Flüchtlinge: Niederösterreich stellt Container auf

Bis Mitte Oktober will Niederösterreich weitere 1500 Plätze schaffen, unter anderem auf dem Areal des Flughafens Schwechat.

Flüchtlinge: Pröll kündigt Containerdörfer an
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Flüchtlinge: Pröll kündigt Containerdörfer an
Asylwerber am Flughafen Schwechat – APA/HELMUT FOHRINGER

Niederösterreich wird bis Mitte Oktober weitere 1500 Plätze für Flüchtlinge schaffen. Das kündigte Landeshauptmann Erwin Pröll am Montag an. 480 davon sollen in Containerdörfern auf Liegenschaften des Landes entstehen, und zwar in Tulln, Mödling, Mistelbach, Korneuburg, Pottenstein und Mauer. 400 bis 600 Plätze werden in den Gemeinden angeboten, weitere 400 auf dem Areal des Flughafens Wien in Schwechat.

Wie Airport-Vorstand Günther Ofner ausführte, werde ein Containerdorf für bis zu 400 Menschen eingerichtet. 250 Flüchtlinge seien derzeit in der Winterdiensthalle untergebracht, die allerdings Anfang November für ihren eigentlichen Zweck zur Verfügung stehen müsse. Seit der Aufnahme der Flüchtlinge sei eine "Welle der Solidarität durch das gesamte Unternehmen" gegangen, den Ablauf bezeichnete Ofner unter Hinweis auf die gute Kooperation mit der Stadt Schwechat als reibungslos.

In seiner Zwischenbilanz zum Thema Asyl verwies Pröll auf die steigende Zahl der Asylanträge. Angesichts dieser Entwicklung sei es "dringend", gemeinsam mit den Bundesländern Unterkünfte anzubieten. Die diesbezüglichen Anstrengungen seien in allen Bundesländern "unglaublich groß", betonte Pröll. In Niederösterreich, das nicht nur mit dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen gefordert sei, sondern laut Statistik des Innenministeriums die Quote zu 114 Prozent erfülle und seit dem Asylgipfel im Bundeskanzleramt zusätzliche 1.400 Flüchtlinge aufgenommen habe, würden aktuell 10.850 Personen betreut.

Wegen des Flüchtlingsstroms aus Ungarn hatte Niederösterreich am Wochenende innerhalb weniger Stunden zwei Transitquartiere verfügbar gemacht - 500 Plätze im Multiversum Schwechat und 200 in der Landes-Feuerwehrschule Tulln.

Bundesregierung bedankt sich

Kanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner haben sich am Montag in einem Schreiben an die Medien bei den Österreichern für deren "große Hilfsbereitschaft" in der Flüchtlingskrise bedankt: "Österreich hat Menschlichkeit gezeigt. Jetzt gilt es, diese Menschlichkeit und diesen Zusammenhalt in ganz Europa zu leben und eine faire Verteilung der Verantwortung zu erreichen."

Wie kann Österreich besser mit der Flüchtlingskrise umgehen? Diskutieren Sie mit im Themenforum

(APA/Red.)

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