anschaffungen an: In nächster Zeit geplant sind der Kauf weiterer 150 Fahrzeuge der Kategorie Allschutzfahrzeuge (die sind etwas größer und noch besser geschützt als die jetzt gekauften Mehrzweckfahrzeuge) um etwa 140 Mio. Euro, ein Facelifting für die Hubschrauber „Agusta Bell 212“ um rund 63 Mio. Euro und ein Ersatz für die veralteten Trainingsflugzeuge Saab-105. Bei den jetzt angeschafften Mehrzweckfahrzeugen hat sich Iveco im Bieterverfahren unter anderem gegen den heimischen Fahrzeughersteller Steyr durchgesetzt. Als Grund nannte Entacher die Dimensionierung der Fahrzeuge: Der Sieger im Bieterverfahren würde besser zu den Erfordernissen des Bundesheers passen. Laut Darabos werden aber trotzdem österreichische Unternehmen profitieren. Mit dem Hersteller ist vereinbart, dass 51 Prozent der Wertschöpfung aus Österreich kommen.

 

Einsätze im Ausland

Die Iveco-Fahrzeuge werden als Transport-, Patrouillen- und Aufklärungsfahrzeuge in erster Linie bei Auslandsmissionen verwendet werden. Sie sind gegen Beschuss, Minen und Sprengfallen geschützt und auf Temperaturen von minus 30 bis plus 50 Grad Celsius ausgelegt. Die Einführung des Systems beginnt im heurigen Jahr, bis 2010 sollen 50 Stück geliefert sein, Generalstabschef Edmund Entacher rechnet mit einem Abschluss bis 2013. Die Nutzungsdauer beträgt „theoretisch“ 15 Jahre, beim österreichischen Bundesheer werden es in der Praxis wahrscheinlich 30Jahre werden, meinte Entacher augenzwinkernd.

Budgetär sind die jüngsten Investitionen abgesichert, ebenso das Update der „Agusta Bell 212“, die den Kern der Hubschrauber-Flotte bilden und die weiteren 150Allschutzfahrzeuge. Noch offen ist hingegen die Nachfolge der fast 40 Jahre alten Saab-105-Trainingsflugzeuge. Diese wird laut Darabos erst diskutiert werden – vielleicht noch heuer oder auch 2010. Gerüchte über die Anschaffung von Eurofighter-Doppelsitzern zu Trainingszwecken wies er kategorisch zurück. Bei der Pilotenausbildung ist eine Kooperation mit Italien geplant, die Typeneinschulung für die Eurofighter bleibe aber in Deutschland, sagte Entacher.

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(c) Die Presse / HR

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2009)

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