Landeshauptleute: Pröll verpasst den Rekord

Unter den Top fünf der längstdienenden Landeshauptleute schaffte es bislang kein SPÖ-Politiker. Johanna Mikl-Leitner könnte Österreichs dritte Landeshauptfrau werden.

Fast ein Vierteljahrhundert war Erwin Pröll (ÖVP) Landeshauptmann von Niederösterreich. Das 25-Jahr-Jubiläum wird er mit seinem Rückzug im Frühjahr nicht mehr feiern können und er wird dem Oberösterreicher Heinrich Gleißner (ÖVP) den Amtsdauer-Rekord nicht abnehmen. Dieser hielt sich 25,5 Jahre (von Herbst 1945 bis 1971) im Amt. Gleich dahinter kommt Pröll schon jetzt - und bleibt da mit den rund 24,5 Jahren beim Abtritt.

Erstmals angelobt wurde Pröll am 22. Oktober 1992. Damit steht er aktuell bei 24 Jahren und fast drei Monaten. Um Gleißner einzuholen, hätte er mehr als ein Jahr länger bleiben müssen, bis Ende April 2018. Einen "Runden" hätte er schon im heurigen Juni - am 13. - feiern können, nämlich 9000 Amtstage.

Unter den aktuellen Landeschefs ist der 70-jährige Niederösterreicher der Längstdienende. Mehr als ein Drittel seines Lebens wird er schon "Herr Landeshauptmann" gerufen - Michael Häupl (SPÖ) in Wien und Josef Pühringer (ÖVP) in Oberösterreicher ein wenig kürzer. Häupl kommt aktuell auf 22,2 Jahre als Landeshauptmann, Pühringer auf 21,9 Jahre. Noch nicht ganz diese Dimension hat Hans Niessl (SPÖ): Er liegt mit 16,1 Jahren Amtszeit deutlich unter dem Zwanziger.

Um es auf das Stockerl der längst dienenden Landeshauptleute der Zweiten Republik zu schaffen, müssen Häupl und Pühringer noch mehr als ein Jahr im Amt bleiben. Derzeit liegen - nach Gleißner und Pröll - noch der Tiroler Eduard Wallnöfer (ÖVP) mit 23,7 Jahren, der Steirer Josef Krainer sen. (ÖVP) mit 23,4 Jahren und der Vorarlberger Herbert Keßler (ÖVP) mit 22,7 Jahren vor Häupl und Pühringer.

Mikl-Leitner wäre dritte Landeshauptfrau

Sollte in Niederösterreich Ex-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner Pröll nachfolgen, wäre sie erst die dritte Frau und den bisher 69 Landeshauptleuten der Zweiten Republik. Die erste "Frau Landeshauptmann" - so wollte sie genannt werden - war Waltraud Klasnic (ÖVP) in der Steiermark, die zweite in Salzburg Gabi Burgstaller (SPÖ). Beide hielten sich keine zehn Jahre im Amt.

Historische Wahlschlappen setzten den weiblichen Regierungsperioden ein Ende: Klasnic verabschiedete sich 2005 nach neun Jahren und neun Monaten, Burgstaller 2013 nach neun Jahren und nicht ganz zwei Monaten.

(APA/Red.)

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